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39. Jahresber. Dt« Hydrogr. Inst. 1984
Schiffs- und Hubschrauberbeobachtungen und an Bord empfangenen Satel
litenaufnahmen sowie die Beratung der Schiffsführung und Fahrtleitung.
2.2.2.3 Erdmagnetischer Dienst
Erdmagnetisches Observatorium Wingst:
Die erdmagnetischen Variationen wurden mit dem digitalen Registriersy
stem erfaßt und auf Magnetband gespeichert. Registrierlücken wurden über
das alte analoge System aufgefüllt; die Basen beider Systeme wurden mit
dem Protonen-Komponenten-Magnetometer (Horizontal- und Vertikalkomponen
te, Totalintensität und relative Deklination) und dem Stationstheodoli
ten (absolute Deklination) laufend kontrolliert.
Bei der Beobachtung der Deklination wird der Bezug zur astronomischen
Nordrichtung über Miren (optische Marken) hergestellt. Dabei wird vor
ausgesetzt, daß die Miren ihre Lage nicht verändern. Die Position der
alten Nebenmire zeigte jedoch in den vergangenen Jahren Schwankungen.
Daher wurde sie durch eine neue Standmire in größerer Entfernung er
setzt .
Vom Niedersächsischen Landesverwaltungsamt wurden während laufender
geodätischer Vermessungsarbeiten die Azimute der Wingster Miren über
prüft und die Lagefestpunkte des Observatoriums (Pfeiler und Miren) an
das Netz der trigonometrischen Punkte zweiter Ordnung angeschlossen.
Vom Observatorium Witteveen (Niederlande) aus wurden am Observatorium
Wingst Vergleichsmessungen durchgeführt. Aus den Ergebnissen können
Rückschlüsse auf die Stabilität der Bezugsniveaus abgeleitet werden.
Demselben Zweck dienten Pfeilerdifferenzmessungen und eine Messung der
Horizontalkomponente nach Lamont in Wingst.
Unter Federführung des DHI wurde der Momentanwert-Vergleich mit 24 eu
ropäischen Observatorien fortgesetzt und ausgewertet; die beteiligten
Stationen erhielten die Monatsmittel der Differenzen und eine Übersicht
der von den Säkularvariationen befreiten maximalen Schwankungen dieser
Monatsmittel.
Die Variationen der Jahre 1980 bis 1984 liegen als Minutenwerte vor; aus
ihnen wurden in Wingst vorläufige Tages- und Monatsmittel berechnet und
veröffentlicht. Die Rechenprogramme für die Kontrolle der Minutenwerte
auf Plausibilität und die Programme für die Produktion der Zahlentafeln
des Erdmagnetischen Jahrbuchs wurden weiterentwickelt.
Mikrofilme der analogen Registrierungen der Variationen und Pulsationen
wurden den Weltdatenzentren zugesandt. Verschiedene Institute erhielten
regelmäßig oder auf Anforderung Kopien der Magnetogramme oder Magnetbän
der mit aufbereiteten Magnetfelddaten.
Wie in den Vorjahren wurde monatlich ein Bericht über die magnetische
Aktivität (Kennziffern und Effekte) herausgegeben. Die Kennziffern wur
den außerdem im Monthly Report des Forschungsinstituts der Deutschen
Bundespost veröffentlicht.