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Full text: Der Eiswinter 2012/13 an den deutschen Nord- und Ostseeküsten sowie eine kurze Beschreibung der Eisverhältnisse im gesamten Ostseebereich

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Beschreibung der Eis- und Schifffahrtsverhältnisse 
Obwohl die Eisbildung in den inneren Gewässern der deutschen Ostseeküste bereits in den ersten 
Dezembertagen begann, kam es im Verlauf des Winters zu keiner flächendeckenden Vereisung. An der 
Küste Schleswig-Holsteins trat das Eis in einigen Häfen und in der Flensburger Innenförde während der 
zweiten Eisperiode im Januar nur an wenigen Tagen auf, ausgenommen die innere Schlei (91 Tage) mit 
Eisbildung in allen vier Perioden. Die Eisdicke erreichte die Werte von 5 bis 10 cm. An der Küste 
Mecklenburgs kam Eis im Hafen Wismar an 54 Tagen, im Rostocker Stadthafen und auf der 
Unterwarnow an etwa 30 Tagen vor. Im Überseehafen und im Warnemünder Seekanal wurden im Januar 
kleinere Mengen Neueis registriert. Die Schifffahrt wurde nicht behindert. 
In den Boddengewässern südlich von Darß und Zingst hat sich in allen vier Perioden Eis gebildet, 
insgesamt an 60-80 Tagen. Die Eisdicke erreichte zum Zeitpunkt der maximalen Eisentwicklung in jeder 
Periode Werte zwischen 5 und 15 cm. 
In den Fahrwassern nach Stralsund und in den Boddengewässern zwischen Rügen und Hiddensee trat 
an etwa 60 Tagen Neueis oder dünnes Eis auf. Besonders lange blieb das Eis in der vierten Eisperiode 
zusammengeschoben durch auffrischende östliche Winde an den Westküsten liegen. Bei kühler 
Witterung verlief der Eisrückgang sehr langsam, vollständig eisfrei wurden die Gewässer erst am 8. April. 
Im Greifswalder Bodden bildete sich in den ufernahen Bereichen in allen vier Perioden Eis. In der 
geschützt liegenden Dänischen Wiek lag das Eis insgesamt 97, im Hafen Greifswald-Ladebow 74 Tage. 
In den Außenbereichen trat Neueis nur sporadisch und meist im Januar auf. 
Auf dem südlichen Peenestrom, im Achterwasser und im Kleinen Haff wurde Eis in den ersten drei 
Kälteperioden beobachtet. Es blieb zwischen Anfang Dezember und Mitte März insgesamt etwa zwei 
Monate liegen, die thermisch gewachsenen Eisdicken erreichten Werte zwischen 10 und 15 cm. In der 
vierten Kälteperiode bildete sich das Eis während der frostigen Nächte, durch die längere 
Sonneneinstrahlung und frische Winde aus östlichen Richtungen verschwand es aber tagsüber fast 
vollständig. 
Bundesamt für Seeschifffahrt EISKARTE für die Deutsche Ostseeküste Nr. 5 
Und Hydrographie Jahrganges Rostock, 28.01.2013 
Abb. 8. Eisverhältnisse an der deutsche Ostseeküste am 28. Januar 2013 
Größere, stark gebaute Schiffe wurden in den vorpommerschen Gewässern nicht behindert, in der Zeit 
zwischen dem 24. Januar und dem 7. Februar wurden die Nordansteuerung Stralsund (einschließlich 
Boddengewässer West) sowie der südliche Peenestrom und das Kleine Haff jedoch für die Schifffahrt 
geschlossen (WSA Stralsund). 
An der deutschen Außenküste trat das Neueis in den küstennahen Bereichen der Pommerschen Bucht 
an 2 bis 4 Tagen auf, für Eisbildung in anderen Abschnitten der Außenküste und im offenen Seebereich 
reichte die Kälte des Winters 2012/13 nicht aus.
	        
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