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Volltext : 53: Eiswinter 2009/2010 bis 2013/2014 an den deutschen Nord- und Ostseeküsten - Ice Winters 2009/2010 to 2013/2014 on the German North and Baltic Sea Coasts

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Berichte  des  BSH

Die  drei  vergangenen  Winter  gehören  an  der
deutschen  Nordseeküste  zum  Typ  der  mäßigen
Eiswinter.  Die  stärkste  war  die  Eissaison  2009/10,
die  Eissaison  2010/11  war  eine  Woche  kürzer
und  um  die  Hälfte  eisärmer.  Im  Winter  2011/12
wurde  fast  die  gleiche  Eismenge  wie  im  Winter
2010/11  produziert,  aber  in  um  die  Hälfte  kürzerer ­
  Zeit,  Abbildung  3.3,  Tabelle  3.1.

An  der  deutschen  Ostseeküste  wurde  der  Eiswinter ­
  2009/10  als  stark,  der  Winter  2010/11  als
mäßig  und  der  Winter  2011/12  als  mäßig  klassifiziert. ­
  Auch  hier  bildete  sich  im  vergangenen  Winter ­
  eine  beträchtliche  Eismenge  innerhalb  von
zwei  Wochen.  Die  Eissaison  2011/12  war  kurz,
aber  intensiv,  vgl.  Abbildung  3.4  und  Tabelle  3.1.

The  past  three  winter  seasons  on  the  German
North  Sea  coast  were  classified  as  moderate  ice
winters.  The  strongest  of  these  ice  seasons  was
2009/10,  while  the  ice  season  of  2010/11  was
one  week  shorter  and  had  about  50  %  less  ice.
The  ice  volume  produced  in  the  winter  of
2011/12  about  equalled  that  in  2010/11  but
formed  in  about  half  the  time,  see  figure  3.3,
Table  3.1.
On  the  German  Baltic  Sea  coast,  the  ice  winter  of
2009/10  was  classified  as  strong,  and  both  the
winters  of  2010/11  and  2011/12  were  classified
as  moderate  ice  winters.  During  the  past  ice  winter, ­
  a  considerable  quantity  of  ice  formed  within
just  two  weeks  also  in  this  region.  The  ice  season
of  2011/12  was  short  but  intensive,  see  figure  3.4
and  Table  3.1.

Nordsee/A/ort/i  Sea

Ostsee/ßa/f/c  Sea

Re

><
M

Re

><
M

2009/10

31.2

3.11

45.8

4.22

2010/11

23.2

1.47

35.5

2.45

2011/12

11.9

1.13

14.0

1.12

Tabelle  3.1:  Reduzierte  Eissumme  (R E )  und  flächenbezogene  Eisvolumensumme  (V AI )  für  die  deutschen  Nord-  und  Ostseeküsten ­
  in  den  Wintern  2009/10,  2010/11  und  2011/12
Table  3.1:  Reduced  ice  sum  (RJ  and  accumulated  areal  ice  volume  (V A J  on  the  German  North  and  Baltic  Sea  coasts  in  the
winters  of2009/10,  2010/11  and  2011/12

Bei  diesem  Vergleich  wird  wieder  deutlich,  dass
für  die  Vereisung  der  Gewässer  in  unseren  Breiten ­
  in  erster  Linie  Dauer  und  Stärke  des  Frostes
verantwortlich  sind.  Wichtig  ist  auch  der  Zeitpunkt ­
  des  Frostauftretens  sowie  Anzahl  und
Länge  der  Frostperioden.  Alle  anderen  Faktoren
spielen  eine  untergeordnete  Rolle.
Im  nördlichen  Ostseeraum  begann  die  Eisbildung
im  Winter  2011/12  erst  Anfang  Dezember  (zwei
bis  drei  Wochen  später  als  im  Mittel)  und  setzte
sich  sehr  zögerlich  bis  Mitte  Januar  fort.  Ende
Januar  2012  entsprach  die  Ausdehnung  des
Eises  der  Eisbedeckung,  die  durchschnittlich  am
1.  Januar  erreicht  wird.  In  den  letzten  Januartagen ­
  stabilisierte  sich  über  Nordwestrussland  ein
umfangreiches  Hochdruckgebiet,  das  in  den  folgenden ­
  drei  Wochen  für  sehr  kalte  Witterung  in
Europa  verantwortlich  war.  Ausgehend  von  der
maximalen  Eisausdehnung  in  der  gesamten  Ostsee, ­
  die  zwischen  dem  8.  und  12.  Februar
erreicht  wurde  und  ca.  179  000  km 2  betrug  (BIM,
2012),  wird  der  Winter  2011/12  für  die  Ostsee  als
ein  mäßiger  Eiswinter  klassifiziert.

The  comparison  clearly  shows  that  coastal  ice
formation  in  our  latitudes  depends  primarily  on
the  duration  and  severity  of  frost.  Other  important
factors  are  the  time  of  frost  occurrence  and  the
number  and  length  of  the  frost  periods.  All  other
factors  are  of  lesser  importance.

In  the  northern  Baltic  region,  ice  formation  in  the
winter  of  2011/12  did  not  begin  until  early
December,  which  was  two  to  three  weeks  later
than  average,  and  continued  very  hesitantly  until
mid-January.  Ice  coverage  at  the  end  of  January
2012  corresponded  to  that  normally  reached  by
1  January.  During  the  last  days  of  January,  an
extensive,  stable  high-pressure  zone  settled  over
northwest  Russia,  causing  very  cold  weather
conditions  in  Europe  during  the  three  weeks  that
followed.  Based  on  maximum  ice  extent  in  the
entire  Baltic  Sea,  which  reached  179  000  km 2
between  8  and  12  February  (BIM,  2012),  the  winter ­
  of  2011/12  has  been  classified  as  a  moderate
ice  winter.
            
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