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Full text: Jahresbericht 1997

Nautische Hydrographie 
Datensätzen könnten Anzeigefehler dem System 
hersteller zu Unrecht angelastet werden. Zum 
Beispiel haben die Datenhersteller mit ihren Digi- 
talisierungs- und Objektivierungswerkzeugen die 
Möglichkeit, Kartenelemente so zu maskieren, 
daß sie vollständig von der Darstellung ausge 
schlossen werden. Es könnten dadurch sogar 
„Safety Contours“, d. h. Linien, die den gefähr 
lichen von dem ungefährlichen Tiefenbereich 
deutlich trennen sollen, unterdrückt werden. Ein 
Nichtauslösen des Tiefenalarms kann aber auch 
auf eine unvollständige Objektbildung des Daten 
satzes zurückzuführen sein. Weiterhin können 
den Geometrien von Objekten besondere Eigen 
schaften wie zum Beispiel „Position angenähert“ 
hinzugefügt werden. Dieses sollte bei der Alarm 
behandlung berücksichtigt werden. Die Prüfung 
dieser Systemfunktionen und der Darstellung ist 
nur in solchen Testdatensätzen möglich, in denen 
derartige Punktobjekte enthalten und bekannt 
sind. Ebenso kann eine plausible Kontrolle der 
Detailinformationen (s. o.) auch nur mit einem be 
kannten Datensatz vorgenommen werden. Sonst 
ist nicht feststellbar, ob alle im Datensatz enthal 
tenen Informationen angezeigt werden. Des wei 
teren wurde die Erkenntnis gewonnen, daß Ein- 
und Ausblendungen von Karteninhalten bei Maß 
stabsänderungen der Kartendarstellung auch an 
Einträge in dem Datensatz gebunden sind. Die 
bisherigen Annahmen gingen davon aus, daß be 
obachtete Ein- und Ausblendungen ausschließ 
lich vom System ausgelöst werden. 
Nach dem bisher Gesagten ist ein Testda 
tensatz für alle ENCs spezifizierten Objekte erfor 
derlich als Bedingung für eine vollständige Prü 
fung. Ein solcher Testdatensatz ist bei der IHO 
z. Zt. in Entwicklung. Zusätzlich besteht die Mög 
lichkeit, in einem für FS Gauß ungefährdet be 
fahrbaren Seegebiet real nicht vorhandene 
Gefahren in den betreffenden ECDIS-Datensatz 
einzufügen, um die unterschiedlichsten, von dy 
namischen Vorgängen abhängigen Alarmbe 
handlungen in relativ kurzer Zeit mit fahrendem 
Schiff testen zu können. 
Für ECS-Anlagen, die die für ECDIS vorge 
sehenen Testdatensätze nicht verarbeiten kön 
nen, ist es wegen fehlender Normierung nicht 
möglich, spezielle Testdatensätze zu erstellen. 
ECS-Anlagen gibt es in einer großen Varia 
tionsbreite, die zum Teil mit unterschiedlichen, 
firmenspezifischen Datenformaten arbeiten. 
Vergleichbare Alarmbehandlungen stehen 
bei RCDS nicht zur Verfügung. Als Testdaten soll 
ten hier Karten unterschiedlicher Projektionen 
und repräsentativer Karteninhalte verfügbar sein. 
Die Prüfung des kartographischen Anteils 
als Bestandteil der nautisch-technischen 
Ba umusterprüfung 
Die Ergebnisse der bisher beschriebenen 
Prüfungsabläufe gewährleisten nach einem voll 
ständigen Abschluß, daß alle auf das elektroni 
sche Seekartensystem anwendbaren Visualisie 
rungsregeln umgesetzt worden sind und die 
geforderten Darstellungsgenauigkeiten eingehal 
ten werden. Auch wurden „Werkzeuge“ wie z. B. 
elektronische Peillinien und variable Entfernungs 
meßringe sowie Cursorsymbole mit ihren alpha 
numerischen Meßwertanzeigen geprüft. 
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