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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

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Ozeanographie und Klimatologie des Persischen Golfes und des Golfes von Oman. 
Die. Meldungen von Stromkabbelungen beschränken sich räumlich alle 
mit einer einzigen Ausnahme auf das Gebiet der Hormus-Straße, insbesondere 
auf ihren südöstlichen Teil zwischen Musendim und Djaschk. Hier kommen starke 
Kabbelungen, auf die auch die Seekarte aufmerksam macht, zu allen Jahreszeiten 
häufig vor. Die starken, von Land eingeengten Strömungen sind die Ursachen 
hierfür. 
Im großen und ganzen betrachtet, bietet das Bild der Oberflächenströmungen 
im Persischen Golf mit ihrer der Uhrzeigerbewegung entgegengesetzten Richtung 
ein weiteres Beispiel zu den entsprechenden Bewegungen anderer Nebenmeere 
auf N-Br.; so zur Ostsee, zur Nordsee, zum Mittelmeer und da besonders wieder 
zur Adria: Wie in manchen anderen Beziehungen, haben Adria und Persischer 
Gelf besonders starke innere Ähnlichkeiten in den Naturverhältnissen; beim Strom 
scheint ein Unterschied nur darin zu bestehen, daß die Querströme oder Strom- 
schlüsse nach den üblichen Vorstallungen von der dalmatinischen Seite zur ita- 
lienischen Seite gerichtet sind ?!), also von Nordost nach Südwest, während im Per- 
sischen Golfe die entsprechenden Querströme, wie wir sahen, von Süd nach Nord 
gehen. Die zyklonale Wasserbewegung des Golfes ist in erster Linie eine Folge der 
NW-Winde (des Schemal), in zweiter Linie eine Folge des vom Ozean eindringenden 
Wassers, und sie wird drittens durch die S. 8 u. 9 beschriebene Salzgehalts- bzw. 
Dichteverteilung in Verbindung mit der Wirkung der Erdrotation bedingt. Es 
wird eine interessante und bei den geringen Tiefen auch unschwere Aufgabe der 
Zukunft sein, die ozeanographischen Zustände der Tiefwasserschichten des Per- 
sischen Golfes festzulegen. 
Der Golf von Oman nimmt demgegenüber — ganz ähnlich übrigens wie 
das Ionische Meer in Beziehung zur Adria — eine Sonderstellung insofern ein, als 
die Bewegungen seiner Oberfläche einem ziemlich stacken, vom offenen Indischen 
Ozean unmittelbar geregelten halbjährlichen Wechsel unterworfen sind. 
IV. Biologische Bemerkungen. 
In den Schiffstagebüchern finden sich viele Notizen über tiezisches Leben 
an der Oberfläche des Persischen Golfes und des Golfes von Oman; ihre Zahl ist 
im Hinblick auf die Kürze der Reisen oder, was dasselbe bei Dampferfahrten ist, 
die geringe Größe des Gebietes geradezu auffallend. Offenbar bergen diese Gewässer 
sehr viel pflanzliche und tierische Nahrung (Plankton), wie es ja oft bei solchen 
kleinen Nebenmeeren der Fall ist. Die Angaben sind begreiflicherweise zoologisch 
nicht genau und systematisch verwendbar; immerhin mögen einige Beobachtungen, 
nach größeren geographischen Unterteilen geordnet, mitgeteilt werden. Es läßt 
sich ein Unterschied zwischen Winter und Sommer vorläufig nicht feststellen. 
Im Buschehr-Feld (Meeresgebiet westlich von 52° O, nördlich von 28° N) 
wurden Schweinfische oder Springer, Delphine, Seeschlangen und fliegende Fische 
beobachtet, auch starkes Meerleuchten. Diese Angaben gelten also für den nord- 
westlichsten Teil des Golfes. 
Im Bahrein-Gebiet wird nur von Meerleuchten und Schweinfischen 
berichtet; allerdings haben wir für diese Gegend überhaupt wenige Reisen. 
In der Gegend des Ras Nabend (Mitte der persischen Seite des Golfes) 
wurden außer Seetang, intensivem Meerleuchten, Delphinen, Springern mehı- 
fach „viele Fische‘, „große Schwärme von Fischen‘ gemeldet. Dasselbe gilt für 
die Gewässer in der weiteren Umgebung von Linga; dort sind auch lange, große 
Streifen von Fischlaich, bei dem Haufen von Seevögeln sich hielten, beobachtet. 
Fast aus jedem Monat wird das Auftreten gerade des Fischlaichs hier gemeldet, 
besonders oft im Winter von November ab bis März. ; 
Auch in der Straße von Hormus tritt dieser Fischlaich auf, dazu viele 
Fische, Seetang, Schildkröten, Quallen, Vögel u. a. m.; sehr starkes Meerleuchten. 
Hier auch wurde am 29. März 1914 von 8h bis 83/,h abends eine merkwürdige Licht- 
erscheinung beobachtet, die in dem Tagebuch des betreffenden Dampfers (D. 
Vgl. z. B. Krümmel, Handbuch der Ozeanographie. II, 626.
	        
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