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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

Reinicke, G.: Die Eisverhältnisse des Winters 1915/16 in außerdeutschen europäischen Gewässern, 521 
aus dem südlichen Kalmarsunde südlich getrieben, so daß der Sund wieder frei 
ist. Oxelösund, den 14. III.: Der nördliche Wind hat das Eis aus’ dem Hafen 
getrieben, und dieses hat sich bei Häfringe so gestaut, daß die Lotsen nicht an 
Bord kommen können. Stockholm, den 17. III: Infolge anhaltenden Ostwindes 
haben sich die Eisverhältnisse von Sandhamn so schwierig gestaltet, daß aller 
Verkehr hat eingestellt werden müssen. Stockholm, den 28, III: Alle Fahrwasser 
nach Stockholm sind durch schweres Treibeis geschlossen, Der südliche Wind 
hat das Eis gegen das Land getrieben, Die ganze Sörmland-Küste ist.durch Eis 
blockiert. 
B. Die Wiedereröffnung der Schiffahrt, 
5. Die schwedischen Gewässer südlich von Stockholm. Die Schiffahrt in 
diesen Gewässern hat nie gänzlich, sondern nur immer einige Tage. aufhören 
müssen, wenn der Wind das Eis gegen die Küste getrieben oder in Durchfahrten 
zusammengeschoben hatte. Wenn deshalb auch von einem eigentlichen Schlusse 
der Schiffahrt kaum gesprochen werden kann, so lassen die Meldungen doch 
eine Art von Wiedereröffnung erkennen. : Von Norrköping wurde am 30. III. 
berichtet, daß der eingetretene Westwind die Eismassen von der Küste und aus 
den Stockholmschären getrieben und viele Schiffe befreit habe. Vom Kalmar- 
sunde kam am 6. IV. die Meldung, daß dort alle Leucht- und Glockentonnen 
wieder ausgelegt seien. Der Trollhätta-Kanal ist am 18. IV. für den Verkehr 
frei geworden, ; nn 
6. Vom Rigaischen und vom Finnischen Meerbusen sind keine Meldungen ge- 
kommen, © . . . 
7, Der Nordbotten einschließlich der Schärengewässer bis Stockholm. Bezeichnend 
für die Eisverhältnisse ist die folgende Meldung: »Stockholm, den 11. IV. An 
der Norrlandküste bis herunter nach Gefle liegt das Eis noch so fest, daß an 
keine Schiffahrt zu denken ist. Im Grepen ist die Eisdecke bis Angskär auf- 
gebrochen. Bei Svartklubben ist Treibeis bis Roten, im Osten und Süden ist 
offenes Wasser. Von Söderarm bis Furusund ist teilweise Treibeis, von dort 
bis Stockholm aber festes grobes Eis. Außerhalb Hufvudskär, Sandhamn und 
Dalarö ist das Wasser eisfrei.« Am 17. IV. wurde noch von Stockholm gemeldet, 
das Eis der finnischen Küste sei so’ schwer, daß es auch von Eisbrechern nicht 
bewältigt werden könne; aber schon am 20. IV: haben finnische Dampfer die 
Eisrinne nach Gefle aufgebrochen und mehrere Dampfer sind infolgedessen von 
Gefle ausgegangen. Der erste Dampfer von Stockholm ist in Raumö am 27. IV. 
angekommen. 
Von Kristinehamn wurde die Eröffnung der Schiffahrt am 26, IV. ge- 
meldet, und an diesem Tage war auch der Öresundsgrepen teilweise eisfrei. 
Auch von Skutskär bis Eggegrund war am 26. IV. das Eis durchgebrochen, 
dagegen lag es vor Bremö noch hoch aufgepackt fest. Von Sundsvall wurde 
dann erst am 19. V. gemeldet, daß die Schiffahrt eröffnet sei. Aber wie schwierig 
die Eisverhältnisse noch waren, ist aus einer Meldung vom 23. V. aus Gefle er- 
sichtlich, wonach der nordöstliche Wind die Geflebucht voll Eis getrieben ‘hatte 
und die nordwärts bestimmten Dampfer ihre.Reisen nicht fortsetzen konnten, 
Am 26. V. sind in Gefle etwa 20 Dampfer und Segler angekommen und etwa 
ebensoviele in der Geflebucht vor Anker gegangen, um bessere Eisverhältnisse 
abzuwarten. Von Hudiksvall wurde sogar noch am 3. VI. gemeldet, die Schiff- 
fahrt sei eine kurze Zeit offen gewesen, sei aber durch schwere Eismassen, die der 
Wind gegen die Küste getrieben habe, fürs erste wieder unmöglich geworden, Vor 
Agö war die Schiffahrt für Segler sogar noch am 14. VI. beschwerlich. Diesen 
ungünstigen Eisverhältnissen im südlichen Teile des Nordbottens gegenüber waren 
die Eisverhältnisse im nördlichen Nordbotten um diese Zeit schon viel besser; 
denn schon am 20. V. war von Umeä und Pitei gemeldet worden, daß der 
schwere Nordwind alles Eis von der Küste abgetrieben und beide Bezirke ganz 
eisfrei gemacht habe. ; 
Die Auslegung sämtlicher schwedischer Feuerschiffe und Seezeichen (aus- 
genommen »Kopparstenarne«.und »Ölandsriff«) wurde am 17. VI. und die Einstellung 
der amtlichen schwedischen Eisberichte am 20. VI. gemeldet. Einzelnes gibt die
	        
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