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Full text: 15: Strombeobachtungen in der Deutschen Bucht in den Jahren 1956 - 1958

Die Küste, 75 MUSTOK (2009), 51-70 
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Abb. 4: Rettungsszene in einer Straße Flensburgs während der Sturmflut am 13.11.1872, 
(Illustrierte Zeitung, 1872) 
3. Rekonstruktion der Windfelder 
Um mit numerischen Modellen die Auswirkungen auf Wasserstand, Strömung und See 
gang, die eine derartige Sturmflut heute im Bereich der westlichen Ostsee hätte, nachvollzie 
hen zu können und die Mechanismen, die zu dieser extremen Hochwassersituation führten, 
besser zu verstehen, werden zeitlich und räumlich hoch aufgelöste Gitterpunktwerte des 
Windvektorfeldes benötigt. Die wenigen vorhandenen Beobachtungswerte des Windes aus 
der damaligen Zeit reichen zur Übertragung in die Fläche nicht aus. Zur Simulation mit 
modernen dreidimensionalen Atmosphärenmodellen fehlen die nötigen Eingangsdaten. 
Die Abschätzung der Windverhältnisse erfolgte deshalb aus den Feldern des Luftdrucks 
in Meereshöhe über den geostrophischen Wind. Der geostrophische Wind ergibt sich aus 
dem Gleichgewicht von Corioliskraft und Druckgradientkraft und kann aus der Luftdruck 
verteilung berechnet werden (siehe dazu Alexandersson et ah, 1998). Der Einfluss der 
Reibung an der rauhen Erdoberfläche bleibt dabei unberücksichtigt. Aus Werten des geostro 
phischen Windes lässt sich jedoch für die freie See mit Hilfe empirischer Ansätze 
der Wind in 10 Meter Höhe über NN abschätzen. Der Vergleich der Ansätze von Duun- 
Christensen (1975), Hasse (1974), Luthard und Hasse (1981 und 1983) sowie Schmager 
(1993) zeigte eine große Empfindlichkeit der Umrechnung bezüglich der thermischen Schich 
tung, Focken (2003). Die Verifikation der Ergebnisse, die in Kap. 5 näher beschrieben ist, 
ergab für den Ansatz nach Hasse (1974) die besten Ergebnisse. Streng genommen muss zur
	        
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