Im Zeichen der Energiewende - das Jahr 2011 15
Der Genehmigungsinhaber muss mit der
Errichtung der Anlagen innerhalb eines
bestimmten Zeitraumes nach Erhalt des
Bescheides beginnen. Damit werden
Flächenreservierungen vermieden. Die
Genehmigungen gelten 25 Jahre ab
Inbetriebnahme. Danach kann erneut über
die Genehmigung einer - grundsätzlich
zulässigen - Verlängerung entschieden
werden.
Herausforderung Netzanbindung
Die aktuell größte Herausforderung ist die
Anbindung der Windparks an die Strom
netze. Ein Windpark muss bei Fertigstel
lung an eine Konverter-Plattform ange
schlossen werden können, die wiederum
eine Verbindung zum terrestrischen
Stromnetz hat. Bisher waren die Bemü
hungen des seit 2006 zuständigen Über
tragungsnetzbetreibers nicht so erfolgreich
in die Realität umzusetzen, wie es die
Bundesregierung erhofft hat. Insbesondere
wurde ein systematisches Ordnungsmodell
für ein Offshore-Stromnetz vermisst, das
den Anträgen auf Einzelanschlüssen zu
grunde gelegt werden sollte. Gemeinsam
mit weiteren Behörden des Bundes und
der Länder und dem Übertragungsnetzbe
treiber entwickelt das BSH für 2012 auf der
Grundlage der gesetzlichen Änderungen
im Jahr 2011 einen Offshore-Netzplan, der
im Jahr 2012 mit allen Beteiligten und der
Öffentlichkeit diskutiert werden wird.
Experimentierfeld alpha ventus
Der Windpark alpha ventus - 2001 als
erster Offshore Windpark in Deutschland
genehmigt - ist für Deutschland Experi
mentierfeld, Forschungsgebiet und Refe
renzobjekt. Er hat eine Fläche von 4 km 2
(500 Fußballfelder). Das Testfeld besteht
aus zwölf 5 MW-Anlagen von zwei ver
schiedenen Herstellern mit einer Gesamt
leistung von ca. 60 MW. 2011 erzielte
der Windpark 4 450 Volllaststunden und
übertraf damit die Prognosen der Betrei
bergesellschaft DOTI.
60 Kilometer - vom
Umspannwerk über die
Insel Norderney bis zur
norddeutschen Küste
transportieren solche
armdicken Seekabel
die elektrische Ener
gie des Windparks
Forschung begleitet den Bau und Betrieb
dieses Testfeldes. Die Forschungsinitia
tive „Research At Alpha Ventus“ (RAVE)
umfasst wissenschaftliche Aktivitäten der
Anlagenhersteller und einer Vielzahl von
Forschungsinstituten. Sie untersucht auf
breiter wissenschaftlicher Basis, ob auch
In der offenen Nordsee wirtschaftlich und
naturverträglich Strom erzeugt werden
kann. Die Auswirkungen von Wind, Wetter
und Wellen auf Gondeln, Stahltürme und
Rotorblätter analysieren die Wissenschaft-