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Volltext : 53: Eiswinter 2009/2010 bis 2013/2014 an den deutschen Nord- und Ostseeküsten - Ice Winters 2009/2010 to 2013/2014 on the German North and Baltic Sea Coasts

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Berichte  des  BSH

Eisverhältnisse  im  nördlichen  Ostseeraum ­
  (nördlich  von  56°  N)
Die  Eisbildung  im  nördlichen  Ostseeraum  begann
im  Dezember  2011,  etwa  zwei  bis  drei  Wochen
später  als  im  Durchschnitt.  Die  Eisentwicklung
verlief  bis  Ende  Januar  sehr  langsam.  Bis  zu  diesem ­
  Zeitpunkt  entsprach  sie  der  Eisentwicklung,
die  typisch  für  eine  schwache  Eissaison  ist.  Die
Eisbildung  in  allen  Bereichen  intensivierte  sich
jedoch,  als  in  den  letzten  Januartagen  von  Osten
her  sehr  kalte  Luft  in  den  Ostseeraum  einfloss.  In
der  ersten  und  zweiten  Februarwoche  herrschte
an  den  Küsten  des  Bottnischen,  Finnischen  und
Rigaischen  Meerbusens  Dauerfrost  mit  Lufttemperaturen ­
  zwischen  -15  und  -30  °C  vor.  Innerhalb ­
  einer  kurzen  Zeitspanne  von  etwa  10  Tagen
nahm  das  Eis  beträchtlich  zu.  Mit  maximaler  Eisausdehnung ­
  von  179  000  km 2  wurde  im  Winter
2011/12  in  der  Zeit  zwischen  dem  8.  und  dem
12.  Februar  kurzzeitig  die  Ausdehnung  eines
mäßigen  Eiswinters  erreicht,  Abbildung  3.13.
Die  Dicke  des  Schärenfesteises  erreichte  Anfang
März  ihre  maximalen  Werte  von  35-65  cm  in  der
Bottenvik,  10-50  cm  in  der  Bottensee  (größere
Werte  wurden  an  der  finnischen  Küste  gemessen), ­
  60-70  cm  im  östlichen  und  10-35  cm  im
westlichen  Finnischen  Meerbusen.  Der  Mälarsee
an  der  schwedischen  Küste  war  mit  15-30  cm,
die  Pärnubucht  im  Rigaischen  Meerbusen  mit
45-50  cm,  der  Moonsund  mit  20-30  cm  dickem
Festeis  bedeckt,  Abbildung  3.13.  Auf  See  traten,
wie  in  jedem  Winter,  Eisaufschiebungen  und  Eispressungen ­
  auf.  Zahlreiche  Eisbrecher  waren  die
ganze  Eissaison  im  Einsatz  und  haben  die  Schifffahrt ­
  in  allen  Bereichen  der  Ostsee  unterstützt.
Der  Eiswinter  2011/12  endete  im  Rigaischen
Meerbusen  in  der  ersten  Aprildekade,  im  Finnischen ­
  Meerbusen  zum  mittleren  Termin  Anfang
Mai  und  in  der  Bottenvik  Mitte  Mai,  etwa  zwei
Wochen  früher  als  im  langjährigen  Mittel.

Ice  conditions  in  the  northern  Baitic
Sea  region  (north  of  56°  N)
Ice  formation  in  the  northern  Baltic  Sea  region
began  in  December  2011,  about  two  to  three
weeks  later  than  normal.  Until  the  end  of  January,
the  ice  development  was  very  slow,  with  all  the
characteristics  of  a  weak  ice  winter.  However,  ice
formation  in  all  northern  Baltic  waters  intensified
when  very  cold  easterly  air  flowed  into  the  Baltic
during  the  last  days  of  January.  In  the  first  and
second  weeks  of  February,  permanent  frost  and
air  temperatures  between  -15  and  -30  °C
prevailed  on  the  coasts  of  the  Gulfs  of  Bothnia,
Finland,  Riga.  Within  a  relatively  short  period
of  about  10  days,  the  ice  increased  markedly.
With  a  maximum  ice  extent  of  179  000  km 2 ,  the
winter  season  of  2011/12  briefly  met  the  criteria
for  a  moderate  ice  winter  in  the  time  from
8  to  12  February,  cf.  figure  3.13.

In  early  March,  the  thickness  of  fast  ice  in  the
skerries  reached  its  maximum  of  35-65  cm  in  the
Bay  of  Bothnia,  10-50  cm  in  the  Sea  of  Bothnia
(higher  values  were  measured  off  the  coast  of
Finland),  60-70  cm  in  the  eastern  Gulf  of  Finland,
and  10-35  cm  in  its  western  part.  Lake  Mälaren
near  the  Swedish  coast  was  covered  with
15-30  cm  of  ice,  the  bay  of  Pärnu  in  the  Gulf  of
Riga  with  45-50  cm,  and  Moon  Sound  with
20-30  cm  thick  fast  ice,  cf.  figure  3.13.  As  in  any
other  winter  season,  ice  rafting  and  ridging
occurred  in  the  offshore  waters.  Numerous  icebreakers ­
  providing  assistance  to  shipping  in  the
entire  Baltic  Sea  were  deployed  throughout  the
ice  season.  The  ice  winter  of  2011/12  in  the  Gulf
of  Riga  ended  in  the  first  decade  of  April,  in  the
Gulf  of  Finland  in  early  May  at  about  the  normal
date,  and  in  the  Bay  of  Bothnia  in  mid-May,  about
two  weeks  earlier  than  the  long-term  mean.
            
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