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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

4C 
Das obere Plateau der Insel ist nach SO abflachendes Sandterrain mit 
Strauchwerk von 0.3 bis 1.8 Met. Höhe, Haidekraut und mit sehr wenig grobem 
Grase bedeckt. Holz und frisches Wasser ist hier nicht vorhanden, Fische sind 
namentlich bei Niedrigwasser leicht zu fangen, wo sie in den Vertiefungen des 
Küstenriffes zurückbleiben. Im südlichen Theile der Insel existirt bereits eine 
Viehzucht-Niederlassung, während in der Sharkbay Perlmuschel-Fischerei be- 
trieben wird. 
Dampier Archipel und Mermaid-Strasse. Die englischen Karten 
sind in Bezug auf die Lage und Gestalt der Inseln des Dampier Archipels nur 
ungenau, da noch keine Detailaufnahme stattgefunden hat. Man darf daher nicht 
erwarten, dass die auf Peilungen der Inseln gegründeten Ortsbestimmungen 
ganz genau sind. 
Die Inseln haben alle ziemlich gleichmässig verlaufende Conturen, weshalb 
die Orientirung beim ersten Sichten der Inseln nicht ganz leicht ist. In den 
englischen Segelanweisungen sind drei Hügel als Kennzeichen von Rosemary 
[sland erwähnt. Diese sind indess nur in der dort angegebenen Richtung 
NNO bemerkbar, und zwar markiren sie sich auch in dieser Richtung nur wenig, 
da sie flach und langgestreckt sind. Auf der anderen Seite kommt Enderby 
Island, von Nord gesehen, ebenfalls mit drei Erhebungen in Sicht, von denen 
die westlichste die längste ist. 
Von NW gesehen, markirt sich Rosemary Island durch einen roth und 
grün gefärbten Hügel. Diese eigenthümliche Färbung, welche man aus der 
Ferne für rothe Blüthen in grünem Felde halten möchte, wiederholt sich noch 
an anderen Stellen. 
Die rothen Flecken, welche namentlich in den oberen Theilen der Inseln 
hervortreten, sind indess keine Blüthen, sondern eisenhaltige Quarzitfelsen, 
zwischen denen Buschwerk wuchert. 
Nach den Segelanweisungen soll man beim Kreuzen bis dicht unter Rose- 
mary Island liegen können. Dies trifft jedoch wenigstens an seinem westlichen 
Ende nicht zu. In 3 bis 4 Seem. Entfernung sind 12 bis 16 Faden (22 bis 29 Met.) 
in 1'!/a Meile 10 (18.3 Met.), welche Tiefe schon nach ein paar Schiffslängen auf 
4 Faden (7.3 Met.) abnimmt, während das Wasser ein klein wenig näher der 
Insel bereits ‚ganz hell gefärbt ist, so dass es gerathen ist, wenigstens 1 bis 
1!/2 Seem. abzubleiben. 
An der Südwestspitze der Insel erstreckt sich, nach der Wasserfarbe zu 
urtheilen, flaches Wasser weit hinaus. Die von dieser Spitze westsüdwestlich 
und nach Enderby Insel hin in der englischen Admiralitätskarte eingezeichneten 
Felseninselchen liegen unrichtig. 
Legendre und Gidley Islands sind ebenfalls lang gestreckte Inseln ohne 
Kuppen oder sonstige Merkmale. 
Die Mermaid-Strasse scheint ohne Untiefen zu sein, ebenso die Fahrt 
von Westen und Norden nach dem Eingang der Strasse. Wenn man sich circa 
2 Seem, nördlich der zwischen Rosemary Island und der Strasse gelegenen 
niedrigen Felsen hält, hat man nicht unter 18 bis 20 Faden (33 bis 36.5 Met.) Wasser, 
Im Eingange der Strasse selbst findet man etwas östlich von der in der 
englischen Admiralitätskarte eingetragenen Lothungslinie grössere und ziemlich 
gleichmässige Tiefen. Um auf den Ankerplatz am Ende der Strasse zu ge- 
langen, halte man ziemlich die Mitte der Strasse, wo man dann später die am 
Ende derselben gelegenen kleinen Felseninselchen sehen wird, bei welchen der 
Ankerplatz ist. Wenn sich die niedrige Verbindung des links liegenden Landes 
mit dem Festlande, welche den Hafen der Mermaid- Strasse von Nicolsbay 
scheidet, geöffnet hat, drehe man nach ihr auf und kann dann 1 bis 1% Seem. 
vom niedrigen Lande in 5 Faden (9 Met.) Wasser ankern. 
Von der Mermaid-Strasse nach Nicolsbay existirt südlich von Legendre- 
Island eine kürzere Fahrstrasse, welche zwar genügend Wassertiefe auch für 
grössere Schiffe hat, indess zu gewunden ist, um für grössere Segelschiffe brauch- 
bar zu sein. 
Bei dem niedrigen Mangrove-Land, welches das Ende der Mermaid-Strasse 
von Niecolsbay trennt und woselbst sich eine fischreiche kleine Kinbuchtung be- 
findet, mündet cin Bach, dessen Wasser in der trockenen Zeit indess soweit 
austrocknetf, dass nur Wassertümpel stehen bleiben. Hier würde ein Schiff zur
	        
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