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Das obere Plateau der Insel ist nach SO abflachendes Sandterrain mit
Strauchwerk von 0.3 bis 1.8 Met. Höhe, Haidekraut und mit sehr wenig grobem
Grase bedeckt. Holz und frisches Wasser ist hier nicht vorhanden, Fische sind
namentlich bei Niedrigwasser leicht zu fangen, wo sie in den Vertiefungen des
Küstenriffes zurückbleiben. Im südlichen Theile der Insel existirt bereits eine
Viehzucht-Niederlassung, während in der Sharkbay Perlmuschel-Fischerei be-
trieben wird.
Dampier Archipel und Mermaid-Strasse. Die englischen Karten
sind in Bezug auf die Lage und Gestalt der Inseln des Dampier Archipels nur
ungenau, da noch keine Detailaufnahme stattgefunden hat. Man darf daher nicht
erwarten, dass die auf Peilungen der Inseln gegründeten Ortsbestimmungen
ganz genau sind.
Die Inseln haben alle ziemlich gleichmässig verlaufende Conturen, weshalb
die Orientirung beim ersten Sichten der Inseln nicht ganz leicht ist. In den
englischen Segelanweisungen sind drei Hügel als Kennzeichen von Rosemary
[sland erwähnt. Diese sind indess nur in der dort angegebenen Richtung
NNO bemerkbar, und zwar markiren sie sich auch in dieser Richtung nur wenig,
da sie flach und langgestreckt sind. Auf der anderen Seite kommt Enderby
Island, von Nord gesehen, ebenfalls mit drei Erhebungen in Sicht, von denen
die westlichste die längste ist.
Von NW gesehen, markirt sich Rosemary Island durch einen roth und
grün gefärbten Hügel. Diese eigenthümliche Färbung, welche man aus der
Ferne für rothe Blüthen in grünem Felde halten möchte, wiederholt sich noch
an anderen Stellen.
Die rothen Flecken, welche namentlich in den oberen Theilen der Inseln
hervortreten, sind indess keine Blüthen, sondern eisenhaltige Quarzitfelsen,
zwischen denen Buschwerk wuchert.
Nach den Segelanweisungen soll man beim Kreuzen bis dicht unter Rose-
mary Island liegen können. Dies trifft jedoch wenigstens an seinem westlichen
Ende nicht zu. In 3 bis 4 Seem. Entfernung sind 12 bis 16 Faden (22 bis 29 Met.)
in 1'!/a Meile 10 (18.3 Met.), welche Tiefe schon nach ein paar Schiffslängen auf
4 Faden (7.3 Met.) abnimmt, während das Wasser ein klein wenig näher der
Insel bereits ‚ganz hell gefärbt ist, so dass es gerathen ist, wenigstens 1 bis
1!/2 Seem. abzubleiben.
An der Südwestspitze der Insel erstreckt sich, nach der Wasserfarbe zu
urtheilen, flaches Wasser weit hinaus. Die von dieser Spitze westsüdwestlich
und nach Enderby Insel hin in der englischen Admiralitätskarte eingezeichneten
Felseninselchen liegen unrichtig.
Legendre und Gidley Islands sind ebenfalls lang gestreckte Inseln ohne
Kuppen oder sonstige Merkmale.
Die Mermaid-Strasse scheint ohne Untiefen zu sein, ebenso die Fahrt
von Westen und Norden nach dem Eingang der Strasse. Wenn man sich circa
2 Seem, nördlich der zwischen Rosemary Island und der Strasse gelegenen
niedrigen Felsen hält, hat man nicht unter 18 bis 20 Faden (33 bis 36.5 Met.) Wasser,
Im Eingange der Strasse selbst findet man etwas östlich von der in der
englischen Admiralitätskarte eingetragenen Lothungslinie grössere und ziemlich
gleichmässige Tiefen. Um auf den Ankerplatz am Ende der Strasse zu ge-
langen, halte man ziemlich die Mitte der Strasse, wo man dann später die am
Ende derselben gelegenen kleinen Felseninselchen sehen wird, bei welchen der
Ankerplatz ist. Wenn sich die niedrige Verbindung des links liegenden Landes
mit dem Festlande, welche den Hafen der Mermaid- Strasse von Nicolsbay
scheidet, geöffnet hat, drehe man nach ihr auf und kann dann 1 bis 1% Seem.
vom niedrigen Lande in 5 Faden (9 Met.) Wasser ankern.
Von der Mermaid-Strasse nach Nicolsbay existirt südlich von Legendre-
Island eine kürzere Fahrstrasse, welche zwar genügend Wassertiefe auch für
grössere Schiffe hat, indess zu gewunden ist, um für grössere Segelschiffe brauch-
bar zu sein.
Bei dem niedrigen Mangrove-Land, welches das Ende der Mermaid-Strasse
von Niecolsbay trennt und woselbst sich eine fischreiche kleine Kinbuchtung be-
findet, mündet cin Bach, dessen Wasser in der trockenen Zeit indess soweit
austrocknetf, dass nur Wassertümpel stehen bleiben. Hier würde ein Schiff zur