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Umweltschutz im Seeverkehr Management-
strategien zur Minimierung des Eintrags von inva-
siven Arten, Schadstoffen und sonstigen Partikeln
Dr. Nicole Heibeck (BSH) und Mariusz Zabrocki (BSH)
BUNDESAMT FÜR
SEESCHIFFFAHRT
UND
-HYDROGRAPHIE
„Gefräßige Quaggamuscheln gefährden das Trink-
Wasser und den Fischbestand“ Quelle: Aargauer Zeitung
Mit Schlagzeilen wie diesen erlangen viele nicht-einheimische Arten (Neobiota) einen gewissen
3Zekanntheitsgrad. Im Meer werden Neobiota vor allem durch das Ballastwasser von Schiffen und das
Biofouling eingeschleppt und verbreitet. Biofouling ist der unerwünschte Bewuchs von Unterwasser-
strukturen, der u. a. auch den Treibstoffverbrauch erhöht und die Manövrierbarkeit von Schiffen beein-
Jusst (Abb. 1). Jedes Schiff trägt eine gewisse Menge an Bewuchs mit sich, auch wenn es kürzlich
gereinigt oder mit einem Antifouling-System (AFS, Bewuchsschutz) ausgestattet wurde. Um die aqua-
ische Umwelt vor Neobiota aber auch vor Schadstoffen und sonstigen Partikeln aus dem AFS der
Schiffe, die während der Fahrt oder der Reinigung in die Meeresumwelt gelangen können, zu schüt-
zen, ist das BSH an der Entwicklung präventiver Maßnahmen und (inter-)nationaler Richtlinien beteiligt.
Erfassung von Go.
Während der Kartierungsarbeiten in deutschen Seehäfen und Marinas wurden häufig neue Neobiota nachgewiesen. Durch Früherkennung
und geeignete Managementstrategien können potenzielle Schäden auf die Umwelt, Wirtschaft und Gesundheit reduziert werden
Abb. 1: Schiffsschrauben und weitere
Nischen werden besonders gerne von
Organismen wie Pocken besiedelt
Abb. 2: Erstnachweise der Pazifischen Auster (links) und des Kalkröb
‚enwurms (rechts) in Rostock.
Abb. 3: Mit dem Biofouling werden auch mobile Arten weiterverbreitet wie
die Asiatische Strandkrabbe (links) oder der Gespensterkrebs (rechts).
Management
Das BSH arbeitet an verschiedenen
Managementmaßnahmen zur Prävention und
Früherkennung von Neobiota, dazu zählen:
Entwurf einer einheitlichen Biofouling Manage-
ment Roadmap und einer Risikobewertung
für die Unterwasserreinigung (UWR) (Abb. 4),
oeides für die Ostseeregion
Beratung und Bereitstellung von Datenbanken
(z. B. Neobiota Informationssysteme, Biofouling
Datenbank)
Gezielte Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Flyer, Ani-
mationsfilm (Abb. 6))
» Praktische Erprobung von mikrobiologischen
Methoden (Abb. 5)
» Förderung des interdisziplinären Austausches
(Runder Tisch Biofouling)
Abb. 4: Schematische Darstellung für die empfoh-
lene Entscheidung, ob eine Unterwasserreinigung
verboten (rot), oder unter bestimmten Vorausset-
zungen (Auffangen und Filtrieren (gelb) oder einer
zusätzlichen vorhergehenden chemischen Risiko-
Jewertung (orange) erlaubt werden sollte
Morphologie
Genetik
10
17 )
Ö
Abb. 5: Mittels genetischen Bestim-
NunNgsMeEthoden wurden schwer ZU
hestimmende Moostierchen (Bryo-
70a), Nesseltiere (Cnidaria), Ringel-
würmer (Annelida) und Flohkrebse
(Amphipoda) detektiert
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Abb. 6: Der Animationsfilm mit dem Titel „Exoten im Bewuchs - Bedeutung des Biofoulings für die aquatische Umwelt“ informiert über die En
/erbreitung nicht-einheimischer Arten durch Sportboote und welche Maßnahmen helfen können, den Bewuchs zu reduzieren. Der kurze Aa
-:ilm kann auf Youtube angesehen werden. EISEN
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