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Full text: Anleitung zur Kartierung des Meeresbodens mittels hochauflösender Sonare in den deutschen Meeresgebieten

Scherhag, R.: Die Erwärmung des Polargebiets, 
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russische Antizyklone erheblich nach Norden vorgerückt. Die Druck- 
erniedrigung hat sich am meisten über der Ostgrönlandsee verstärkt und auf 
Spitzbergen beachtenswerte Beträge erreicht, wo sie im vorigen Jahrzehnt erst 
ganz gering war. In Tabelle 6 ist der dortige 
mittlere Luftdruck während der Zeiträume 1912 Tabelle 6. Mittlerer Luftdruck 
bis 1920 und 1921 bis 1980 auf Grund der in uf Spitzbergen (aut NN red.) in mb. 
den World Weather Records veröffentlichten Er- Mittlerer 
gebnisse mit jenem Wert zusammengestellt, den Luftdruck (mb) 
man auf Grund der mittleren Druckkarten des 
Mitteleuropäischen Witterungsberichtes während 
der letzten zwei Jahre erhält: Danach war der 
Luftdruck aufSpitzbergen gegenüber dem 
vorigen Jahrzehnt im Jahresmittel um mehr als: 3 mb erniedrigt. Daß 
sich dementsprechend auch die Temperaturerhöhung dort noch weiter fortgesetzt 
hat und jetzt direkt erstaunliche Beträge erreicht, wollen wir im folgenden Ab- 
schnitt studieren. 
4. Die weitere Temperaturerhöhung in den letzten Jahren. Bei einer Unter- 
suchung des augenblicklichen Wärmezustandes der Nordhemisphäre wird man 
immer zuerst die Beobachtungen von Spitzbergen zu Rate ziehen, nachdem sich 
ergeben hat, daß dort die Temperaturerhöhung 
ihr größtes Ausmaß erreicht. In Tabelle 7 Tabelle 7, 
nn die Temperaturabweichungen sämtlicher Mempe atur wei Hmaen Eee 
A Fe be Ne bis en 15jährigen Mittel 1912 bis 1926. 
einschl. — auf Spitzbergen seit Beginn der ———— — — A 
dortigen Beobachtungen an Herbst 1911 von Winter Abw.(°C\ Abw. (°C) |Abw.(°O)) 
dem Mittelwert 1912 bis 1926 zusammen. 
gestellt, wobei wegen der Verlegung der Beob- 
achtungsstation von Green Harbour nach 
Lonyearbeen vom Jahre 1931 ab entsprechend 
den vorher durchgeführten Parallel-Beobach- 
tungen die Mitteltemperaturen noch sämtlich 
um 1° erniedrigt worden sind. 
Es zeigt sich hier, daß die Temperatur- 
zunahme, die erstmalig im Winter 1918/19 
in Erscheinung trat und bereits im vorigen 
Jahrzehnt die mittlere Wintertemperatur (letzte 
Spalte der Tabelle 7) um 5° gegenüber dem 
Zeitraum 1912 bis 1920 ansteigen ließ, mit 
Beginn dieses Jahrzehnts eine weitere 
phänomenale Steigerung erfahren hat, 
Während der acht letzten Winter lag 
die Temperatur um weitere 3.7° höher 
als in den 20er Jahren, und seit dem 
zweiten Jahrzehnt macht die Milderung 
der Winter jetzt beinahe 9° aus! Dabei 
ist ein Höhepunkt dieser Entwicklung noch 
immer nicht abzusehen: Der Winter 1936/87 
war auf Spitzbergen milder als alle vorher- 
gehenden, und der Winter 1937/38 hat auch diesen Rekord noch gebrochen, 
er war im Mittel 16° wärmer als der Winter 1916/17! Was schließlich die Ver- 
hältnisse während des jetzigen Winters betrifft, so war der Oktober noch 1.5° 
and der November 1.3° wärmer als im vorigen Jahr, und bei Temperaturen meist 
äber dem Gefrierpunkt hat sich bis Mitte Dezember auf Spitzbergen nicht einmal 
eine geschlossene Schneedecke bilden können. Das Dezember-Klima auf Spitz- 
bergen entspricht jetzt fast den Temperaturverhältnissen, wie sie im vorigen 
Jahrhundert in Berlin herrschten! So betrug z, B. die mittlere Januartemperatur 
in Lonyearbeen im Jahre 1937 (Tabelle 8) — 2.4° (in diesem Falle ist die Messung 
nicht auf Green Harbour reduziert worden), ein Wert, der höher liegt als die 
Ann. 4. Hydr. usw. 1989, Heft 11. + 
—_—_.
	        
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