Drei Fragen an: Mathias Palm und Daniel Rohde,
Geoinformatik-Ingenieure
Der Nautische Informationsdienst des BSH veröffentlicht elektronische Seekartenprodukte
gemäß den Standards der IHO. Diese Produkte entsprechen einem spezifischen Regelwerk und
werden vom BSH in elektronischer Form bereitgestellt. Die IHO entwickelt aktuell einen neuen
Standard für eine detailliertere und authentischere Darstellung des Unterwasserbodens.
Was ist das Problem bei den bisheriger
Karten?
Palm: Die Karten, egal ob analog oder digi
tal, stellen viele Fahrwasser als Gebiete mit
einer einheitlichen schiffbaren Wassertiefe
dar. Die Realität sieht jedoch oft anders aus.
Es gibt sowohl innerhalb dieser Fahrwasser
flachere Gebiete als auch außerhalb der
Fahrwasser tiefere Gebiete. Deshalb entwi-
-kelt die IHO einen neuen Standard für eine
detailliertere und authentischere Darstellung
des Unterwasserbodens.
Was brinat das der Schifffahrt ganz konkret?
Rohde: Sie braucht präzisere Tiefendaten
die zeitnah nach der Vermessung In den
alektronischen Seekartenprodukten bereit-
stehen, um den begrenzt vorhandenen Ver-
xehrsraum mit den immer größer werdenden
Schiffseinheiten optimal auszunutzen. 2023
ı1aben wir die Grundlagen dafür geschaffen,
n den Revieren der deutschen Seegewässer
zukünftig in nahezu Echtzeit hochwertige
jefendatenprodukte zu liefern.
Sie sagten, der Standard sei noch in der Ent
wicklung. Wie lange dauert die Umsetzung
m Nautischen Informationsdienst - und wie
ange dauert es dann, bis aktuelle Vermes-
3sunasdaten In konkrete Karten einfließen?
?alm: Die vorbereitenden Arbeiten sind ab-
geschlossen und wir warten auf die offizielle
-ertigstellung des Standards. Sobald dies
geschehen ist, wird das BSH in der Lage sein
nnerhalb von weniger als einer Woche nach
zrhalt der Vermessungsdaten die fertigen
Seekartenprodukte zu liefern.
=
I
EI
Fl
Mathias Palm
links) und
Daniel Rohde
achte)