2.3 Wetterlagen
System Nordsee
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Die früher für die Wetterlagen angegebenen mittleren Lebensdauern (Tab. 2-10,
S.56), die im Kontext der Markovkette den mittleren Verweilzeiten des Systems in
gleichen Zuständen entsprechen, lassen sich in der Circosgraphik als Verhältnis der
Bogenlänge eines Ringsektors zur darin enthaltenen Bogenlänge des Übergangssta
pels ableiten. Mit 21/13 = 1,6 (2006) und 36/14 = 2,6 Tagen (2007) stehen die mitt
leren Verweilzeiten der NE-Lage in besonders starkem Kontrast (Abb.2-9). Auch die
Persistenz (und Häufigkeit) der NW-Lage fiel im Jahr 2007 deutlich höher aus als im
Jahr 2006, während das Gegenteil für die SW-Lage zutrifft. Im Mittel über alle Wet
terlagen sind die absoluten Abweichungen zwischen beiden Jahren hinsichtlich der
Selbstübergänge doppelt so groß wie für alle Übergänge zu anderen Wetterlagen. Im
Vergleich zum klimatologischen Jahr ergibt sich hierfür jeweils ein Faktor von fast 3.
Die Anomalien im Gesamtvorkommen der einzelnen Wetterlagen sind demnach in
erster Linie durch häufigere oder seltenere Selbstübergänge bzw. Fluktuationen der
Verweildauer zustande gekommen. Anders und im Bild des Ballspiels ausgedrückt:
Ein Spieler hat nicht deshalb ungewöhnlich viele (oder wenige) Ballkontakte, weil er
häufiger (seltener) angespielt wird, sondern, weil er länger (kürzer) als normalerweise
am Ball bleibt. Inwieweit diese starke Tendenz lediglich eine Besonderheit der Jahre
2006 und 2007 darstellt, wurde bislang nicht geprüft.