Bundesanstalt für
Gewässerkunde
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Veranstaltungen
7/2013
Datenbasierte Modellansätze und Analysen für eine
konsistente digitale Morphologie und Sedimento
logie der Deutschen Bucht
Peter Milbradt und Jennifer Valerius
1 Einleitung
Die deutsche Nordseeküste verfügt über einen ausgeprägten Formenreichtum und ist Teil des
größten Wattenmeeres der Welt. Sowohl veränderte Umweltbedingungen in Form des globa
len Klimawandels und dem damit einhergehenden Anstieg des mittleren Meeresspiegels als
auch die unterschiedlichen anthropogenen Nutzungsanforderungen bedürfen eines vertieften
Verständnisses der hydrologischen und morphodynamischen Entwicklung in der Deutschen
Bucht.
Bathymetrische und sedimentologische Beobachtungs- und Vermessungsdaten stellten über
einen sehr langen Zeitraum die Methode zur Analyse und Beschreibung der morphodynami
schen Veränderungen an der deutschen Nordseeküste dar. Alternative Verfahren bilden heute
prozessbasierte numerische hydro- und morphodynamische Simulationsmodelle. Auch für die
Kalibrierung, Validierung und den Betrieb solcher Simulationsmodelle haben Vermessungs
und Beobachtungsdaten eine zentrale Bedeutung. Die Verknüpfung von daten- und prozess
basierten Modellansätzen bildete einen Schwerpunkt im KFKI-Verbundprojekt „Aufbau von
integrierten Modellsystemen zur Analyse der langfristigen Morphodynamik in der Deutschen
Bucht - AufMod“ (FlEYER & SCHROTTKE 2013). Um die kontinuierlichen Veränderungen
des Meeresbodens datenbasiert zu beschreiben, wurden umfangreiche Naturdaten zusammen
getragen und ein sogenanntes Funktionales Bodenmodell softwaretechnisch realisiert.
2 Das Funktionale Bodenmodell
Im Funktionalen Bodenmodell werden die Beobachtungsdaten, die die Oberfläche des Mee
resbodens beschreiben, in ihrem zeitlichen und örtlichen Kontext archiviert und mit räumli
chen und zeitlichen Interpolationsverfahren zu einem kontinuierlichen Modell verknüpft. Es
wurde für die gesamte Nordseefläche entworfen. Der Schwerpunkt im Projekt AufMod lag
jedoch auf der Deutschen Bucht. Für diesen Bereich konnte eine enorme Dichte an Messda
ten erreicht werden, wodurch die umfassenden Möglichkeiten, die das Funktionale Boden
modell liefert, genutzt werden konnten. Daher beschränken sich die folgenden Ausführungen
auf das Gebiet der Deutschen Bucht.
2.1 Komponenten
Das Funktionale Bodenmodell beschreibt die Oberflächeneigenschaften des Meeresbodens
modular. Derzeit besteht es aus folgenden Modulen: