2.3 Wetterlagen
System Nordsee
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n >2 der Fall, so dass eine eindeutige Grenzverteilung tt = ttP existiert, gegen die
jede Zeile der n-schrittigen Übergangsmatrix für n gegen oo konvergiert, tt ist mithin
die unbedingte (vom Anfangszustand unabhängige) Übergangsverteilung und stimmt
hier mit der klimatologischen Verteilung der Wetterlagen überein. (In diesem Zusam
menhang ist durchaus bemerkenswert, dass sich die Grenzverteilung s der Über
gangsmatrix E nur wenig von tt unterscheidet.) Wie Tab. 2-11 weiter zu entnehmen
ist, wird der stationäre Zustand tt praktisch bereits für P 6 erreicht. Die ausschließliche
Abhängigkeit der Evolution der Markovkette vom aktuellen Zustand und die vollstän
dige Degeneration des über klimatologische Erwartungen hinausgehenden Vorher-
sageskills innerhalb von einer Woche stellen markante Parallelen zur numerischen
Wettervorhersage dar.
Abschließend sollen die Wetterlagenübergänge in den Jahren 2006 und 2007 unter
einander und mit denen des klimatologischen Jahres verglichen werden. Die zuge
hörigen Übergangshäufigkeiten 3 sind gemeinsam mit den 1-schrittigen zeilenstocha
stischen Matrizen in Tab. 2-12 wiedergegeben und darüber hinaus als Circosgraphiken
visualisiert (Abb.2-9). Die augenfälligsten Unterschiede betreffen die Jahreshäufigkei
ten der Richtungswetterlagen, die im Jahr 2006 auf SW und NW beschränkt sind -
wie der Vergleich der Bogenlängen der Ringsektoren zeigt (Abb. 2-8 & Abb. 2-9) - und
erhebliche positive bzw. negative Anomalien darstellen (vgl. Abb. 2-4, S. 52). Das Jahr
2007 zeichnet sich demgegenüber durch ebenso starke, aber inverse Anomalien (hin
sichtlich SW und NW) aus, wobei zusätzlich ein erheblich erhöhtes bzw. vermindertes
Vorkommen von NE- und SE-Lagen offensichtlich ist. Insofern stehen die Eintrittshäu
figkeiten der Wetterlagen in beiden Jahren in einem stärkeren Gegensatz zueinander
als zum klimatologischen Jahr, was sich insbesondere in den Summenhäufigheiten
der Nord- und Südlagen zeigt (Abb.2-9), für die sich in der Reihenfolge 2006-7100-
2007 jeweils 77-88-122 (NW & NE) und 134-119-93 Tage (SW & SE) ergeben.
Die weiter oben beschriebene zyklische Wetterlagenabfolge A-50-SW-47-C-44-
NW-47-A, die hier zusammen mit den Übergangswahrscheinlichkeiten der
wartezeitfreien E-Matrix für das Jahr 2006 angegeben ist, blieb (auch) in diesem Jahr
die wahrscheinlichste Sequenz für alle Anfangszustände außer NE und SE. Für das
Jahr 2007 ergibt sich indessen A-41-SW-38-NW-54-A, da die Übergangswahr
scheinlichkeit für SWC bei nur 33% liegt. Am häufigsten - und im Wechsel mit in
versen Übergängen NWSW - ereigneten sich direkte Übergänge SWNW im Januar
2007 (Tab. 2-8, S. 49), als zahlreiche Sturmtiefs die Nordsee in so schneller Folge
überquerten (Tab. 2-3, S. 45] Tab. 2-14, S. 90), dass sie nicht als C-Wetterlage in Er
scheinung traten bzw. registriert wurden. Auch war der Übergang ASW (41 %) prak
tisch gleich wahrscheinlich wie ANW (39%). Diese retrograden Übergänge (ANW),
die mit einer SW-Verlagerung des Hochdrucks verbunden sind, ereigneten sich im
durch längere Verweilzeiten unterbrochenen Wechsel mit den inversen Übergängen
ANW besonders häufig im April (vgl. Abb. 2-18, S. 82) sowie in der Zeit vom 24. Aug.
bis 15. Sep. 2007 (Tab. 2-8, S.49). Die charakteristische periodische Abfolge tritt des
halb im Jahr 2007 weit weniger klar hervor als im Jahr 2006 oder im klimatologischen
Jahr (Abb. 2-9).
3. Sofern bei An- und Abpfiff nicht der gleiche Spieler im Ballbesitz ist, gibt der erste (letzte) i-mal öfter (seltener)
ab, als Ihm zugesplelt wird. Demnach unterscheiden sich die zugehörigen Reihen- und Spaltensummen der (-Ma
trix um 1 (RS, = CS, + 1 bzw. RS 365 =CS 365 - 1). Dieser Randeffekt wurde wegen technischer Probleme mit >Circos< be
seitigt, Indem 1. das »Lattenzählen« nicht am Neujahrs-, sondern am Sylvesterpfosten begonnen wurde, und 2. der
Feldeintrag in Reihe RS 0 und Spalte CS 365 um 1 (den virtuellen Übergang zwischen den beiden Sylvesterwetterlagen)
vermindert wurde. (Ohne 1. würde sich die Gesamtsumme der Übergänge auf363 reduzieren.)