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Volltext: 49: System Nordsee : 2006 & 2007 : Zustand und Entwicklungen

4.4 Metalle 
System Nordsee 
235 
Neben den Hintergrundkonzentrationen werden auch ökotoxikologisch begründete 
Bewertungskriterien verwendet. Diese bewerten nicht das Verhältnis von belasteter 
zu unbelasteter Umwelt, sondern das Auftreten von negativen Effekten auf die be 
lebte Umwelt, die durch Schadstoffexpositionen verursacht werden können. Hierzu 
werden unterschiedliche Testorganismen den Schadstoffen ausgesetzt und entste 
hende Effekte (z. B. sinkende Reproduktionsfähigkeit oder steigende Mutationsraten) 
untersucht. Bewertungskriterien zur chronischen Exposition geben maximale Schad 
stoffexpositionen an, bei denen trotz Langzeitbelastung keine negativen Effekte zu 
erwarten sind. Diese Werte sind grundsätzlich niedriger als die Bewertungskriterien 
für eine maximale Kurzzeitbelastung. Wichtig ist allerdings darauf hinzuweisen, dass 
für die Ableitung der vielen auf dem Markt befindlichen ökotoxikologischen (Effekt-) 
Bewertungskriterien sehr unterschiedliche Testsysteme und Ableitungsstrategieen 
eingesetzt wurden. Bewertungskriterien unterschiedlichen Ursprungs sind daher nicht 
zwangsläufig direkt miteinander vergleichbar. Insbesondere für die Bewertung der 
marinen Umwelt besteht hier weiterhin ein erheblicher Forschungsbedarf. 
Während der Test der Umweltbelastung durch Schadstoffe gegen die Hintergrundwer 
te dazu dienen kann zu prüfen, ob die Ziele der regionalen Meeresschutzkonvention 
(OSPAR) erreicht wurden (»Concentrations are close to background or Zero<), dient 
der Test gegen ökologisch begründete Effektgrenzwerte eher der Entscheidung, ob 
ein guter Umweltzustand erreicht wurde oder nicht, was eine grundlegende Anforde 
rung der europäischen Meeresstrategierahmenrichtlinie (MSRL) ist. 
4.4.2.1 Wasser 
Zur Bewertung der Metallgehalte im Wasserkörper stehen Bewertungskriterien der 
OSPAR-Meeresschutzkonvention, der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und der 
US Environmental Protection Agency (US EPA) zur Verfügung. Alle Richtwerte für 
Hintergrundkonzentration (1) sowie ökotoxikologische Bewertungskriterien (2 bis 4) 
sind in Tab. 4-4 zusammengefasst. 
1) OSPAR BRC (Background Reference Concentration, OSPAR 1 997a/b, OSPAR 
2005): Die angegebenen BRC-Werte basieren auf Messungen in unbelaste 
ten Gebieten der OSPAR-Region »Northern North Sea<. 
2) WRRL AA-EQS (Annual Average Concentration Environmental Quality Stan 
dard; EU 2008) Umweltqualitätsstandard zur chronischen Belastung von Kü 
stengewässern. 
3) WRRL MAC-EQS (Maximum Acceptable Concentration Environmental Qua 
lity Standard; EU 2008). Nicht zu überschreitende (kurzfristige) Maximalbe 
lastung. (Die WRRL gibt keine EQS für die Metalle Kupfer und Zink an. Aus 
diesem Grund sind von der Ableitung her ähnliche Standards der US EPA an 
gegeben.) 
4) US EPA WQS (Water Quality Standards; US EPA 2010). Hierbei handelt es 
sich um Kriterien zur Bewertung der chronischen Belastung von Salzwasser 
ökosystemen. 
Der Vergleich der ökotoxikologisch basierten Bewertungskriterien von WRRL und 
US EPA zeigt eine recht gute Übereinstimmung beim Blei, jedoch große Unterschiede 
bei der Bewertung der Elemente Cadmium, Kupfer, Quecksilber, Zink und Nickel. Diese 
Unterschiede von über einer Größenordnung in beide Richtungen - Cadmium wird von 
der WRRL kritischer bewertet, Nickel von der US EPA - ist auf die Verwendung unter-
	        
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