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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

Ludewig, P.: Die Bedeutung der vertikalen Luftbewegungen für die Luftfahrt. 111 
so schwer und so diffizil zu handhaben, daß sie wohl im Laboratorium, nicht 
aber im Freiballon zu verwenden ist, . 
Der zukünftigen Erforschung der vertikalen Luftströme wird die Aufgabe 
erwachsen, die beschriebenen Instrumente weiter durchzubilden und durch eine 
große Anzahl von Freiballonfahrten ein so reiches, statistisches Material zu 
sammeln, daß man feste Gesetzmäßigkeiten über die Stärke der Vertikal- 
bewegungen in verschiedenen Höhen und Wetterlagen aufstellen kann, Dann 
wird es auch der praktischen Luftfahrt möglich sein, diese ihre besonderen 
Feinde mit Erfolg zu bekämpfen. 
IX. Literatur. 
Jahrbuch der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Flugtechnik, I. Band, 1912/13, S. 39 ff. 
H.; Hirth: 20000 km im Luftmeer. Verlag von G. Braunbeck-Berlin. 1913, S. 209. 
K. Wegener: Meteorologische Erfahrungen beim Fliegen. Deutsche Luftfahrer-Zeitschrift 18. 
S. 347, 1914, 
W. J. Humphreys: Holes in the air. Smithsonian Report 1912, p. 257 — 268, 1913, 
W. Peppler: Zur Kenntnis der vertikalen Luftbewegungen. Arbeiten des Königl, Preuß. 
. Aeronautischen Observatoriums zu Lindenberg. Bd. VII, 8. 71, 1912, 
F. Linke: Aeronautische Meteorologie. München und Berlin 1911. 
R. Emden: Grundlagen der Ballonführung. Verlag von Teubner, Berlin 1910, 
P, Ludewig: Die Messung vertikaler Luftströmungen, Verlag von G. Hirzel, Leipzig 1911, 
. und Physikalische Zeitschrift XI, S. 543, 1910; XII, S. 1162, 1911, 
H. Gerdien: Ein Apparat zur Messung der Windstruktur (Anemoklinograph) der Siemens 
und Halske A. G. . . 
Jahrbuch der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Flugtechnik, Bd. IT, S. 67, 1914, . 
Morris: The eleetriea! measurement of wind velocity. Engineering, 27. December 1912. 
Strahlung und Verdunstung an freien Wasserflächen; ein Beitrag zum 
Wärmehaushalt des Weltmeers und zum Wasserhaushalt der Erde. 
Von Wilhelm Schmidt, 
Einleitung; Inhalt und Ergebnisse. 
In. der vorliegenden Arbeit wird der Versuch gemacht, eine für den 
Wasser- und Wärmehaushalt der Erde außerordentlich wichtige Größe, die Ver- 
dunstung auf dem offenen Meere, auf neuem und möglichst unabhängigem Wege 
zahlenmäßig zu bestimmen. Ein theoretisches Berücksichtigen aller für den 
Vorgang im einzelnen maßgebenden Faktoren, wie z. B. Wind, Feuchtigkeit, 
Temperatur, Luftdruck u, a, erscheint vollkommen aussichtslos, erübrigt sich aber, 
wenn man auf Energien zurückgeht. . 
Unsere heutigen Kenntnisse gestatten nicht nur den Betrag der Sonnen- 
strahlung und der Ausstrahlung des Wassers, sondern auch den besonders wich- 
tigen der atmosphärischen Gegenstrahlung gegen die Erdoberfläche mit genügender 
Sicherheit anzugeben. Sie werden allerdings durch ‚Reflexion am Wasserspiegel 
beeinflußt, erfordern also besondere, z. T. sehr‘ mühsame Berechnung, über die 
in den beiden Anhängen I und II berichtet wird. 
Anderseits erweisen sich auch Angaben über die Verwendung von Energie 
beim Verdunstungsvorgang als notwendig. Im Falle einer mit Wasserdampf 
gesättigten — oder stets auf demselben Grad ‚der relativen Feuchtigkeit 
erhaltenen — Luft in Berührung mit Wasser verschwindet nicht nur die beträcht- 
liche Verdampfungswärme, sondern es muß außerdem auch die Luft erwärmt 
werden, um sie überhaupt zur Aufnahme der nun höheren Dampfmenge — bzw. 
zur Erhaltung ihres Sättigungszustandes — zu befähigen ($ 2). Mit anderen 
Worten: es wird auch im günstigsten Fall nur ein bestimmt angebbarer Teil der 
ganzen verfügbaren Energie als Verdunstungswärme angelegt, der andere entfällt 
auf die gleichzeitige Erwärmung der Luft. Der letztere ist vergleichsweise hoch 
bei tiefen, niedrig bei hohen. Temperaturen. Dies gilt ganz allgemein, für Süß“
	        
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