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Die Harmonische Darstellung der Ungleichheiten (Horn, 1960) Ist ein Verfahren
zur Berechnung der Gezeiten, das dem Nonharmonischen Verfahren ähnelt,
bei dem jedoch die Ungleichheiten der Hoch- und Niedrigwasser in Zeit und
Höhe ähnlich wie beim Harmonischen Verfahren durch Zusammensetzen aus
periodischen Gliedern berechnet werden.
Leider bedienen sich viele Meereswissenschaftler fertiger Programmmodule
des Harmonischen Verfahrens (z. B. Pawlowicza et al., 2002) zur Erstellung von
Gezeitenanalysen und -Synthesen, ohne die damit verbundenen Einschränkun
gen zu kennen. Vielfach werden auch zur Benutzung von Synthese-Programm
modulen „Gezeitenkonstanten“ der deutschen Küstenpegel nachgefragt,
obgleich die Gezeitenverhältnisse dort keineswegs konstant sind. Das BSH
sieht seit 1966 von der Veröffentlichung derartiger „Konstanten“ ab. Ausländi
sche hydrographische Dienste geben solche Informationen noch heraus, weil
meist die örtlichen Gezeitenverhältnisse nicht derart verwickelt sind wie an den
deutschen Flachküsten.