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Metadaten : 49: System Nordsee : 2006 & 2007 : Zustand und Entwicklungen

2.3  Wetterlagen

System  Nordsee

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2.3.6  Übergänge
Wir  denken  uns  die  Zeitserie  der  Wetterlagen  als  Gartenzaun  mit  6  verschiedenen
Pfostensorten  (A,C,  NE,  SE,  SW,  NW).  Im  vorigen  Abschnitt  sind  wir  den  Zaun  abgeschritten, ­
  um  die  Anzahl  in  Reihe  stehender,  gleichartiger  Pfosten  abzuzählen.  Jetzt
sollen  die  Verbindungslatten  durch  einen  neuen  Anstrich  verschönert  werden,  wozu
wir  so  viele  unterschiedliche  Farben  verwenden  wollen,  wie  es  unterscheidbare  Verbindungen ­
  gibt.  Für  die  Anfangsequenz  NW-A-A-A-NW-A-SE  wären  lediglich  4,
für  den  ganzen  Zaun  jedoch  bis  zu  36  Farben  nötig.  Um  die  einzukaufenden  Farbmengen
  abzuschätzen,  legen  wir  eine  Häufigkeitstabelle  mit  6x6  Feldern  an  und  tragen
die  Pfostensorten  über  den  Spalten  und  vor  den  Reihen  ein.  Die  erste  Zaunlatte  ist
eine  NW  -  A  Verbindung,  für  die  das  in  Zeile  NW  und  Spalte  A  liegende  Feld  NWA  den
ersten  Strich  erhält.  Weiter  voranschreitend  machen  wir  2  Striche  im  Feld  AA,  einen  im
Feld  ANW,  einen  zweiten  für  NWA,  einen  für  ASE  usw.,  bis  die  letzte  Latte  identifiziert
und  gezählt  ist.  Die  auf  ein  Standardjahr  umgerechneten  und  auf  ganze  Zahlen  gerundeten ­
  Ergebnisse  für  die  10958-  1  Latten  bzw.  Wetterlagenübergänge  im  Zeitraum
1971  -  2000  sind  in  der  Häufigkeitsmatrix  C  der  Tab.  2-11  zusammengestellt.
Das  Auszählen  der  Verbindungen  oder  Übergänge  lässt  sich  als  Analyse  eines  Ballspiels ­
  interpretieren,  bei  dem  nicht  nur  die  individuellen  Ballkontakte,  sondern  auch
das  wechselseitige  Abspielverhalten  aller  Spieler  ausgewertet  werden.  Dabei  wird  in
festen  Zeitabständen  protokolliert,  ob  der  letzte  Ballbesitzer  weiterhin  am  Ball  ist,  oder
diesen  an  einen  der  5  Mitspieler  abgespielt  hat.  Nach  Spielende  liefert  die  Auszählung
der  von  jedem  Spieler  wahrgenommenen  6  Optionen  in  der  Summe  die  Anzahl  seiner
Ballkontakte,  die  offensichtlich  identisch  ist  mit  der  Gesamthäufigkeit,  mit  der  er  im
Ballbesitz  blieb  und  von  Mitspielern  angespielt  wurde.  Die  Reihen-  oder  Spaltensumme ­
  zu  jeder  Wetterlage  entspricht  der  Häufigkeit  ihres  Vorkommens  (Ballkontakte),
der  Feldeintrag  in  der  Hauptdiagonalen  der  Häufigkeit  ihres  Fortbestehens  (Am-Ball-Bleibens)
  und  die  Inhalte  der  übrigen  Reihen-  und  Spaltenfelder  den  Häufigkeiten  ihres ­
  Übergangs  in  (Abspiel)  und  Hervorgehens  aus  anderen  Wetterlagen  (Zuspiel).  Der
Bezug  zur  früher  diskutierten  Lebensdauerverteilung  (Kap.  2.3.5,  S.  54)  zeigt  sich  darin, ­
  dass  die  Anzahl  der  Wetterlagenepisoden  mit  der  Summe  der  Abspielhäufigkeiten
übereinstimmt,  so  dass  der  p-Parameter  der  Geometrischen  Verteilung  als  Verhältnis
von  Abspielhäufigkeiten  zu  Ballkontakten  folgt.  Die  Häufigkeit  des  Am-Ball-Bleibens
ergibt  sich  als  Summenprodukt  aus  der  Anzahl  der  Episoden  mit  Lebensdauer  k  und
der  um  1  verminderten  Lebensdauer  -  denn  hier  wurden  ja  Latten  statt  Pfosten  gezählt. ­

Für  eine  synoptische  Veranschaulichung  des  »Zusammenspiels«  der  Wetterlagen  -
d.  h.  der  in  der  C-Matrix  erfassten  Übergangshäufigkeiten  -  wurde  die  Graphikanwendung ­
  >Circos<  eingesetzt  (Abb.2-8),  die  ursprünglich  zur  Visualisierung  genomischer
Datensätze  entwickelt  worden  ist  (Krzywinski  et  al.  2009).  Die  Gesamthäufigkeiten
der  Wetterlagenübergange  sind  darin  als  Ringsektoren  dargestellt,  die  im  Innern  in
aufsteigender  Reihe  farbkodierte  Zuspielhäufigkeiten  enthalten,  während  die  Sockel
der  Bezierbänder  entsprechende  Abspielhäufigkeiten  wiedergeben.  Jedes  Bezierband
  verbindet  die  der  Hauptdiagonalen  diametral  gegenüberliegenden  komplementären ­
  Einträge  (Cy  &  Cy),  charakterisiert  somit  das  wechselseitige  Abspielverhalten
eines  Spielerpaares  und  ist  nach  dem  Spieler  eingefärbt,  der  den  Partner  häufiger
anspielt.  Der  große  freie  Bereich  jedes  Ringsektors  ist  dem  jeweiligen  Hauptdiagonalfeld ­
  zugeordnet  und  repräsentiert  die  Häufigkeit  des  Am-Ball-Bleibens  oder  von
Selbstübergängen.
            
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