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können uud das Wasser entweder in Fässern gerollt, oder durch einen ca 250m
langen Schlauch durchgepumpt werden muss. Um 1* Nachts (am 6. Februar)
setzte ich bei schönem klarem Wetter die Reise fort, in der Hoffnung, noch
gegen Abend Churucca zu erreichen, und passirte gegen 6* a. m. das Kap Froward.
Bis hierher war das Wetter, wenn auch der Wind konträr war, doch ziemlich
klar gewesen; aber kurz nachdem ich das Kap Froward passirte, fingen die
Regen- und Hagelböen an, mit fortwährend sich steigernder Stärke und Heftigkeit
zu wehen, welche bei Crocked Reach eine solche Höhe erreichten, dass ich um
J* p. m. in der Borya-Bucht ankerte. Es ist dies ein sicherer und guter Anker-
platz und scheint von den „ Willöwaws“ nicht sehr stark heimgesucht zu werden;
wir zum wenigsten fühlten dieselben nur des Abends kurz nach Sonnenuntergang.
Wasser war hier in reichlichem Maasse zu haben, doch war dasselbe, da es fort-
während und heftig regnete, nicht klar. Am 7. Februar um 10* 30° a, m., als es
etwas aufklarte, setzte ich die Reise fort, und lief des Nachmittags bei sehr schönem
Wetter durch den Long Reach. Ich hoffte, da das Barometer im Steigen begriffen
war, dass südlicher Wind aufkommen würde und wollte in dem Falle bei Kap
Pillar die Strasse verlassen, wurde jedoch durch einen starken ostversetzenden
Strom ca 3 Sm die Stunde so aufgehalten, dass ich erst um 5* 30" p. m.
Churucca passirte. Da hier der Wind umsprang, frisch aus West wehte und sich
schon hier eine starke Dünung aus West fühlbar machte, ankerte ich im Hafen
von Churucca. Ich fand hier gutes Holz und sehr gutes Wasser und füllte bis 12*
Nachts mit beiden Kuttern die Tanks. Am folgenden Tage, den 8. Februar,
war das Wetter so schlecht und dick, dass ich zu Anker blieb und möglichst
viel Holz an Bord schleppte. Am Nachmittag stellten sich die „Williwaws“
mit grosser Heftigkeit ein; die Richtung derselben war im Ganzen genommen
die der Hauptrichtung des Windes, NNW, von der Hafeneinfahrt her. Gleich-
zeitig mit einer Bö von vorne, kamen jedoch oft wüthende Windstösse von Süd
bis SW die fast senkrechten Felswände herunter. Der Hafen ist allerdings
gänzlich vom Lande eingeschlossen und von so hohen Felsen umgeben, dass
man es kaum für möglich halten sollte, dass der Wind hier Zugang finden kann;
aber der Aukergrund ist schlecht und der Boden ungemein uneben, so dass ich
genöthigt war, im Laufe des Tages fünfmal wieder Anker zu lichten, und schliess-
lich vor zwei Ankern mit je 100m Kette auf 35m Wasser liegen blieb. Am
9. Februar um 6° Morgens (nach Besteckauszug 8: Morgens) verliess ich
Churucca bei klarem Wetter, aber sehr starkem NNW-Winde, Das Barometer
hatte sich indifferent verhalten, es stand durchschnittlich auf 750mm. Um
10* a,m. lief ich in den Smyth Channel ein. Um 12° 15" passirte ich mit
langsam gehender Maschine die Connor-Inseln und erhielt drei Lothungen, wobei
die niedrigste Tiefe 14m beirug, welche nach Winkelmessung vollständig mit
den auf der Karte angegebenen Tiefen übereinstimmend war. Im nördlichen
Theil des Mayne Channel fand ich nicht unter 13m Wasser, doch setzte der
Strom stark auf Long Island zu, so dass ich, obgleich ich, nachdem die Bradboury-
Klippe auf 2 Kblg Abstand passirt war, direkten Kurs (NzW) auf die Tonne
steuerte, den Kurs um 4" allmählich ändern musste, um nicht auf Long Island
gesetzt zu werden; es war dieses kurz vor Hochwasser. Es empfiehlt sich, von
der Tonne aus auf den hohen Berg der Insel Baverstock zu steuern, bis man
die SO-Spitze der Insel Cutlar in NzO peilt. — Um 2" 35” p.m. passirte ich
die /sthmus-Bucht, setzte den vierten Kessel in Betrieb, um noch Abends nach
Mayne Harbour zu kommen. Zwischen 3'45" und 4° passirte ich Victory Pass,
während einer sehr schweren Bö, welche jedoch raum einkam. Um 4* 30” kam
eine Bö von einer orkanartigen Stärke durch, dass das Schiff, obgleich es nur
in einem spitzen Winkel von 3'/2 Strich von vorne von derselben getroffen
wurde, sich 8° überlegte. Diese Böen mit Regen und Hagel, welche auf der
Passage von Ost nach West fast immer von vorne kommen, machen das Be-
fahren dieser Gewässer ausserordentlich anstrengend und zeitweise unmöglich,
da der Regen und die Kohlen aus dem Rauchfang einem mit solcher Gewalt
in die Augen geweht werden, dass man viele Minuten gar nichts sehen kann,
während die fortwährend wechselnden Strömungen ein genaues Steuern nach
dem Kompass ausserordentlich ungenau machen, Um 8 30° p.m. erreichte
ich Mayne Harbour, doch war es bereits zu dunkel geworden, um in den Hafen
einzulaufen; ich liess deshalb das Schiff zwischen diesem Hafen und dem
Ann. d. Hydr., 1879, Heft YV (Mai).
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