Die physische Geographie des Atlantischen Oceans zwischen
20° Nord-Br. bis 10° Süd-Br. und 10° bis 40° West-Lg.
in monatlichen Uebersichten und mit Angabe
pesten Routen zum Schneiden der Linie.
(Mit 3 Tafeln.)
In dem IX. Hefte des Jahrganges 1876 dieser Annalen, pag. 376, haben
wir bereits einen allgemeinen Ueberblick über die hauptsächlichsten Ergebnisse
der von Capt. Henry Toynbee, dem Marine-Superintendent des Meteorological
Office, auf Veranlassung des Meteorological Committee of the Royal Society aus-
geführten Bearbeitung einer grossen Fülle von Angaben über die physisch-
geographischen Verhältnisse der dquatorialen Gegenden des Atlantischen Oceans
zwischen 20° Nord-Br. und 10° Süd-Br. gebracht, welche aus zahlreichen, die
Jahre 1855—1870 umfassenden, Schiffsjournalen entnommen waren.
Das vor kurzem in London erschienene grössere amtliche Karten- und
Schriftwerk: „Charts of Meteorological Data for nine ten-degree-squares % the
Atlantic which lie between 20° N and 10° S and extend from 10° to 40° W
with accompanying Remarks etc.“ (Official No. 27 of the Meteorol. Off.) enthält
die specielleren Angaben für jeden Monat hinsichtlich der nautischen, physisch-
geographischen und anderen Beobachtungen in dem dquatorialen Gebiete des
Atlantischen Oceans, dessen genaue Kenntniss zugleich in praktischer Beziehung
für die Schifffahrt zwischen Europa und Süd-Amerika und in wissenschäftlicher
Beziehung für die geographische und hydrographische Forschung von hervor-
ragendem Interesse ist,
Wir machen bei dieser Gelegenheit unsere Leser auf dieses für die
Hydrographie und maritime Meteorologie des Atlantischen Oceans in hohem
Grade bedeutungsvolle Werk aufmerksam und beschränken uns für jetzt, bei
der Wiedergabe der Schlussfolgerungen des Capt. Toynbee, welche er aus
den Monats-Karten und den Bemerkungen zu diesen gezogen hat, nur auf die-
jenigen Erläuterungen, welche zur Klarstellung der weiter unten folgenden
Angaben und der diesem Artikel beigegebenen drei Tafeln nöthig erscheinen,
Das „Meteorological Office“ hat bekanntlich die früher von Mr. Marsden
(Secretair der englischen Admiralität) vorgeschlagene Eintheilung der Oberfläche
der Erde in Felder von je 10° Breite und 10° Länge (die sogen. „Zehngrad-
felder“) angenommen, wonach vom Meridian von Greenwich, oder 0° Länge,
am Aequator angefangen (also in dem Meerbusen von Guinea), westlich um die
Erde gehend eine Zone von 36 Feldern von je 10° Länge zwischen dem Aequator
and 10° Nord-Br. gelegt wird, die von 1 bis 36 gezählt werden; nördlich von
dieser Zone wird eine zweite Zone mit den Zehngradfeldern 37—72 zwischen
10° und 20° Nord-Br. gelegt, und so fort eine dritte, vierte ete. Zone mit je
36 Zehngradfeldern, die bezw. von 73—108, 109—144 etc. zählen. Südlich
vom Aequator zählt die erste Zone bis 10° Süd-Br. ebenfalls 36 Felder von je
10° Länge von Osten nach Westen rund um die Erde, wobei man mit 300
beginnt und mit 335 endigt; die zweite, dritte, vierte Zone von je 10° Breite
enthalten ebenfalls 36 solche Felder von 10° Länge, die von Ost nach West
um die Erde herum gezählt werden, also 336—371, 372-—407, 408—443 ete.
Die hier in Betracht kommenden und zwischen 10° und 40° West-Leg.
liegenden 9 Zehngradfelder sind:
1) die drei nördlichen zwischen 20° und 10° Nord-Br.: 38, 39, 40;
2) die drei mittleren zwischen 10° und 0° Nord-Br.: 2, 3, 4;
3) die drei südlichen zwischen 0° und 10° Süd - Br.: 301, 302, 303.
1.
Ann, d, Hyar., 1877, Heft VII. (Juli).