"Vafel zur Verbesserung der Länge oder des Stundenwinkels.
Tafel zur Verbesserung der Länge oder des Stundenwinkels für
eine Aenderung der Breite und ähnliche Hülfstafeln,
Von Kapt.-Lieut. a. D. Rottok.
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Tafeln, wie sie das von dem Hydrographischen Amte herausgegebene
„Handbuch der Navigation“ Seite 266 und 267 enthält, sind für die praktische
Navigation von grofsem Werthe, indem sie manche Aufgaben vereinfachen und
erleichtern, Zeit und Arbeit ersparen und wie die meisten solcher Hülfstafeln
zur Vermeidung von Rechenfehlern beitragen. Die verschiedenen gelegentlichen
Anwendungen, die man von den Tafeln machen kann, seien hier unerwähnt
und nur diejenigen hervorgehoben, bei denen sie durch den häufigen Gebrauch
von besonderem Nutzen sind. Dieselben gestatten, eine mit fehlerhafter Breite
berechnete Länge direkt zu verbessern, sobald der Fehler in der Breite bekannt
ist, und ersparen daher die Wiederholung der Rechnung mit der richtigen Breite.
Sie sind daher vor allen Dingen bestimmt, wie auch das „Handbuch der Navigation“
anführt, um bei den täglichen Besteckrechnungen au Bord Verwendung zu finden,
wenn man, wie es gewöhnlich geschieht, am Vormittage nach gemachter Höhen-
beobachtung mit einer gegifsten Breite die Länge berechnet und erst nach der
Mittagsobservation die richtige Breite findet; man hat alsdann nur nöthig, für
den Fehler in der Breite nach den Tafeln die errechnete Länge zu verbessern,
um die richtige Länge zur Zeit der Beobachtung zu erhalten. In gleicher Weise
lassen sich die Tafeln mit Vortheil benutzen bei der Lösung des Sumner’schen
Problems, welches gleichfalls zu den allgemeinsten und häufigsten Aufgaben der
Navigation zählt. Anstatt für jede Höhenlinie mit zwei verschiedenen Breiten
zwei Längen zu berechnen, rechnet man nur je eine Länge und findet die
zweite mit Hülfe der Tafeln.
Wenn die Tafeln für den täglichen Gebrauch bestimmt sind, so lohnt es
sich wohl, noch eine Vereinfachung derselben anzustreben. Hine solche läfst
sich erreichen, wenn man an Stelle der in denselben gebrauchten Argumente
Stundenwinkel und Deklination das Argument Azimuth einführt, Hierdurch ver-
schmelzen die beiden Tafeln zu einer einzigen, aus welcher sich die Gesammt-
korrektion unmittelbar entnehmen läfst.. Wenn schon hierdurch die Rechnung
und das Nachschlagen gekürzt wird, so tritt vor allen Dingen dadurch eine
Vereinfachung und Krleichterung ein, dafs die Anwendung der Korrektion
sicherer und bequemer wird. Die Regel, wie sie das „Handbuch der Navigation“
angiebt, unterscheidet zu viel verschiedene Fälle, und wenn sich dieselben auch
etwas zusammenziehen lassen, so erfordert doch immer noch die Anwendung
von zwei verschiedenen Vorzeichens fähigen!) Korrektionen mehr Ueberlegung
und giebt eher zu einem Versehen und Irrthum Anlafs, als eine Korrektion,
Da mir solche Tafeln an Bord aufserordentlich gute Dienste geleistet haben, so
stehe ich nicht an, sie hier wiederzugeben.?)
In dem zwischen Zenith, Pol und Gestirn gebildeten Dreiecke ist
cosz = cosp.cosb + sinp.sin b. cos £
wenn z = 90°—h das Komplement der Höhe,
p=90°—d » „ Deklination,
b= 90°—0 ww} „ Breite,
£ den Stundenwinkel
bedeutet, .
Die Gleichung, nach b und t difforentäirt, giebt:
0 = —cosp.sinb. db + sin p.cos b. cos t. db — sin p. sin b. sin. dt
(sinp.cos b. cost — sin b. cos p) db = sinp. sin t. sin b, dt.
1) Streng genommen ist auch die erste Korrektion, wie es das Handbuch annimmt, nicht
immer positiv, sondern negativ, wenn der Stundenwinkel gröfser als 6 Stunden ist, wenn dieser Fall
in.der Praxis auch selten vorkommt.
%) Bereits an Bord S. M. S. „Hertha“ wurden auf Anregung des Kapt,-Lieut. Graf v. Pfeil
solche Tafeln, ausführlicher wie sie jetzt von mir berechnet sind, aufgestellt und während der drei-
;ährigen Reise des Schiffes 1869—1872 verwendet,