Zu laut: Unterwasserlärm
in den letzten Jahren sind in der deutschen Nordsee und Ostsee einige Windparks gebaut
worden. Dabei nutzten die Betreiber zum Schutz empfindlicher Meeressäuger, wie etwa dem
Schweinswal, technische Schallminderungssysteme. Der störende Unterwasserlärm betraf zu
jeder Zeit weniger als 10 Prozent der ausschließlichen Wirtschaftszone, einschließlich an-
grenzender Naturschutzgebiete.
Unter Wasser wird es vielerorts zunehmend
lauter. Vor allem die Schifffahrt, aber auch
der Betrieb von Offshore-Anlagen verursa-
chen kontinuierlich Lärm. Zusätzlich entsteht
vorübergehend Unterwasserlärm durch der
Bau von Offshore-Anlagen und Sprengun-
gen von Munition im Meer. Beispielsweise
Schweinswale können dadurch gestört wer
den. Das kann zu Verhaltensänderungen,
Stressreaktionen und Beeinträchtigungen
ihres Gehörs führen.
Das BSH genehmigt Offshore-Windparks in
der ausschließlichen Wirtschaftszone und
Jberwacht den Unterwasserlärm bei Bau-
vorhaben in deutschen Meeresgewässern.
Seit 2017 betreibt es das Fachinformations-
system MarinkARS. Es enthält den weltweit
3rößten Datensatz zu Unterwasserlärm aus
dem Monitoring von Offshore-Vorhaben
3asierend auf MarinEARS meldet das BSH
‚Ahrlich impulshafte und kontinuierliche
Schalleinträge an das europäische Schall-
register
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Zusätzlich erfasst das BSH kontinuierlich
den Unterwasserlärm an 6 Messstationen
in den deutschen Meeresgewässern. Im
Rahmen des EU-Projekts JOMOPANS entwi-
zkelte das BSH zusammen mit 10 Instituten
aus / Ländern ein Messprogramm, um den
Unterwasserlärm in der Nordsee gemeinsam
„u erfassen. Nun koordinieren Deutschland
Jnd die Niederlande das Programm Inner-
halb von OSPAR. Mit dabei: BSH-Expertin
Dr. Carina Juretzek als Co-Vorsitzende der
Untergruppe zur Überwachung des Umge
oungslärms.
Seit 2008 müssen beim Bau von Windener-
gieanlagen In deutschen Meeresgewässerr
_ärmschutzgrenzwerte verbindlich einge-
naalten und seit 2011 technische Schallmin-
Jerungssysteme standardmäßig eingesetzt
werden. Auch die Internationale Seeschiff-
rahrtsorganisation verabschiedete im Jahr
2023 neue Richtlinien, um den schifffahrts-
bedingten Unterwasserlärm zu verringern.
Das BSH war aktiv an dem Prozess beteiligt
Jnd unterstützt die Umsetzung In Deutsch-
land, unter anderem mit einem Runder
Tisch.
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Jahresbericht 2023
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