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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. — Kr. i. 1Ö26.
Simpson York um 3.4, Great Whale-River um 2.3 und Churchill um 7.4° C. Für das Gebiet westlich
von Winnipeg und südlich von Prince Albert — mit Ausnahme des Nordostens von Saskatchewan —
setzt Stupart 10° Maimittel an.
Daß sich andrerseits am nordöstlichen Ausgange des Hudsonmeers, in Port Laperriere (Digges-Insel)
und Port de Boucherville (Nottingham-Insel) die mittlere Maiwärme noch auf — 4.6 und — 4.1 C.
hält, ist bei der Lage unmittelbar an der Eisquelle nicht anders zu erwarten.
Ein ähnliches Bild wie die Monatsmittel zeigen im Mai die mittleren Höchst- und Niedrigsttemperaturen,
nämlich recht niedrige, nach Norden zu normal abnehmende Temperaturen auf beiden Küsten
des Hudsonmeers und ’bedeutend höhere in Winnipeg, Ghipewyan und Fort Simpson. Etiwas anders
verhalten sich die absoluten Höchst- und Niedrigsttemperaturen: Während die letzteren in ihrer Gesamtheit
mit ihrer Niedrigkeit die Abweichung vom Innern ungefähr beibehalten, nähern sich von den absoluten
Höchsttemperaturen diejenigen von Moose und York stark denen ihrer entsprechenden Binnenorte.
(Moose 25.6 — Winnipeg 28.6, York 24.0 — Chipewyan 24.2° C!)
Was die Schwankungsverhältnisse im Mai anbetrifft, so zeigen bei den mittleren Extremen alle
Hudsonmeerstationen, bei den absoluten Churchill und Great Whale-River, als am Wasser gelegen, die
geringsten Schwankungen. Es folgen bei den mittleren Extremen die 3 Binnenstationen, bei den absoluten
Extremen 'die 3 Binnenstationen und zuletzt erst Moose und York Faktory, bei denen der Unterschied
zwischen den hohen Höchst- und den niedrigen Niedrigsttemperaturen ins Auge fällt.
Hinsichtlich der Hudsonmeerstationen allein tritt bei den Schwankungen ein gewisser Gegensatz
zwischen der West- und der Ostküste hervor: Great Whale River hat geringere Schwankungen als die
Stationen der Westküste- Das liegt daran, daß seine Niedrigsttemperaturen, mittlere und absolute,
(mit einer Ausnahme: Moose, mittl. Niedrigsttemp.) durchweg am höchsten sind.
Für den Temperaturgang während der 3 eigentlichen Sommermonate, Juni, Juli, August, ist
kennzeichnend und sehr bemerkenswert, daß sich der Gegensatz zwischen West- und Ostküste des
Hudsonmeers, der im Mai leise anklingt, scharf herausentwickelt und herrschend wird. Auf der Westküste
ist Churchill infolge der erwähnten besonderen Windverhältnisse (westliche Winde in Moose
und York, östliche in Churchill!) relativ ungünstiger mit Wärme bedacht als York und Moose.
Mittlere Temperaturen:
Juni
Juli
Aug.
Moose
12.2
17.0
15.0
York
9.6
14.8
12.4
Churchill
5.7
11.9
IO.ö
Great Whale River .
5.8
9.9
7.6
Moose und York haben in 3 Monaten verhältnismäßig hohe Temperaturen, namentlich im Juli.
Moose erreicht mit 17° bald deutsches Julimittel, entspricht also europäischen Orten gleicher geographischer
Breite ungefähr. 147 ) York desgleichen und sogar auch Churchill haben ihrer Breitenlage nicht
ganz unentsprechende Julimittel.
Damit geht Hand in Hand eine Äenderung im Verhältnis der mittleren Temperaturen der Westküste
zu denen der 3 Binnenorte Winnipeg, Chipewyan und Fort Simpson: Im Juni besteht der Maiabstand
(5—7° C.) zwar noch fort, aber im Juli und Aug. nähern sich die entsprechenden Temperaturen
einander. (2—4° C. Abstand.) Auch die mittleren und die absoluten Extreme bieten ein ähnliches Bild:
Besonders zu bemerken ist nur, daß sich die Annäherung der absol. Höchsttemperatur an die hinnenländische
in Moose und York bereits im Juni vollzieht, daß ebenfalls im Juni das absol. Maximum von
York das von Chipewyan um 0.2° C. übertrifft, und daß die absoluten Juli- und August-Minima Yorks
höher sind als die Chip ewyans.
So sind schließlich auch die Beträge der Schwankungen denen der Binnenorte ähnlicher. Die
mittleren Schwankungen nehmen an der Westküste des Hudsonmeers vom Mai her durchweg zu, im
Innern mit Ausnahme von Fort Simpson etwas ab, bei den absoluten Schwankungen ist das letztere
147) Vgl. Braun, Deutschland I, S. 27 ff. (Es sind dort wirkliche, nicht auf den Meeresspiegel red. Temperaturen!)