4.2 Nährstoffe
4.2.1 Zeitlicher Verlauf der Konzentrationen und Frachten in der Elbe
Nährstoffe (wie Phosphat und Nitrat) können während einer Hochwassersituation durch
Überfluten von Weide- und Ackerland zusätzlich mobilisiert und in die Wasserphase
ausgewaschen werden. Ebenso können Abwässer und überlaufende Kläranlagen Nährstoffe
freisetzen. Verstärkte Bodenerosion kann zum Eintrag von Silikaten führen und zur
Freisetzung von Phosphaten. Normalerweise ist Mitte Juni, zur Zeit des
Hochwasserscheitels 2013, schon ein Großteil der Nährstoffe durch die
Frühjahrsplanktonblüte aus der Wassersäule in der Deutschen Bucht aufgezehrt. Erhöhte
Nährstoffkonzentrationen weisen also auf einen erhöhten Eintrag durch die Flutwelle hin.
Vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern wurde an
der Messstelle Elbe/Dömitz ein Sondermessprogramm zur Wasserbeschaffenheit der Elbe
während des Frühjahrhochwassers 2013 durchgeführt [4]. Bereits zu Beginn dieser
Sondermessungen lagen die Nitratkonzentrationen auf einem für diese Jahreszeit
überdurchschnittlich hohen Niveau. Offensichtlich kam es bereits unmittelbar nach dem im
Mai einsetzenden Starkregen zu einem Anstieg der Nitratkonzentrationen im Oberlauf der
Elbe und seiner Zuflüsse durch Überflutung und Ausspülung landwirtschaftlicher Flächen.
Die höchsten Konzentrationen wurden in Dömitz während des Hochwasserscheitels (10.-
12.6.13) gemessen (3,75 mg/L=267,7 pmol/L). Das für die Jahreszeit übliche
Konzentrationsniveau liegt bei ca. 1,6 mg/L= 114,2 pmol/L [4].
Mit Hilfe des Messprogramms für hydrologische Extremereignisse wurde die Wasserqualität
entlang des gesamten Elbe-Flusslaufs engmaschig überwacht. In diesem Rahmen hat das
Institut für Hygiene und Umwelt, Hamburg Wasser- und Schwebstoffproben am Hamburger
Elbeabschnitt entnommen und eine Vielzahl an Qualitätsuntersuchungen durchgeführt und
im Internet veröffentlicht 1 [5].
Da das BSH-Labor nur vom 12.06.-08.07.2013 Nährstoffanalysen der Elbewasserproben
(Wittenbergen) durchführte, wurden die vorliegenden Daten mit den Daten vom Institut für
Hygiene und Umwelt, Hamburg verglichen (Tabelle 1) und ergänzt. Die Ergebnisse sind in
Abbildung 9 bis Abbildung 13 dargestellt.
Abbildung 9 gibt den Verlauf von Nitrat im Vergleich zum Abfluss wieder. Die
Nitratkonzentrationen lagen schon zu Beginn der Messungen auf einem für diese Jahreszeit
überdurchschnittlichen Niveau. Dies wurde auch an der Messstation Elbe/Dömitz beobachtet
[4]. Die Konzentrationen stiegen im Laufe der Flutwelle leicht an und sanken mit der
zurückgehende Abflussmenge wieder ab. Die Nitrat-Fracht stieg fast parallel zur
Abflussmenge an und nahm dann entsprechend der zurückgehenden Abflussmenge wieder
ab. Ein Verdünnungseffekt durch die enormen Wassermassen war für Nitrat nicht zu
beobachten, da große Mengen an Stickstoff (Abbildung 9, links) offensichtlich durch
Überflutungen und Ausspülungen von Agrarflächen (Düngemittelgaben im Frühjahr)
mobilisiert wurden.
http://www.hamburg.de/contentblob/4010818/ data/elbe-hochwasser-2013-messwerte-wasser.pdf
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