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Kleine Notizen,
Lichtspuren auf; die Lichtgrenze in diesem letzten Falle, wo die Beleuchtung
derjenigen des Sonnenunterganges glich, kann zu 290 bis zu 295 m angenommen
werden.
Es würde sich hiernach ergeben, daß bis zu 300m Tiefe den ganzen
Tag, so lange die Sonne über dem Horizonte steht, bis 350m Tiefe wenigstens
während 8 Stunden am Tage Licht dringt,')
7, Segyelanweisung für Soroka, Onega-Golf.*) Soroka ist der von
fremden Schiffen frequentirteste Hafen an der Westseite des Golfs von Onega,
in welchem hauptsächlich Holz zur Verladung kommt, Die Schiffe ankern auf
der Rhede von Soroka in 7 bis 9m Wasser und gut haltendem, aus blauem
Thon bestehenden Aukergrunde, ca 8 Sm unterhalb des Ortes und der Säge-
mühlen. Die Ladung wird in Leichtern von Schleppern längsseit gebracht,
Frisches Wasser kann man in dem Orte oder von den Sägemühlen bekommen.
Die Rhede liegt vollkommen offen gegen östliche Winde, die im Juni und An-
fang August mit ziemlicher Stärke auftreten und oft das Laden erschweren; im
Uebrigen liegt man aber ganz sicher dort. Auf der Insel Solovetski, welche in
der Mitte des Einganges zur Onrega-Bucht liegt, ist ein kleiner sicherer Hafen,
wo Holzschiffe Reparaturen ausführen können; e8 befindet sich daselbst auch
ein kleines Trockendock, für die Verhältnisse der Küstenfahrzeuge passend,
Regelmäfsige Postrerbindung existirt nicht. In Sowma, ca 20 Sm südöstlich
von Soroka, ist eine Telegraphenstation, von den Russen Tornski Possad genannt.
Schiffe, die in den Onega-Golf gehen, müssen besonders vorsichtig sein, wenn
sie die Insel Jiüjginsk passirt haben, Bei dickem und neboligem Svetter ist es
rathsam, unter dem Südwest-Ende der Insel in 14 bis 18 m Wasser, 2 oder 3 Sm
vom Lande, zu aukern. Man muß die Insel an ihrer Nordost- und Westseite
mindestens in einem Abstande von 4 Sm passiren, da sie hier von Untiefen
umgeben ist. Die beste Route nach Soroka führt auf Gro/s-Shouimwig zu, dicht
an ihrer Nordwestseite entlang, um einen Felsen mit 1,8m Wasser zu yer-
meiden, der 2'% Sm NWzN — nicht NzO, wie die Britischen Karten angeben —-
yon dem Feuerthurm der Insel liegt, Dann ist SSW zu steuern, um von drei
westlich von Showmuia gelegenen Untiefen frei zu gehen, auf denen die Wasser-
tiefe nur 0,6—2 m beträgt. Klares Wetter muls man zum Navigiren in diesen
Gewässern haben, da die Lotsen sich hauptsächlich nach den Landmarken
richten müssen, Beim Durchkreuzen des Golfes ist man einem kräftigen Ge-
zeitenstrome ausgesetzt,
Man sollte auf alle Fälle beim Kap Orlov Letint einen Lotsen nehmen.
Es ist daselbst auf einer niedrigen vorspringenden Landzunge, weolche sich von
dem hinterliegenden Hochlande ungefähr 1 Sm erstreckt, eine Station für Lotsen
nach den Häfen des Golfes errichtet. Von dieser Landzunge mul man ca 1’/4 Sm
entfernt bleiben, auf keinen Fall darf man aber hier mit einem südlichen Kurs
in den Golf steuern, da das Wasser sehr schnell sich vorfßacht. Auf der Station
sind von Beginn bis zum Ende der Schiffahrt 6 bis 8 Lotsen, welche intelligent
sind, gute Ortskenntnisse besitzen und Schiffe nach Onega, Soroka oder anderen
Häfen des Golfes bringen und entweder bis zur Rückkehr des Schiffes an Bord
bleiben oder allein zur Station zurückkehren. Auf der Station werden auch
die Lotsen von anderen Häfen abgesetzt, Wenn sich ein Schiff dem Kap
Orlov Letni mit der geheilsten Lotsenflagge nähert, so wird auf der Station,
wenn daselbst ein Lotse zur Verfügung steht, die Russische Flagge gezeigt,
und der Lotse kommt an Bord. Weht keine Flagge und ist ein Lotse nicht
zu bekommen, so warte man, bis man einen solchen erhalten kann,
Die Britischen Karten, welche auf den Aufnahmen Russischer Navigateure
basiren, sind sehr fehlerhaft, besonders der westliche Theil des Golfes von
Onega, wo zahlreiche felsige Untiefen existiren, welche auf den Karten nicht
eingetragen sind, - |
Bei der Ueberfahrt des Dampfers „Tana“ von Showmuia nach Soroka
zeigte der Lotse westwärts auf Brandung an einer Stelle, wo nach der Karte
sich offenes und tiefes Wasser befnden sollte. Kin guter Lotse und grofse
Vorsicht beim Narvigiren ist daher durchaus erforderlich.
1) „Comptes Rendns“, 1886, No, 18.
2) Nach einem Berichte des Kapt. Sutherland vom Dampfer
Magazine“, 1886, No. IX.
„Tarna* im
„Nautical