Bundesanstalt für
Gewässerkunde
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V erans taltungen
7/2013
• Bathymetrie
o mittlere Höhenlage des Meeresbodens
o Bodenformen in parametrisierter Form
• Sedimentologie
o Kornverteilung der Oberflächensedimente
o Porosität
o organischer Anteil im Sediment
• konsolidierter Horizont
o holozäne Basis / Basis nordseezeitlicher Sande
• Wasserbauwerks- und Ersatzmodelle
Diese Funktionalität kann um weitere Eigenschaften des Gewässerbodens erweitert werden.
2.2 Funktionalität
Alle Komponenten des Funktionalen Bodenmodells sind zeitvariant entworfen, so dass an
jedem Ort in der Deutschen Bucht und zu jedem Datum (in der Regel seit 1950) die obigen
Parameter durch raum-zeitliche Interpolations- und Approximationsverfahren geliefert wer
den können. Dabei ist ein Ergebnisdatensatz dieser datenbasierten Simulation abhängig von
der räumlichen und zeitlichen Auflösung der im Funktionalen Bodenmodell abgelegten
Messdaten. Zusätzlich zu den eigentlichen modellierten physikalischen Parametern werden
daher Kenngrößen zur Beurteilung der Vertrauenswürdigkeit geliefert. Neben der zeitlichen
Entfernung zur nächsten Messung wird die relative und absolute Unschärfe angegeben. Um
an jedem Ort der Deutschen Bucht eine Information zu erhalten, auch wenn keine Wiederho
lungsmessungen vorhanden sind und die räumliche Auflösung der Naturdaten für den be
trachteten Parameter gering ist, werden die Messdaten durch jeweils ein zeitinvariantes Hin
tergrundmodell ergänzt (welchem in der Regel das Datum 01.01.1900 zugeordnet wird).
Im Rahmen dieses Beitrages wird im Folgenden ausführlicher auf die bathymetrische und
sedimentologische Komponente eingegangen.
3. Bathymetrische Komponente des Funktionalen Bodenmodells
Die digitale bathymetrische Modellkomponente basiert auf Vermessungen, zugehörigen Me
tadaten und Interpolationsverfahren in Raum und Zeit. Zur Beschreibung der Veränderungen
des Gewässerbodens wird von der Modellvorstellung einer kontinuierlichen Funktion z(x,y,t)
in Raum und Zeit ausgegangen.
3.1 Bathymetrische Datenbasis
Derzeitig besteht die digitale bathymetrische Modellkomponente aus über 20.000 Datensät
zen mit über drei Milliarden Datenpunkten. Zeitlich reichen die Datensätze bis zum Jahr 1939
zurück. Die Vermessungsdaten unterschiedlicher Institutionen werden ergänzt durch digitali
sierte historische Arbeitskarten der Seevermessung sowie Bauwerks- und Ersatzmodelle.
Diese digitalen bathymetrischen Daten werden, verknüpft mit den diese beschreibenden Me
tadaten, in einer Datenbank gespeichert.