Physische Oecauographie etc. zwischen 30°—50° S-Br und 10°—10° OJjg. 203
Aus den Tabellen 8—15 und den Diagrammen 1 und 2 auf Tafel VI und
1—4 auf Tafel VII der Originalabhandlung und aus einer Vergleichung mit
den NW- und SW-Stürmen im Januar können folgende Schlüsse gesogen werden.
I. NW-Stürme.
1) Den von den Aus- und Heimseglern im Juli beobachteten NW-Stürmen
geht ein grofser Procentsatz (60) von Wjndeu aus NW—W vorher, eben so
wie für ein Aussegcln im Januar (vgl. sub 1, pag. 201).
2) Für die Aus- und Heimsegler beginnen die NW-Stürme im Juli fast
stets vor dem Eintreten des niedrigsten Luftdruckes; auf der Ausreise beginnt
die gröfste Stärke des Sturmes gewöhnlich schon vor der Zeit des barometrischen
Minimums, auf der Heimreise erst mit oder nach derselben.
Dieser Unterschied scheint davon herzurühren, dafe auf der Heimroute
der Wind gewöhulich nach W oder selbst SW dreht, bevor die gröfste Sturm
stärke eintritt, und selten nach W vor dem Beginn des Steigens des Barometers.
3) In beiden Monaten, Januar und Juli, haben die den NW-Stürmen
nachfolgenden Winde für die Aussogler eine längere Dauer, als für die Heim-
seglor; auf beiden Routen wehen sie aus SW bis S (und dies wird höchst
wahrscheinlich in allen Moimten der Fall sein).
4) Die mittlere Dauer der NW-Stürme beträgt für
die Aussegler im Januar 32 St., im Juli 25 St.
die Heirasegler „ 12 „ „ 35 „
Die mittlere Dauer des ganzen Windsystems (A—F) beträgt für
die Aussegler im Januar 79 St., im Juli 91 St.
die Heimsegler „ 91 „ „ 84 „
Hieraus ersieht man, dafs die längste Dauer der NW-Stürme (35 St.)
auf die Heimroute im Juli fällt, wahrscheinlich infolge der Einwirkung des
warmen Agulhas-Stromes, dagegen die längste Dauer des ganzen Windsystems
(91 St.) auf die Ausroute im Juli (in Begleitung der zu dieser Zeit wehenden
Westwinde). Die kürzeste Dauer der NW-Stürme (12 St.) trifft in dem Monat
Januar auf die Heimroute, auf welcher in der That Ostwinde vorherrschen.
5) Der mittlere niedrigste Luftdruck im Juli ist auf der Ausroute um 4mm
niedriger, als auf der Heimroute; für erstere ist er 751,1 (zwischen 731,5 und
762,2) mm, für letztere 755,1 (zwischen 747,5 und 762,2) mm. Dies ist der Fall,
obgleich die NW-Stürme für die Heimsegler mit gröfserer Stärke wehen, als
für die Aussegler. Dieser Unterschied rührt davon her, dafs, wie oben erwähnt
in dem ganzen beobachteten Gebiete Westwinde vorherrschen, und dafs bei
diesen in höheren südlichen Breiten das Baromoter niedriger steht, als in mehr
nördlich gelegenen Breiten. — Im Juli oder dem australischen Winter steht das
Barometer bei NW-Stürmen beträchtlich höher, als im Januar oder dem austra
lischen Sommer (s. pag. 202 sub 6).
6) Die NW-Stürme herrschen im Juli — eben so wie im Januar --
westlich von der M^ttZ/ms-Bank vor; südlich und südwestlich von dieser treffen
dio Aussegler da, wo der warme mit dem kalten Strom zusammentrifft, am
häutigsten auf solche Stürme. Ebenda werden auch in Begleitung von NW-
Stürmen sehr heftige Böen angetroffen; eine plötzliche Drehung des Windes
nach W oder SW wird durch starken Regen und schnell fallendes Barometer
angezeigt.
7) Im Juli (Zeit der gröfsten Vermischung von warmem und kaltem
Wasser) wird zwischen 20°—30° N-Br die gröfste Anzahl von Wetterleuchten
augetroffen.
II. SW-Stürme.
1) Die den SW-Stürmen vorhergehenden Winde sind für die Aussegler
gewöhnlich zwischen N und W, für die Hcimscgler zwischen NE durch N und
W bis SW. In dem Monat Januar haben diese Winde eine mehr östliche
Richtung.
2) Im Juli beginnen die SW-Stürme gewöhnlich vor dem Eintreten des
niedrigsten Barometerstandes, aber dio gröfste Stärke erreichen sie erst, nach
dem das Barometer zu steigen begonnen hat, wie es bei den SW-Stürmen im
Januar der Fall ist.