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Full text: Klimatologischer Eisatlas für die Deutsche Bucht (mit Limfjord) (1961-2010)

50-jähriger Zeitraum 1961-2010 
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Die südliche Ostseeküste erstreckt sich von ungefähr 9° O 
bis 20° O. Das Eisauftreten in verschiedenen Bereichen der 
Küste ist von der geographischen Lage (West-Ost-Erstre 
ckung), von den Möglichkeiten des Wasseraustausches und 
vom Salzgehalt, von der Wassertiefe und dem Schiffsverkehr, 
nur um einige der Faktoren zu nennen, abhängig. Die Eisver 
hältnisse in den Küstenabschnitten spiegeln die oben ge 
nannten Faktoren wider. So war die innere Flensburger Förde, 
die sich im Westen befindet, in den betrachteten 50 Jahren in 
25 Wintern vereist, in den östlichen Teilen der südlichen Ost 
seeküste beträgt die Vereisungshäufigkeit in den inneren Ge 
wässern zwischen 80 und 100%. Während im Seegebiet 
nahe Westermarkelsdorf und auch bei Arkona nur in jedem 
dritten Winter Eis auftrat, ist die Wahrscheinlichkeit des Eis 
auftretens im Nordteil der Pommerschen Bucht mit fast 50% 
und im Südteil mit 64 % größer (siehe Abb. 25). 
♦ Frühester Beginn ▲ Mittlerer Beginn ▲ Mittleres Ende ♦Spätestes Ende 
Abb. 26: Mittlere und extreme Daten für den Beginn und das Ende des Eisauftretens an der südlichen Ostseeküste 
Das erste Eis bildet sich im Frischen Haff in der ersten De 
zemberdekade, im Stettiner Haff und in der inneren Schlei in 
der letzten Dezemberdekade, erfasst eine Woche später die 
Küstengewässer der Mecklenburger Bucht und in den folgen 
den zwei Wochen die westliche Küste. Fast gleichzeitig frieren 
die Seegebiete im Nordteil der Pommerschen Bucht und vor 
Arkona zu, und etwa 10 Tage später tritt normalerweise Eis auf 
See bei Westermarkelsdorf auf. In extremen Jahren kann die 
Eisbildung bereits in der zweiten Novemberdekade beginnen 
und Anfang Dezember auf die Außenküste übergreifen. Eisfrei 
werden die stark befahrenen Fahrwasser wie Untertrave und 
Unterwarnow normalerweise in den letzten Februartagen. In 
den östlichen inneren Fahrwasserabschnitten schmilzt das 
letzte Eis gewöhnlich in der ersten Märzdekade. Das Seegebiet 
wird in der Regel bis Mitte März eisfrei. Das späteste Ende des 
Eisauftretens wurde im April beobachtet, z. B. am 19. April 
1963 im Stettiner Haff und im Frischen Haff, am 14. April 1996 
im Greifswalder Bodden oder am 6. April 1996 auf der Unter 
trave.
	        
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