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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

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12, Reise der Bremer Bark „Fürst Bismarck‘“, Kapt. C. 6. Keller. 
Die Bremer Bark „Fürst Bismarck“ Kapt. Keller, auf einer Reise von 
Bremen nach Rangoon begriffen, stand am 1. Oktober 1877 in 48,9° N-Br und 
6,5° W-Lg ausserhalb des Kanals. Mit vorherrschenden nordöstlichen und süd- 
östlichen Winden die Reise fortsetzend, erreichte man am 6. Oktober 40° N-Br 
in 17° W-Lg und 30° N-Br am 10. Oktober in 20,2° W-Lg. In etwa 26° N-Br 
und 22° W-Lg erhielt die Bark einen mässigen Passatwind, mit welchem die 
Reise westlich der Kap Verde’schen Inseln fortgeführt wurde. Zwischen 
ungefähr 6° und 8° N-Br war das Wetter sehr böig und unbeständig; der 
damit verbundene veränderliche Wind gestattete keinen guten Fortgang. Nach 
kurzer Windstille kam dann SW-Wind durch, welcher allmählich südlicher wurde 
und bereits in 3,5° N-Br und 24,6 W-Lg als frischer SE-Passat wehte. Da 
die Bark am 30. Oktober in 28,6° W-Lg den Aequator kreuzte, so war zur Durch- 
segelung der Distanz von 10° N-Br ab die Zeit von 10 Tagen gebraucht worden, 
also nur ein Tag mehr, als die von Maury für diesen Monat angegebene Durch- 
schnittsdauer. Durch den SE-Passat ging die Reise nun wieder rascher vor 
sich, und die Bark schnitt 10° S-Br in 31,0° W-Lg am 2, November und 
20° S-Br am 6. November in 29,7° W-Lg in Sicht der Insel 7rinidad. Der 
Passatwind nahm hier eine östliche Richtung an, und da später der Wind 
nördlich wehte, konnte schon von Trinidad ab ein Kurs östlich von Süd 
gesteuert werden. Nachdem noch einmal der SE-Passat durchgedrungen war, 
wurden Nord- und NE-Winde vorherrschend, bis in 37° S-Br und 17° W-Lg 
die Winde eine entschieden westliche Richtung annahmen. Den Meridian von 
Greenwich passirte das Schiff am 22. November in 39,6° S-Br, 23 Tage nach 
dem Passiren der Linie, und von günstigen West-Winden getrieben, die nur an 
einem Tage durch südöstliche unterbrochen wurden, erreichte es den Meridian 
des Kap der guten Hoffnung am 27, November in 41,1° S-Br. An diesem Tage 
wehte ein stürmischer WSW-Wind (8), der von Böen mit Hagel und Regen 
begleitet war. Der beobachtete niedrigste Luftdruck war 746,9mm. Bis in 
etwa 70° O-Lg hielt sich die Bark zwischen den Parallelen 39° und 41° S-Br, 
woselbst eine sehr günstige Gelegenheit getroffen wurde. Von 70° O-Lg, 
welcher Meridian in 39,0° S-Br am 7. December geschnitten wurde, schlug das 
Schiff bei vorherrschend nordwestlichem Winde einen nordöstlichen Kurs ein 
und stand am 11. December in 30° S-Br und 85,7° O-Lg. In dem letzten 
Etmal war der Wind von NW durch West. und Süd bis SE gegangen, worauf 
er sich aus letzterer Richtung als Passatwind festsetzte. Mit dem mittlerweile 
aus einer recht östlichen Richtung wehenden Passate kreuzte man 20° S-Br in 
88,4° O-Ly am 14. December und 10° S-Br in 90,5° O-Lg am 16. December. 
Eine ziemlich bedeutende westliche Versetzung war im Passat gespürt worden. 
Je nördlicher das Schiff kam, desto schwächer wurde der Passat, und als am 
22. December in 92,7° O-Lg der Aequator erreicht war, endete der Passat in 
einer Windstille,. Obwohl man alles Andere cher hätte erwarten können, kam 
dennoch nochmals ein schwacher S—SE-Wind durch, während der in der 
Rogel zwischen 10° S-Br und der Linie herrschende Westmonsun dieses Mal 
gar nicht angetroffen wurde. Nur zwischen 2°—B5° N-Br verschafften sich schwache 
West-Winde Geltung, bis sie in 7° N-Br durch den NE-Monsun wieder ver- 
drängt wurden, zur selben Zeit als man die Nicobaren gichtete. Der NE-Monsun 
führte das Schiff bis 90,6° O-Lg in 14,1° N-Br. Nunmehr flaute derselbe 
allmählich ab. Hierauf folgten erst schwache, später frische, veränderliche 
Winde aus den westlichen Quadranten, mit denen über St. B. auf den Bestim- 
mungsplatz zu gesteuert wurde. Am-:4. Januar 1878 ankerte „Fürst Bis- 
marck“ unweit China Bakeer vor der Mündung des Rangoon-Flussea nach 
95ötägiger Reisedauer. 
Von Rangoon versegelte die Bark nach Bassein, um diesen Hafen am 
4. März 1878, nach Falmouth für Ordre bestimmt, wieder zu verlassen. Der zuerst 
mässige NE-Wind ging am zweiten Tage in den NE-Monsun über, wobei der 
Kapitain bemerkte, dass derselbe meistens am Morgen an Stärke zunahm, gegen 
Abend aber schwächer wurde. Das Schiff passirte westlich der Andamanen 
und Nicobaren und verfolgte in der Nähe von 90.° O-Lg einen fast süd- 
lichen Kurs. Am Aequator in 89.2° O-Le hatte am 14. März der NE-Monsun
	        
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