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Beschreibung der Eis- und Schifffahrtsverhältnisse
Obwohl die Eisbildung in den inneren Gewässern der deutschen Ostseeküste bereits in den ersten
Dezembertagen begann, kam es im Verlauf des Winters zu keiner flächendeckenden Vereisung. An der
Küste Schleswig-Holsteins trat das Eis in einigen Häfen und in der Flensburger Innenförde während der
zweiten Eisperiode im Januar nur an wenigen Tagen auf, ausgenommen die innere Schlei (91 Tage) mit
Eisbildung in allen vier Perioden. Die Eisdicke erreichte die Werte von 5 bis 10 cm. An der Küste
Mecklenburgs kam Eis im Hafen Wismar an 54 Tagen, im Rostocker Stadthafen und auf der
Unterwarnow an etwa 30 Tagen vor. Im Überseehafen und im Warnemünder Seekanal wurden im Januar
kleinere Mengen Neueis registriert. Die Schifffahrt wurde nicht behindert.
In den Boddengewässern südlich von Darß und Zingst hat sich in allen vier Perioden Eis gebildet,
insgesamt an 60-80 Tagen. Die Eisdicke erreichte zum Zeitpunkt der maximalen Eisentwicklung in jeder
Periode Werte zwischen 5 und 15 cm.
In den Fahrwassern nach Stralsund und in den Boddengewässern zwischen Rügen und Hiddensee trat
an etwa 60 Tagen Neueis oder dünnes Eis auf. Besonders lange blieb das Eis in der vierten Eisperiode
zusammengeschoben durch auffrischende östliche Winde an den Westküsten liegen. Bei kühler
Witterung verlief der Eisrückgang sehr langsam, vollständig eisfrei wurden die Gewässer erst am 8. April.
Im Greifswalder Bodden bildete sich in den ufernahen Bereichen in allen vier Perioden Eis. In der
geschützt liegenden Dänischen Wiek lag das Eis insgesamt 97, im Hafen Greifswald-Ladebow 74 Tage.
In den Außenbereichen trat Neueis nur sporadisch und meist im Januar auf.
Auf dem südlichen Peenestrom, im Achterwasser und im Kleinen Haff wurde Eis in den ersten drei
Kälteperioden beobachtet. Es blieb zwischen Anfang Dezember und Mitte März insgesamt etwa zwei
Monate liegen, die thermisch gewachsenen Eisdicken erreichten Werte zwischen 10 und 15 cm. In der
vierten Kälteperiode bildete sich das Eis während der frostigen Nächte, durch die längere
Sonneneinstrahlung und frische Winde aus östlichen Richtungen verschwand es aber tagsüber fast
vollständig.
Bundesamt für Seeschifffahrt EISKARTE für die Deutsche Ostseeküste Nr. 5
Und Hydrographie Jahrganges Rostock, 28.01.2013
Abb. 8. Eisverhältnisse an der deutsche Ostseeküste am 28. Januar 2013
Größere, stark gebaute Schiffe wurden in den vorpommerschen Gewässern nicht behindert, in der Zeit
zwischen dem 24. Januar und dem 7. Februar wurden die Nordansteuerung Stralsund (einschließlich
Boddengewässer West) sowie der südliche Peenestrom und das Kleine Haff jedoch für die Schifffahrt
geschlossen (WSA Stralsund).
An der deutschen Außenküste trat das Neueis in den küstennahen Bereichen der Pommerschen Bucht
an 2 bis 4 Tagen auf, für Eisbildung in anderen Abschnitten der Außenküste und im offenen Seebereich
reichte die Kälte des Winters 2012/13 nicht aus.