Vorwort
Diese gemeinsam vom Deutschen Hydrographischen Institut und der Deutschen
Hydrographischen Gesellschaft herausgegebene Festschrift zum 125jährigen Beste-
hen der amtlichen deutschen Hydrographie setzt eine alte Tradition fort: 1911 veröf-
fentlichte das Reichs-Marine-Amt eine Schrift zum 50jährigen und 1936 das Ober-
kommando der Kriegsmarine eine weitere zum 75jährigen Bestehen. In den vorlie-
genden Beiträgen wird zusammenfassend Rückschau über die bisherigen Arbeiten
der amtlichen deutschen Hydrographie gehalten und der augenblickliche Stand bis
zur absehbaren zukünftigen Entwicklung beschrieben.
Die Bedeutung der Hydrographie für die Sicherheit und Leichtigkeit des Seever-
kehrs ist — außer bei den unmittelbar Betroffenen — weitgehend unbekannt oder
wird zumindest wesentlich unterschätzt. Ohne die Vermessung der Seegebiete und
ohne die daraus abgeleiteten Seekarten und nautischen Veröffentlichungen könnte
aber kein Schiff die Weltmeere befahren, wäre der Seehandel in heutiger Form nicht
möglich. Die Folgen für die Volkswirtschaft aller Nationen — nicht nur der seefahren-
den — wären fatal.
Heute sind im Deutschen Hydrographischen Institut — einer Bundesoberbe-
hörde im Geschäftsbereich des Bundesministers für Verkehr — 191 Mitarbeiter für
die Vermessung, die Kartographie und die nautischen Veröffentlichungen tätig. Sie
setzen das vor 125 Jahren begonnene Werk der amtlichen deutschen Hydrographie
zum Nutzen der nationalen und der internationalen Seefahrt fort.
Die im Dezember 1983 gegründete Deutsche Hydrographische Geselischaft hat
sich die Aufgabe gesetzt, alle in der behördlichen und privaten Hydrographie Tätigen
durch Seminare, fachliche Veröffentlichungen und andere Aktivitäten zu fördern
und zu unterstützen.
Möge diese Schrift dazu beitragen, daß die Arbeit der Hydrographie zum Wohle
der Schiffahrt einem weiteren Kreise als bislang bekannt werde. Allen, die daran
mitgearbeitet haben, sei herzlich gedankt.
Hamburg, den 25. September 1986
Prof. Dr.-Ing. Werner Bettac
Vorsitzender der Deutschen
Hydrographischen Gesellschaft
Dr. Gerhard Zickwolff
Präsident und Professor des
Deutschen Hydrographischen Instituts