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Full text: Jahresbericht 1996

Meereskunde 
begann 1996 eine neue Phase durch eine er 
höhte Probennahmefrequenz. Das Ziel ist eine 
Erhöhung der zeitlichen Dichte der Probennah 
men zu einer Verbesserung der statistischen 
Basis für weitergehende Abschätzungen. 
Nach dem neuen Überwachungskonzept 
wird die Probennahme jetzt vollständig auf den 
Winter (erstes Quartal) konzentriert. Es wurden 
drei Überwachungsreisen mit FS Gauß im Ja 
nuar, Februar und März/April durchgeführt; 
während dieser Zeit des voll ausgeprägten Win 
ters ist die biologische Aktivität am geringsten, 
es kann daher mit den langjährig vergleichbaren 
chemischen Verhältnissen in der Wassersäule 
gerechnet werden. Es werden fünf unterschiedli 
che Wasserkörper in der Deutschen Bucht be- 
probt. Für jeden dieser Wasserkörper wird ein 
bestimmter Salzgehaltsbereich vorgegeben, der 
als Kriterium für eine Beprobung erfüllt sein muß. 
Durch diese vorherigen Ermittlungen während 
der Reise wird der Untersuchungsaufwand für 
die Hilfsparameter der physikalischen Ozeano 
graphie etwas erhöht. Da in jedem Wasserkörper 
eine Anzahl von leicht verschiedenen Stationsor 
ten zur Probennahme angelaufen wird, ergibt 
sich eine wesentlich erhöhte Zahl von Proben 
und damit eine günstigere statistische Grund 
lage. Das neue Uberwachungskonzept soll für 
etwa drei Jahre getestet werden. 
Die dritte Überwachungsfahrt im März/April 
war Teil einer größeren Reise; dadurch ergab 
sich die Möglichkeit zur Probennahme in einem 
großräumigeren Gebiet der Nordsee, nämlich im 
Kattegat, Skagerrak, der mittleren und südlichen 
Nordsee sowie im Kanal. Diese Schwermetallda 
ten sollen als Beitrag zum anstehenden Qua 
litätszustandsbericht von Nordsee und Nordat 
lantik (QSR 2000) ausgewertet werden. 
Überwachung auf Schwermetalle: Sedimente 
Die Sedimente werden regelmäßig auf 
ihren Gehalt an Quecksilber, Cadmium, Blei, 
Kupfer, Zink, Chrom, Nickel, Vanadium, Arsen 
und Silber untersucht. Zu Vergleichszwecken 
und zur Beurteilung der gewonnenen Daten wer 
den Eisen, Mangan, Aluminium, Lithium, Titan, 
organischer Kohlenstoff, Stickstoff, Phosphor 
und der Gehalt an Karbonaten als ergänzende 
Sedimentparameter bestimmt. Ziel des Überwa 
chungsprogramms ist festzustellen, wie stark die 
Sedimente mit welchen Schwermetallen konta 
miniert sind, wie sich die Kontamination regional 
unterscheidet und wie sie sich im Laufe der Zeit 
ändert. 
Das BSH beteiligte sich an der HELCOM - 
ICES Ostsee Sediment Baseline Study aus dem 
Jahre 1993. Ziel dieser Studie war, eine verläßli 
che Basis für künftige Trenduntersuchungen an 
Ostseesedimenten zu schaffen. Dieses Ziel 
wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für 
Meereskunde, Helsinki, für Schwermetalle er 
reicht. Nachdem die Analysen der Proben 1995 
abgeschlossen worden waren, begann 1996 die 
Auswertung der gewonnen Daten. 
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