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Full text: Geologisch-geomorphologische Untersuchungen in der Westeuropäischen Tiefsee

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8.4.4 Suspensionsströme (turbidity currents) 
Die turbiditischen Sedimente sind im Maury Channel an der 
unregelmäßigen Lagerungsstruktur und in den seitlichen Tälern an 
den scharfen, parallelen Reflektoren zu erkennen. Die Zufuhr von 
turbiditischen) Sediment in den nördlichen Teil der großen 
NOAMP-Box geschieht durch das Maury-Channel-Turbldity-Current 
System. Dieses System, das seinen Ursprung am isländischen 
Inselsockel hat, füllt mit Hilfe von Suepensionsströmen die 
nordo6tatlantischen Tiefsee-Ebenen bis in die Biskaya hinein mit 
ungeheuren Sedimentmassen auf. Sein südlichster Ausläufer 
erreicht das NOAMP-Gebiet von Horden in dem weiten Tal bei 
21°3Q'W. Teile der Suspensionsströme ergießen sich dabei in die 
seitlichen N-S -verlaufenden Täler. 
Die Turbidit-Sedimerite im NOAMP-Gebiet setzen sich aus zwei 
Grundkomponenten zusammen. Auegangsmaterial sind basaltische 
Silte und Sande vom untermeerischen Südosthang von Island. Durch 
Erosion inkorporierten die Suspensionsströme auf dem Weg nach 
Süden pelagisches Sediment, sodaß als Turbidit-Sediment eine 
Mischung beider Komponenten zur Ablagerung kommt. Im NOAMP- 
Gebiet ist dieser Sedimenttyp flächenmäßig stark differenziert. 
Regional lassen sich zwei Sedimentationsregime auseinander hal 
ten: die breite West-Ost-Senke bei 47°20' N mit ihren mäandrie- 
renden Haupt- und Nebenkanälen, und die N-S-streichenden Rinnen 
und mit ihren lagigen Schüttungskörpern. 
Der Hauptkanal zeichnet das Tiefste des West-Ost-Tales nach. In 
ihm werden von einem einzigen Suspeneionsetrom bis zu 2 - 3 sm 
breite und mehr als 20 m tiefe Furchen in den Meeresboden ero 
diert. Durch Sedimentation aus dem langsamen Schwans des Suspen- 
sionsstromes wird der Hauptkanal zum Teil wieder mit schwarzen, 
basaltischen Sanden verfüllt. Die Mächtigkeit einer Schüttung 
kann mehr als 4 m zu betragen (Kern Me69-14). Die Erosions 
leistung der SuspensionBströme ist in den PARASOUND-Profilen aus 
dem Bereich des West-Ost-Tales deutlich zu erkennen (Abb. 5). An 
den benachbarten Berghängen keilen die Turbidithorizonte etwa 150 
- 200 m über dem Boden des Hauptkanals aus. Dementsprechend 
dürfte auch die vertikale Erstreckung eines Suspensionsstromee 
sein. An den Berghängen ist das absedlmentierte Material jedoch 
deutlich feiner. 
Verbreitert sich das West-Ost-Tal zu einer Ebene, wie z. B. 
östlich des Dreizacks, können seitlich vom Hauptkanal "spill- 
over"-Mäander abzweigen (Abb.6). In diesen Nebenarmen wird 
ebenfalls tief erodiert und anschließend sedimentiert (Abb.7). 
In die rechtwinklig vom Hauptkanal abzweigenden Seitentäler 
dringen ebenfalls Turbiditströme ein und hinterlassen mehrere 
Seemeilen breite und mehrere Meter mächtige Sedimentzungen (Abb. 
8a, 8b). 
Das zweite Sedimentationsregime ist von einer deutlich niedri 
geren Dynamik als das erste gekennzeichnet. Eine typische Region 
ist die Ebene südlich des Dreizacks, Die Turbidithorizonte be 
sitzen hier eine dünne, sandige Basis. Darüber folgen gelegent 
lich bis zu mehrere Meter mächtige Silt- und Tonablagerungen. Der
	        
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