Meereskunde
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Zahlreiche amerikanische Eiskarten und Berichte von den arktischen und antark
tischen Gewässern wurden überarbeitet und per Telekopierer via INMARSAT zur
Beratung direkt an PFVS „Polarstern“ und MS „World Discoverer“ weitergegeben.
Mit Hilfe eines von der Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und
Raumfahrt (DFVLR) ausgeliehenen dezentralen Terminals zur sofortigen Bildver
arbeitung der Satellitendaten ließ sich die Qualität der Eiskarten von der westli
chen Ostsee deutlich verbessern.
Der Austausch von Eismeldungen mit den von der Vereisung betroffenen Anlieger
staaten der Nord- und Ostsee verlief reibungslos, Das Seewetteramt beriet in
gewohnter Weise den Eisdienst meteorologisch.
Die deutschen und polnischen Eisbeobachtungen des vergangenen Winters wur
den in die Eisdatenbank übernommen, ebenso die Daten der Eiserkundungsflüge
und der Schiffsberichte.
Durch die vorgenommene Umstrukturierung der Eisdatenbank können statisti
sche Angaben direkt mit dem Datenbanksystem erzeugt werden. Der Bedarf an
Speicherplatz und Rechnerzeit wird zum Teil erheblich reduziert. Mit Hilfe eines
interaktiven Programmsystems lassen sich nun mehrere routinemäßig weiter zu
verwendende Arbeitsprodukte insbesondere für statistische Zwecke herstellen.
Bei der klimatologischen Bearbeitung des Eises der westlichen Ostsee zeigte sich,
daß die Eismenge der Winter seit 1897 von nur wenigen die Winterkälte charakte
risierenden Größen bestimmt Wird; es sind die bis zum Winterende aufsummierten
Tagesmittelwerte der Lufttemperatur von unter -2 °C, die Verteilung dieser Tages
mittelwerte während des Winters und die Trockenheit der Luft, jeweils ausgegan
gen von demselben Wärmeinhalt der See.
Die Arbeiten am Program for International Polar Ocean Research (PIPÖR) liefen
Weiter. Gemeinsam mit Finnland und Schweden wurden die Datenanforderungen
für die Erfassung der Eisbedeckung der Ostsee durch Sateiliten-Radaraufnahmen
in Echtzeit festgelegt.
Reedereien, Makler, Versicherer und Industriebetriebe erhielten 18 Gutachten.
2,2.2.3 Erdmagnetischer Dienst
Erdmagnetisches Observatorium Wingst:
Die erdmagnetischen Variationen wurden mit dem. digitalen Registriersystem er
faßt und auf Magnetband gespeichert. Registrierlüeken wurden über das alte
analoge System aufgefüllt; die Basen beider Systeme wurden mit dem Protonen-
Komponenten-Magnetometer (Horizontal- und Vertikalkomponente, Totalintensi
tät und relative Deklination) und dem Stationstheodoliten (absolute Deklination)
laufend kontrolliert.
Wie in den Vorjahren wurde das alte Observatoriumsniveau der Horizontalintensi
tät über eine Messung nach Lamont mit Stationstheodolit und Schwingkasten
reproduziert. Die Differenz gegen das neue Bezugsniveau (Internationaler Magne
tischer Standard, seit 1981 gültig für Wingst) ist weiterhin stabil; das ist ein
Zeichen für die Güte der Basisinstrumente.
Demselben Zweck diente eine Vergleichsmessung mit Wingster Instrumenten im
Geophysikalischen Observatorium Fürstenfeldbruck. Für den korrekten Anschluß
waren in Wingst Sockeldifferenzmessungen in allen Elementen und eine Neuver
messung des Absolüthauses über die Totalintensität vorangegangen.
Die Ergebnisse geodätischer Messungen des Niedersächsischen Landesverwal
tungsamtes von 1984 lagen vor. Wingst war an das neue Netz der trigonometri
schen Punkte zweiter Ordnung angeschlossen worden. Die Rechnung ergab, daß