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Full text: 2014

Anleitung und Beispiele 
25 
Bestimmung der Gezeitengrundwerte von Anschlussorten 
Beispiel 5: 
Wie liegen bei Whitehaven das mittlere Spring-, Nipphochwasser (MSpHW, MNpHW) und das mittlere Spring-, Nippniedrigwasser 
(MSpNW, MNpNW) zum Seekartennull? 
Die Höhenunterschiede des Anschlussortes sind an die Gezeitengrundwerte des Bezugsortes anzubringen. Somit erhält 
man die Gezeitengrundwerte des Anschlussortes zum Seekartennull. 
Nr. 
Ort 
MSpHW 
MNpHW 
MSpNW 
MNpNW 
Grundwerte 
Teil II, Seite 193 
1509 
Liverpool 
9,4m 
7,5 m 
1,1 m 
3,2m 
Unterschiede 
Teil II, Seite 193 
1496 
Whitehaven 
- 1,4m 
- 1,2m 
-0,1 m 
- 0,8m 
Ergebnis 
1496 
Whitehaven 
8,0 m 
6,3 m 
1,0 m 
2,4 m 
Abschätzung von Höhen und Zeiten zwischen Hoch- und Niedrigwasser 
Den ausführlichen Vorausberechnungen sind die 
mittleren Spring- und Nipptidenkurven der Bezugs 
orte beigegeben. Mittels dieser Kurven kann man 
die Höhe der Gezeit zu einer beliebigen Uhrzeit 
zwischen Hoch- und Niedrigwasser oder den Zeit 
punkt, an dem eine vorgegebene Höhe eintritt, für 
Bezugsorte und deren Anschlussorte abschätzen. 
Dazu bildet man nach den Vorausberechnungen 
die Steig- und Falldauer, trägt in die Darstellung 
der Tidenkurven bei 0 Stunden die vorausberech 
nete Hochwasserhöhe, im Abstand der Steig- und 
Falldauer die vorausberechnete Niedrigwasser 
höhe ein und verbindet die beiden Punkte in An 
lehnung an die beiden mittleren Tidenkurven durch 
eine aktuelle Tidenkurve. 
An dieser aktuellen Tidenkurve kann man ablesen, 
welche Höhe zu einer vorgegebenen Zeit vor oder 
nach Hochwasser eintritt, oder zu welcher Zeit vor 
oder nach Hochwasser eine vorgegebene Höhe 
erreicht wird. 
Das Verfahren ist einfach, bietet wenig Fehler 
möglichkeiten und liefert beispielsweise auch bei 
unsicherem ETA (estimated time of arrival) für 
die praktische Schiffsführung geeignete Ergeb 
nisse. Die dabei erzielte Genauigkeit reicht aus, 
weil stets zusätzlich mit der Möglichkeit gerechnet 
werden muss, dass auf Grund von Wettereinflüs 
sen die tatsächlichen Eintrittszeiten und Höhen 
der Hoch- und Niedrigwasser von den vorausbe 
rechneten um kleinere und gelegentlich auch um 
größere Beträge abweichen. 
Eine zweite Methode, für Bezugsorte und deren 
Anschlussorte die Höhe H zu einer vorgegebenen 
Zeit Z oder die Zeit Z zu einer vorgegebenen Hö 
he H abzuschätzen, ist im Folgenden beschrie 
ben. Dazu werden die mittleren Spring- und Nipp 
tidenkurven der Bezugsorte in das Hoch- und das 
Niedrigwasser, zwischen dem Z liegt, rechnerisch 
eingespannt. Nur in Fällen, in denen sich der Ver 
lauf (nicht die Höhe!) beider Kurven deutlich unter 
scheidet, lohnt es sich die Ergebnisse für Spring- 
und Nippzeit zu mittein. 
Für diese Rechnung sind die Zeiten in dezimal 
geteilten Stunden auszudrücken. In der Darstel 
lung der Tidenkurven beträgt der Stundenabstand 
1 cm, für Dezimalteile kann daher bequem die 
Zentimetereinteilung eines Lineals benutzt wer 
den. 
Die zwei genannten, unterschiedlichen Verfahren 
liefern nicht exakt gleiche Ergebnisse. Die berech 
neten Höhen können verfahrensbedingt ohne wei 
teres um etwa 1 dm voneinander abweichen.
	        
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