Wladiwostok.
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die Reisedauer hierin einbegriffen. Der Quarantäne-Ankerplatz befindet sich eben
innerhalb der Egerscheld-Huk an der Westseite der Reede, ;
Zollbehandlung. Nach Bericht des Kapt. Thode liegt in der kleinen Bucht
zwischen. der Klett- und der Charkin-Huk an der Ostseite der Einfahrt nach
Wladiwostok ein Wachtschiff vertäut, das dunkelgrau gestrichen ist, zwei Masten
und einen Schornstein hat. In der Nähe dieses Wachtschiffes müssen alle ein-
iaufenden Schiffe .ankern, um den Besuch der Zoll- und der Gesundheitsbehörde
abzuwarten. Außer dem Gesundheitspaß wird verlangt: Schiffszertifikat, Muster-
rolle, Manifest, .ein Satz Konnossemente und Proviantliste, Die Zollbehandlung
ist streng. Sämtliche Spirituosen, Wein, Tabak und Zigarren werden zollamtlich
unter Verschluß gelegt. Auch in bezug auf die Ladung wird streng nach dem
Manifest verfahren und Zollstrafen kommen bei Differenzen leicht vor. Bei
zuvorkommender Behandlung der Zollbeamten soll jedoch der zollamtliche Ver-
kehr sich sehr kulant abwickeln. .
Sturmsignale werden am Maste des Hafenamtes gezeigt, wenn die Wahr-
scheinlichkeit vorhanden ist, daß sich ein Taifun dem Japanischen Meere nähert.
Die Signale bestehen aus weißen Kegeln, mit der Spitze nach oben zeigend,
Ankerplätze im Hafen. Der Hafen oder die Reede von Wladiwostok, das
goldene Horn genannt, bietet vorzüglich geschützte Ankerplätze auf etwa 9 bis
22 m Wasser über gut haltendem Lehm- und Schlickgrund. Der Ankerplatz für
Handelsschiffe in großer Fahrt, sowie für fremde Kriegsschiffe befindet sich im
südlichen Teile der Bucht, zwischen der Klett-Huk im Süden und dem Portowoi-
Steert im Norden; im Osten wird diese Reede durch die Verbindungslinie zweier
Baken begrenzt, von denen die eine an der Nordseite im Garten der Admiralität,
die andere an der Südseite auf der Menschuk-Huk ‘steht. Westlich von dieser
Linie und’ nördlich vom Portowoi-Steert ist der Ankerplatz für Küstenfahrzeuge.
Der innere Teil der Bucht östlich von der durch die beiden genannten Baken
bezeichneten Linie bis oberhalb der Schwimmdocks dient als Liegeplatz -für
russische Kriegsschiffe, für welche Zwecke eine Anzahl von Festmachetonnen
ausliegt, ;
Gezeiten und Gezeitenströme. Die Hafenzeit in Wladiwostok ist 2b 30min,
der Tidenhub beträgt bei Springtide 0.3 m bis 0.4 m. In der Amur-Bucht be-
trägt der Tidenhub etwa 0.6:m. Die Gezeitenströme in der Ussuri-Bucht sind
sehr schwach. Die Strömung in dieser Bucht ist hauptsächlich vom Winde ab-
hängig, aber auch diese. Windströmung ist immer nur schwach,. In der Amur-
Bucht und im östlichen Bosporus sind die Gezeitenströme ebenfalls schwach, nur
in den Engen des Bosporus erreichen sie bis zu 2 Sm Geschwindigkeit in der
Stunde, Der Flutstrom setzt von beiden Enden in den. östlichen Bosporus
hinein, und beide Ströme treffen bei dem Kap Galdobin zusammen; von diesem
Kap an setzt auch der Ebbstrom nach beiden Richtungen aus dem Bosporus
wieder hinaus. Als allgemeine Regel gilt es, daß die Strömungen in der ganzen
Bucht Peter des Großen von den Windverhältnissen abhängig sind. Bei ruhigem,
stillem Wetter setzt in der Amur-Bucht der Strom schwach an. der Ostseite der
Bucht hinein und an der Westseite hinaus. Im Hafen von Wladiwostok. sind
die Gezeitenströme ebenfalls sehr schwach.
Eisverhältnisse. Nach langjährigen Beobachtungen ist festgestellt worden,
daß der innere Teil des Goldenen Horns durchschnittlich gegen Mitte Dezember
zufriert, während gegen Ende Dezember die ganze Bucht bis zur Egersscheld-
Huk eine feste Eisdecke trägt. Anfang Januar etwa ist das Eis bereits bis in
den östlichen Bosporus vorgedrungen und schreitet dann allmählich weiter, so
daß ‚gegen Mitte Januar die Eisdecke bis zur Insel Skryplew reicht. Das Auf-
brechen des Eises vollzieht sich gewöhnlich in entgegengesetzter Reihenfolge
vom Osten her. Mitte März wird die Östliche Hälfte des: Bosporus bis zur
Poopjelow-Huk frei, und gegen Ende März auch die westliche Hälfte bis zur
Tokarewski-Huk, Mitte April verschwindet dasEis gewöhnlich von der ganzen Reede,
Seit einer Reihe von Jahren sind ein großer und mehrere kleine Eisbrech-
dampfer im Winter tätig, um im Hafen und der Zufahrt zu demselben durch die
Östliche Mündung des Bosporus eine Rinne für Dampfer offen zu halten. . Dies