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Einiges über Santos.
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Tagesordnung. Sie werden besonders dadurch gefördert, dafs die englischen und
amerikanischen Schiffe ihre Leute gröfstentheils ablöhnen und nachher wieder
neue gebrauchen. ; ;
Alle Schiffe werden durch Stauer gelöscht, wofür 2/2 bis. 3'/2 Mlrs. die
Tonne zu zahlen. ist. Für etwa dabei angestellte eigene Leute werden dem
Schiffe 6 bis 7 Mlrs. pro Mann und Tag vergütet, Die Entlöschung eines. Schiffes
dauert gewöhnlich die in der Chartepartie festgesetzte Zeit, obgleich in einem
Tage 100 .Tonnen Kohlen gelöscht werden können. Der gröfste Zeitverlust ent-
steht dadurch, dafs die Schiffe nach ihrer Ankunft meistens 8 bis 20 Tage auf
einen Löschplatz warten müssen. Kinige Kaufleute betrachten die Schiffe
geradezu als Packhäuser und benutzen die Liegezeit, um die Ladung nach und
nach aus ihnen zu verkaufen. Darunter haben namentlich die Reisschiffe zu
leiden. Für das Reislöschen vermittelst Stauer hat man 100 bis 300 Rs. den
Sack zu zahlen. Die Entlöschung einer Stückgutladung nimmt besonders viel
Zeit in Anspruch. Als Ursache. dieses Umstandes stelit sich in den‘ meisten
Fällen heraus, dafs die Kaufleute mit der Bezahlung des für die zu löschenden
Güter zu entrichtenden Zolls im Rückstande sind. Chartepartien mit der Klausel,
zu löschen nach „Custom of the port“, sollten nach den schlimmen Erfahrungen,
die man mit derselben in Santos gemacht hat, ganz ausgeschlossen sein, da man
sonst vollständig der Willkür des Empfängers preisgegeben ist. Schiffe, die laut
Vertrag an der Eisenbahnbrücke zu löschen haben, müssen ebenfalls manchmal
warten, bevor sie einen Platz bekommen können. Das Brückengeld beträgt,
ainschliefslich Benutzung eines Dampfkrahns, täglich 30 Mlrs., ohne einen solchen
8 Mlrs. Die meisten Dampfkrähne sind aber schon seit längerer Zeit aufser
Dienst gestellt, und. darf man auf die Hülfe eines solchen nicht rechnen. Der
Wasserstand erlaubt Schiffen mit einem Tiefgange bis zu 21 Fuß, an die Brücke
zu legen; während unserer Anwesenheit löschten gleichzeitig 5 bis 6 Schiffe an
derselben.!) Die neuen Kajen sind vorzüglich angelegt, und wenn dieselben erst
fertig gestellt sind, wird Santos der besteingerichtete Hafen Brasiliens sein. An
den Kajen wurde fleifsig gebaut, Tag und Nacht, auch an Sonn- und Festtagen.
Wegen Mangels an Transportmitteln geht das Löschen an der Kaje zur Zeit nur
noch langsam von statten; im allergünstigsten Falle können in einem Tage bis
zu 40 Tonnen gelöscht werden.
Die Abgaben für Schiffe, die an die neue Kaje legen, sind ziemlich hoch.
Sie betragen pro Tag 500 Reis für jeden Meter der Schiffslänge, gemessen von
der äufsersten Spitze des Klüverbaums oder des Bugspriets bis zum äufsersten
Punkt des Hecks, und 1'/2 Mirs. für jede Tonne Ladung, die gelandet wird. An
den Privatbrücken werden den Schiffen pro Tag 40 bis 100, im Durchschnitt
80 Mlrs. berechnet und aufßserdem noch 20 bis 30 Mlrs. für Planken zur Her-
stellung einer Verbindung zwischen Schiff und Brücke und für das Festmachen
der Trossen in den Ringen am Lande. Die erstgenannte Abgabe ist für alle
Tage, Sonn- und Festtage eingeschlossen, zu entrichten. Kine deutsche Bark
hatte allein an Brückengeld, um eine Stückgutladung zu löschen, über 4000 Mlrs.
zu zahlen.
Schiffe, die an der neuen Kaje löschen, müssen, auch wenn sie laut
Kontrakt ‚vom Kajegelde befreit sind, doch thatsächlich solches entrichten, und
zwar in Form von sogenannten Hafenunkosten (Feuergeld u. :s, w.). Mehrere
Schiffe mußten diese Abgabe bezahlen. oder doch bis zur gerichtlichen Entschei-
dung deponiren, trotzdem sie nach: dem Wortlaut .ihrer Chartepartie von der-
selben befreit zu sein: glaubten. Man mufs also bei einem Frachtabschlufs
nach Santos sich über die Bedeutung der Klausel „Frei vom Werftgelde“, ver-
gewissern.
Für den Steinballast zahlt man 8 bis 9 Mlrs. die Tonne von 1000 Kilo-
gramm und-aufßerdem, was kaum glaublich, einen Ausfuhrzoll von !/a Mlrs.; das-
selbe Quantum Sandballast ist für 4 bis 6 Mlrs. frei von Ausfuhrzoll zu
bekommen. Dennoch sind Steine vorzuziehen, weil Sandballast in den meisten
zunächst von hier aus zu besegelnden Hafenplätzen für das Schiff einen längeren
Quarantäne-Aufenthalt und große Unkosten zur Folge hat.
*) Ueber die gegenwärtige Wassertiefe an den Brücken in Santos siehe „Nachr, f, Seef.“,
1895, No. 1379.
Ann. d. Hydr. ete., 1896, Hoft I.