Erläuterungen und Begriffsbestimmungen
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1. Bezugsflächen
Seekartennull (SKN)
ist die Nullfläche, auf die sich die Tiefenangaben
in einer Seekarte und die Höhe der Gezeit in den
Gezeitentafeln beziehen.
Das Seekartennull wird gewöhnlich so tief festge
legt, dass die verfügbaren Wassertiefen nur aus
nahmsweise, nämlich bei einem gelegentlich be
sonders niedrigem Niedrigwasser unterschritten
werden.
Nordsee:
Die Festsetzung des Seekartennulls in Gezeiten
gebieten dient der Sicherheit der Schifffahrt In fla
chen Gewässern. Auf Grund der unterschiedlichen
Größe des Tidenhubs treten die Niedrigwasser an
den einzelnen Orten eines Seegebiets verschie
den tief ein und somit variiert das SKN von Ort zu
Ort, d.h.das Seekartennull ist keine ebene Fläche,
sondern eine mannigfach gewellte Fläche (Siehe
Jahreswerte deutscher Bezugsorte, Seite 208).
Bis Ende Dezember 2004 orientierte sich das
Niveau des SKN Im Bereich der deutschen Nord
seeküste an der Höhe des örtlichen mittleren
Sprlngnledrlgwassers (MSpNW). Seit Januar 2005
wird als Grundlage für das SKN das Niveau des
niedrigsten Gezeitenwasserstandes NGzW (eng
lisch: Lowest Astronomlcal Tide, LAT) verwendet.
Aus 19 Jahren Vorausberechnungen wird der
niedrigste Wert herausgesucht und als NGzW
definiert. Das SKN Ist ungefähr gleich dem NGzW-
Wert, dieses gilt nicht In den Flüssen und Neben
flüssen.
Ostsee:
Das Seekartennull in der Ostsee entspricht dem
mittleren Wasserstand.
Pegelnullpunkt (PNP)
Ist der Nullpunkt eines Pegels.
Beim erstmaligen Aufstellen eines Pegels wird der
Pegelnullpunkt so festgelegt, dass keine nega
tiven Wasserstände auftreten können und liegt In
der Regel bei Pegeln Im Nordseeküstengebiet und
In den tidebeeinflussten Flüssen 5 m unter NHN.
Normalhöhennull (NHN)
Ist die Nullfläche, auf die sich die Höhenangaben
von Bodenerhebungen in einer Landkarte bezie
hen.
Im 17. Jahrhundert wurde durch den Magistrat
der Stadt Amsterdam ein Ausgangspunkt für die
nationale Höhenmessung festgelegt, welcher der
durchschnittlichen Sommer-Hochwasserllnle der
Zuiderzee entsprach. Im Jahre 1818 wurde dieser
Amsterdamer Pegel als Standard für das ganze
Land festgelegt und später auch als Bezugspunkt
In verschiedene Nachbarländer, unter anderem
1879 In Deutschland übernommen. Hierfür wurde
ein Feinnivellement durchgeführt, wobei das Nor
malhöhennull vom Amsterdamer Pegel zur alten
Berliner Sternwarte mit einer Genauigkeit von
1 dm übertragen wurde. Der heutige Höhenfest
punkt des deutschen Haupthöhennetzes Ist in
Wallenhorst bei Osnabrück zu finden.
2. Gezeitengrundwerte
Ist die Bezeichnung „Mittlerer..einem Gezei
tenwert vorangestellt, bedeutet das, dass es
sich um den bestbekannten Mittelwert dieser
Größe handelt, der im Allgemeinen aus einer
längeren Beobachtungsreihe nach besonderen
Vorschriften bestimmt wurde.
Zeiten
(HWI) Hochwasser-Intervall Ist der Zeitun
terschied zwischen einem unteren oder oberen
Durchgang des Mondes durch den Nullmeridian
und dem nächstfolgenden Hochwasser.
(NWI) Niedrigwasser-Intervall ist der Zeitun
terschied zwischen einem unteren oder oberen
Durchgang des Mondes durch den Nullmeridian
und dem Niedrigwasser, das auf das zunächst
folgende Hochwasser folgt. Das Niedrigwasser-
Intervall Ist also um die Falldauer größer als das
Hochwasser-Intervall.