Die Küste, 76 (2009), 205-224
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haben (RöSKE, 1997). Außerdem wird nur dann ein gültiger Wert berechnet, wenn von den
drei Stationen Ems, UFS Deutsche Bucht und Helgoland und den beiden Stationen List auf
Sylt und Sankt Peter-Ording jeweils mindestens eine Station einen gültigen Wert liefert. So
mit ist gewährleistet, dass sowohl eine Station im Norden und Süden des Gebietes als auch
eine Land- und eine Küstenstation in die Berechnung eingeht. Die Winddaten des UFS Elbe
wurden nicht verwendet, da das Feuerschiff nach dem Kentern in der Nacht zum 4. Dezem
ber 1999 aus dem Verkehr gezogen wurde.
Für die Analyse werden die Eintrittszeiten der beobachteten Windstauwerte auf volle
Stunden gerundet und dem vektoriell gemittelten Wind zugeordnet. Der geringste Standard
fehler s wird überwiegend bei der Verwendung des Mittelwindes der zweiten vollen Stunde
vor Eintritt des Hochwassers erreicht. Einzig am Pegel Hörnum ist dies nicht eindeutig zu
erkennen. Dabei könnte die Ursache in der sehr geschützten Lage des Pegels an der Leeseite
der Insel Sylt im Hörnumer Hafen begründet sein.
Sofern die Windrichtungen der verwendeten Stationen eine sehr heterogene Verteilung
zu einem bestimmten Zeitstempel aufweisen, führen entsprechende Datensätze zu einer Ver
schlechterung der Anpassungsgüte. Deshalb wird ein Homogenitätsindex 7 h eingeführt, der
anhand der Komponenten u i und v i der Windvektoren ermittelt wird (Feller et ah, 1997).
Es gilt:
[(£,„,)-■+(£, v,)T' 2
Zfy+vr’) 1 '-
Für die Herleitung der dargestellten Ergebnisse werden nur auflandige Windrichtungen
<p mit 180° < <p < 360° verwendet. Zudem werden nur die Datensätze genutzt, die einen
Homogenitätsindex größer als 0,9 aufweisen. Insgesamt stehen somit für die weiteren Be
rechnungen in Abhängigkeit vom Pegel zwischen 4.232 und 5.956 Datensätze zur Verfü
gung.
Die ermittelten Regressionsgleichungen werden für die Darstellungen bis 26,0 m/s
extrapoliert. Eine weitere Extrapolation ist nicht gültig, da die einleitend beschriebenen phy
sikalischen Gesetzmäßigkeiten für größere Windgeschwindigkeiten nicht gegeben sind.
Die Regressionskoeffizienten /z für alle Pegel sind in Tab. 2 aufgeführt. Insgesamt
schwanken die Regressionskoeffizienten b Q zwischen 9,73 cm am Pegel St. Peter-Ording und
-5,52 cm am Pegel Pellworm. Sie liegen damit in derselben Größenordnung wie in (Müller-
Navarra et ah, 1999) und stellen eine Wasserstandssituation bei sehr geringen Windge
schwindigkeiten dar. Die Regressionskoeffzienten b x und b 2 sind alle signifikant und weisen,
mit Ausnahme der Pegel Husum und Süderhafen bei b 2 , ein negatives Vorzeichen auf. Wäh
rend die Regressionskoeffizienten b 3 alle signifikant sind und ein negatives Vorzeichen besit
zen, weisen die Regressionskoeffizienten b 4 mit Ausnahme der Pegel Husum und Süderhafen
ein positives Vorzeichen auf. Der p 4 -Wert der Pegel Dagebüll, Husum, Schlüttsiel, Süder
hafen und Wyk ist nicht signifikant.