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Full text: 2014

Erläuterungen und Begriffsbestimmungen 
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1. Bezugsflächen 
Seekartennull (SKN) 
ist die Nullfläche, auf die sich die Tiefenangaben 
in einer Seekarte und die Höhe der Gezeit in den 
Gezeitentafeln beziehen. 
Das Seekartennull wird gewöhnlich so tief festge 
legt, dass die verfügbaren Wassertiefen nur aus 
nahmsweise, nämlich bei einem gelegentlich be 
sonders niedrigem Niedrigwasser unterschritten 
werden. 
Nordsee: 
Die Festsetzung des Seekartennulls in Gezeiten 
gebieten dient der Sicherheit der Schifffahrt In fla 
chen Gewässern. Auf Grund der unterschiedlichen 
Größe des Tidenhubs treten die Niedrigwasser an 
den einzelnen Orten eines Seegebiets verschie 
den tief ein und somit variiert das SKN von Ort zu 
Ort, d.h.das Seekartennull ist keine ebene Fläche, 
sondern eine mannigfach gewellte Fläche (Siehe 
Jahreswerte deutscher Bezugsorte, Seite 208). 
Bis Ende Dezember 2004 orientierte sich das 
Niveau des SKN Im Bereich der deutschen Nord 
seeküste an der Höhe des örtlichen mittleren 
Sprlngnledrlgwassers (MSpNW). Seit Januar 2005 
wird als Grundlage für das SKN das Niveau des 
niedrigsten Gezeitenwasserstandes NGzW (eng 
lisch: Lowest Astronomlcal Tide, LAT) verwendet. 
Aus 19 Jahren Vorausberechnungen wird der 
niedrigste Wert herausgesucht und als NGzW 
definiert. Das SKN Ist ungefähr gleich dem NGzW- 
Wert, dieses gilt nicht In den Flüssen und Neben 
flüssen. 
Ostsee: 
Das Seekartennull in der Ostsee entspricht dem 
mittleren Wasserstand. 
Pegelnullpunkt (PNP) 
Ist der Nullpunkt eines Pegels. 
Beim erstmaligen Aufstellen eines Pegels wird der 
Pegelnullpunkt so festgelegt, dass keine nega 
tiven Wasserstände auftreten können und liegt In 
der Regel bei Pegeln Im Nordseeküstengebiet und 
In den tidebeeinflussten Flüssen 5 m unter NHN. 
Normalhöhennull (NHN) 
Ist die Nullfläche, auf die sich die Höhenangaben 
von Bodenerhebungen in einer Landkarte bezie 
hen. 
Im 17. Jahrhundert wurde durch den Magistrat 
der Stadt Amsterdam ein Ausgangspunkt für die 
nationale Höhenmessung festgelegt, welcher der 
durchschnittlichen Sommer-Hochwasserllnle der 
Zuiderzee entsprach. Im Jahre 1818 wurde dieser 
Amsterdamer Pegel als Standard für das ganze 
Land festgelegt und später auch als Bezugspunkt 
In verschiedene Nachbarländer, unter anderem 
1879 In Deutschland übernommen. Hierfür wurde 
ein Feinnivellement durchgeführt, wobei das Nor 
malhöhennull vom Amsterdamer Pegel zur alten 
Berliner Sternwarte mit einer Genauigkeit von 
1 dm übertragen wurde. Der heutige Höhenfest 
punkt des deutschen Haupthöhennetzes Ist in 
Wallenhorst bei Osnabrück zu finden. 
2. Gezeitengrundwerte 
Ist die Bezeichnung „Mittlerer..einem Gezei 
tenwert vorangestellt, bedeutet das, dass es 
sich um den bestbekannten Mittelwert dieser 
Größe handelt, der im Allgemeinen aus einer 
längeren Beobachtungsreihe nach besonderen 
Vorschriften bestimmt wurde. 
Zeiten 
(HWI) Hochwasser-Intervall Ist der Zeitun 
terschied zwischen einem unteren oder oberen 
Durchgang des Mondes durch den Nullmeridian 
und dem nächstfolgenden Hochwasser. 
(NWI) Niedrigwasser-Intervall ist der Zeitun 
terschied zwischen einem unteren oder oberen 
Durchgang des Mondes durch den Nullmeridian 
und dem Niedrigwasser, das auf das zunächst 
folgende Hochwasser folgt. Das Niedrigwasser- 
Intervall Ist also um die Falldauer größer als das 
Hochwasser-Intervall.
	        
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