Wrage, W.: Beobachtungen an Strombän ken,
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der in Richtung des Ebbstroms weist, weniger zahlreich solche, deren Steilhang‘
in Richtung des Flutstroms zeigt und verhältnismäßig selten solche, die gleich-
gehängig sind, In der Längserstreckung kommen geradlinige Bänke mit einer
Länge von 20 bis 50 m vor und ebenfalls kurze bogen- öder sichelförmige von
nur 1 bis 2 m Länge, Die Breite sehwankt ebenfalls ungeheuer. Über die Korn-
größensonderung habe ich anderweitig schon berichtet, daß sich der gröbere Sand
in den Kämmen der Strombänke anreichert, was mir hier wieder besonders auf-
fiel. Über die Korngrößensonderung und Mineralsedimentation in Strombänken
liegen neuere Untersuchungen von Ernst Dittmer („Vorland und Watten zwischen
Steinloch und Dwarsloch“ Archiv d. Dt. Seewarte, im Druek) und von W.G. Simon
(„Über die in Sedimenten erhaltene petrographische Abbildung dynamischer Vor-
gänge“ Zeitschr, d. Dt, Geolog, Ges, 1935, 4.) an dem „Hungrigen Wolf“, ebenfalls
einer Sandbank im Niederelbgebiet (vor der Pinnaumündung‘), vor, auf die hier
besonders hingewiesen sei,
Wie aus der vorliegenden Skizze hervorgeht, kann man aus den verschieden-
artigen Formen und Ausbildungen der Strombänke an einer Sandbank auf ebenso
verschiedenartige Entstehungsursachen schließen, und die an einzelnen Stellen
einer solchen Bank oft recht voneinander abweichenden Strömungsverhältnisse
spiegeln. sich in. den bei Niedrigwasser auftauchenden. Strombänken wider.
Es ist zu erwarten, und ich glaube, daß ich da keine allzukühne Prophe-
zeiung mache, daß die Kenntnis der Strombänke einst Strombau und Land-
gewinnung in die Lago versetzen wird, an Sandbänken und Platen auch ohne
langwierige Messungen einen schnellen Überblick über die derzeitigen an diesen
Wattstellen herrschenden Stromverhältnisse zu gewinnen,
Herrn Regierungsbaurat Meisel von der Wasserstraßendirektion Hamburg
möchte ich an dieser Stelle für die Überlassung einer Lichtpause danken, die
die Anfertigung der Skizze 1 ermöglichte, ebenso den Herren Dr. E. Dittmer
und Dr. W. G, Simon für briefliche Mitteilung,
Literaturverzeichnis,
1. Dittmer, Ernst: Vorland und Watten zwischen Steinloch und Dwarsloch. Ein Beitrag zur Kenntnis
des Niederelbwattes, Arch, d Dt. Seewarte, Bd. 55, Nr, 6, ;
2, Haarnagel, Werner: Eine Jandschaftskundliche Untersuchung des Elbufers zwischen Glückstadt
und Kolmar. Archiv dA. Di. Seewarte, Bd, 53, Nr. 6. Hamburg 1935,
3. Richter, Rud,: Flachseebeobachtungen zur Paläontologie und Geologie, XV, Senckenbergiana
Bd. S, H. 5/6, Frankfurt a, M. 1926,
4. Simon, W. G.: Über die in Sedimenten erhaltene petrographische Abbildung dynamischer Vor-
gänge. Zeitschr. d. Dt, geologischen Gesellsch,, Bd. 87, Jahre. 1935, HM. 4,
5, Simon, W. G.: Beobachtungen und Gedanken zur Mahlsandbildung im FinBmündungsgebieten
mit Gezeitenströmung: Verhandlungen des Naturwissenschaftlichen Vereins ix Hamburg,
Vierte Folge, Band V, 1934. I De
6, Wrage, Werner: Das Wattenmeer zwischen Trischen und Friedrichskoog. Aus dem Arch, d, Dit,
Seewarte, Ba, 48, Nr. 5. Hamburg 1930, nn
7, Wrage, Werner: Strombänke als Flutbildungen und eigenartige Oberflächenformen im Sehlick,
m EEE Kenntnis der Morphologie: des Niederelbwatts. Ann, d. Hydr. 59, S. 233,
amburg 1YaL,
Die Fahrt des Vermessungsschiffes „Meteor“
nach dem Europäischen Nordmeere im Herbst 1935,
Yon Bruno Schulz, Hambarg, Deutsche Seewarte,
{Hierzu Tafeln 25 bis 27.)
Seit der Fahrt des Vermessungsschiffes „Meteor“ nach den ostisländischen
und ostgrönländischen Gewässern im Sommer 1933*) haben zwei weitere für
Durchführung ozeanographischer Arbeiten ausgenüutzte Fischereischutzfahrten
des „Meteor“ stattgefunden, Auf diesen war es möglich, das Ziel weiter als bis
dahin zu stecken, da der Aktionsradius und auch die Geschwindigkeit des „Meteor“
Aurch den 1934 erfolgten Umbau erheblich vergrößert worden sind,
Auf der ersten Fahrt, die vom 19, Februar bis zum 30, März dauerte, wurde
vom Institut für Meereskunde zwischen Kap Farvel und der vermuteten Neu-
1) Vel, ds. Zischr, 1934, S. 24 ff.
GT