Anleitung und Beispiele
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Geographisches Ortsverzeichnis, Gezeitenunterschiede für Anschlußorte
Allgemeines. Für die Bezugsorte lassen sich
die Vorausberechnungen der Hoch- und Niedrig
wasser direkt aus dem Teil I der Gezeitentafeln
entnehmen. Für alle übrigen Orte muss man
die Gezeiten mittels Gezeitenunterschiede gegen
einen Bezugsort selbst ausrechnen.
Der Teil II führt die Namen sämtlicher Orte in
geographischer Folge auf, für die Gezeitenunter
schiede angegeben sind. Eine Gebietsübersicht
befindet sich am Anfang des Teils II. Die Orte
können auch mit Hilfe des alphabetischen Orts
verzeichnisses am Schluss des Bandes gesucht
werden; das Verzeichnis verweist auf die Nummer,
unter der die Orte im Teil II aufgeführt sind.
Auch bei günstiger Wahl der Bezugsorte sind die
Gezeitenunterschiede für die angeschlossenen
Orte in der Regel keine festen Größen, sondern
mehr oder weniger veränderlich mit ähnlichen pe
riodischen Ungleichheiten wie die Gezeiten selbst.
Zur Bestimmung der Hoch- und Niedrigwasser
zeiten genügt es jedoch gewöhnlich, mit den Mit
telwerten der Zeitunterschiede zu rechnen. Die
Veränderlichkeit der Höhenunterschiede muss da
gegen im allgemeinen berücksichtigt werden. Im
einzelnen gibt daher der Teil II der Gezeitentafeln
an:
(1) Mittlere Hoch- und Niedrigwasser-Zeitunter
schiede für viele Orte, außerdem Verbesse
rungen wegen halbmonatlicher Ungleichheit
(Teil III, Tafel 5).
(2) Mittlere Hoch- und Niedrigwasser-Höhenun
terschiede zur Springzeit und zur Nippzeit.
Zwischen den Werten zur Spring- und Nipp
zeit ist gegebenenfalls zu interpolieren.
Anwendung der Gezeitenunterschiede. Jeder
Anschlussort im Teil II ist durch entsprechende
Überschriften einem Bezugsort im Teil I zugeord
net. Addiert man die Gezeitenunterschiede eines
Anschlussortes mit den angegebenen Vorzei
chen an den ausführlichen Vorausberechnungen
für den zugehörigen Bezugsort, so erhält man
die vorausberechneten Eintrittszeiten und Höhen
des Hoch- und Niedrigwassers am Anschlussort.
Hierfür ist es erforderlich die Spring-, Mitt- oder
Nippzeit zu bestimmen.
Es kann zwischen zwei Möglichkeiten gewählt wer
den.
(1) Die einfachste Möglichkeit besteht darin, die
Tafel 2 im Teil III zu benutzen.
(2) Durch den Vergleich der jeweiligen HW/NW-
Höhen der Vorausberechnungen (Teil I) des
Bezugsortes und seiner Gezeitengrundwerte
lassen sich (Teil II, grau unterlegte Zeile) die
Spring-, Mitt- oder Nippzeit bestimmen.
Etwaige Unterschiede in der Zeitzone und
des Seekartennulls zwischen Bezugs- und
Anschlussort sind bereits in den Gezeiten
unterschieden inbegriffen. Man erhält also die
Hoch- und Niedrigwasserzeiten für den Anschluss
ort ausgedrückt in der Zeitzone, wie sie im Teil II
für den Anschlussort angegeben ist, ebenso die
Höhen bezogen auf das Seekartennull am An
schlussort. Im übrigen gelten bezüglich der Zeiten
und Höhen die gleichen Bemerkungen wie zum
Teil I.
Für manche Anschlussorte liegen nur teilweise
auswertbare Beobachtungen vor, oder das Gebiet
fällt bei Niedrigwasser trocken. Für solche Orte
können die Gezeitenunterschiede nur unvollstän
dig angegeben werden. Fehlende Daten sind mit
„* Keine Angaben“ gekennzeichnet. Diese Werte
können mithilfe benachbarter Orte grob geschätzt
werden. Es kann auch die Annahme konstanter Steig
dauer (6 Std 12 Min) und Falldauer (6 Std 13 Min)
oder die eines Nachbarortes verwendet werden.
Hierbei ist jedoch grundsätzlich Vorsicht geboten,
besonders in Flüssen.