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Volltext : Klimawandel auf und in der Nordsee - Ergebnisse hochauflösender Klimamodelle

Die  Änderung  in  der  Temperatur  und  Salzgehaltsverteilung ­
  in  Nord-  und  Ostsee  sowie  der  Anstieg  des
Meeresspiegels  werden  anhand  der  ersten  schon
vorliegenden  Simulationen  des  gekoppelten  Modells
MPIOM-REMO  untersucht.  Bis  zum  Ende  des
21.  Jahrhunderts  erwärmt  sich  die  Nordsee  in  den
Simulationen  um  ca.  2  °C,  die  Erwärmung  in  der
Ostsee  fällt  mit  3.5  °C  deutlich  höher  aus.  Für  die
Nordsee  zeigen  sich  in  diesen  Simulationen  in  der
horizontalen  Verteilung  deutliche  Auswirkungen  des
Austausches  mit  dem  Nordatlantik.  In  den
Einstrombereichen  an  der  Schelfkante  im  Norden  und
im  Bereich  des  englischen  Kanals  treten  niedrigere
Erwärmungsraten  auf  als  in  der  zentralen  Nordsee.
Deutliche  Unterschiede  in  den  Auswirkungen  der
Klimaentwicklung  zeigen  sich  auch  in  den
Salzgehalten.  Aufgrund  der  vermehrten  Niederschläge ­
  und  des  erhöhten  kontinentalen  Abflusses
kommt  es  zu  einer  Erniedrigung  der  Salzgehalte  in
Nord-  und  Ostsee.  Die  Salzgehaltsänderungen  in  der
Nordsee  sind  weitgehend  moderat  und  liegen  bei
einer  Abnahme  von  0,2  psu.  Im  Gegensatz  dazu
werden  für  die  Ostsee  sehr  große  Salzgehaltsänderungen ­
  von  2  psu  und  mehr  prognostiziert.  Diese
deutliche  Salzgehaltsabnahme  in  der  Ostsee  ist
oberflächennah  in  der  Ausbreitung  des  Baltischen
Ausstroms  in  der  Nordsee  zu  sehen  und  führt  zu  den
Salzgehaltsabnahmen  im  Bereich  der  Belte  und  vor
der  norwegischen  Küste.
Der  sterische  Anstieg  des  Meeresspiegels  liegt  nach
100  Jahren  bei  ca.  25-30  cm  für  die  Nordsee  und  bei
30-35  cm  in  der  Ostsee.  Die  räumlichen  Muster  des
Meeresspiegels  in  den  beiden  Meeresgebieten  bleiben
in  dem  Zeitraum  weitgehend  unverändert  und
Zirkulationsänderungen  sind  daher  eher  klein.
Für  die  Zirkulationsmuster  in  der  Nordsee  ergeben
sich  nur  geringe  Änderungen.  Auffällig  ist  aber  die
Abschwächung  der  Zirkulation  in  weiten  Bereichen
der  südlichen  Nordsee.  Die  Zeitreihen  des  Einstroms
von  atlantischem  Wasser  über  den  Englischen  Kanal

zeigen  passend  dazu  eine  deutliche  Reduktion  des
Einstroms,  während  der  Einstrom  überdas  Skagerrak
und  den  nördlichen  Schelfrand  keine  deutlichen
Trends  aufweisen.  Weiterhin  können  Änderungen  im
Windregime  über  der  südlichen  Nordsee  einen
Einfluss  auf  die  verringerten  Strömungsfelder  haben.
Erste  Analysen  deuten  darauf  hin,  dass  die  Ursache
eher  die  Änderung  der  Windrichtung  als  die  Reduktion
der  Windgeschwindigkeit  ist.
Für  die  Sicherheit  sowohl  des  Schiffsverkehrs  als  auch
der  Küsten  ist  die  zukünftige  Entwicklung  der  Stürme
maßgeblich.  Deshalb  ist  eine  mögliche  zukünftige
Änderung  der  Windgeschwindigkeiten  auf  der
Nordsee  von  großer  Bedeutung.  Zur  Untersuchung
der  bodennahen  Windfelder  auf  der  Nordsee  wurden
Ergebnisse  sowohl  eines  globalen  als  auch  mehrerer
regionaler  Klimamodelle  aus  dem  ENSEMBLES
Projekt  für  den  Zeitraum  1950  -  2100  analysiert.  Die
Simulation  der  Windfelder  in  den  Regionalmodellen
wird  als  realistisch  eingeschätzt.  Der  Vergleich  der
mittleren  Windfelder  der  Modelle  für  den  Zeitraum
1970-2000  mit  ERA-40  Daten  zeigte  Abweichungen  in
den  Windgeschwindigkeiten,  die  kleiner  sind  als  die
abgeschätzten  Ungenauigkeiten  aus  Satellitenmessungen. ­

Die  Untersuchung  der  zu  erwartenden  zeitlichen
Änderungen  der  Windfelder  bis  zum  Ende  des
21.  Jahrhunderts  erfolgte  in  ausgewählten  Gebieten
und  basiert  auf  Häufigkeitsverteilungen  der  Windgeschwindigkeiten. ­
  Die  daraus  resultierenden  jährlichen
Verteilungen  zeigen  für  alle  Modelle  eine  hohe
Variabilität  von  Jahr  zu  Jahr.  Lineare  Trends  der
Windgeschwindigkeit  für  den  Zeitraum  1950-2000
weisen  zwischen  den  Modellen  und  in  unterschiedlichen ­
  Windklassen  (Perzentilen  der  Häufigkeitsverteilungen) ­
  kein  einheitliches  Vorzeichen  auf.  Die
Robustheit  und  Signifikanz  der  Trends  in  Abhängigkeit
von  der  Windrichtung  wird  daher  für  die  ausgewählten ­
  Gebiete  diskutiert.

Impressum

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