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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

508 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1916. 
werden wir die Jahreswerte bzw. die Monatswerte miteinander vergleichen. Solche 
Untersuchungen hat H. Hildebrandsson für 64 Stationen, die über die ganze 
Erde verteilt waren, angestellt. Eines der dabei aufgefundenen Resultate war die 
Feststellung des Kompensationsverhältnisses zwischen dem Roßbreitenmaximum 
und dem Islandminimum. Aber gerade unser Gebiet konnte von Hildebrandsson 
wegen des Fehlens jeglicher Angaben in keiner Weise erfaßt werden; er weist aus- 
drücklich auf diesen Mangel hin und betont dabei die Wichtigkeit gerade einer 
solchen Untersuchung. 
Ich habe nun für eine- Reihe von Stationen Jahres- und Monatswerte mit- 
einander verglichen in folgender Weise: für Stationen mit gleichen Beobachtungs- 
jahren wurden die Luftdruckmittelwerte aus den Angaben dieser Zeit und hiervon 
die jährlichen und monatlichen Abweichungen berechnet und graphisch dargestellt. 
Bei der graphischen Darstellung wurde ein verschiedener Maßstab zugrunde gelegt, 
um in etwa die Kurven in einheitlicher Größe wiederzugeben (vgl. Tafel 15—17). 
Der Maßstab ist stets bei der Station angegeben, etwa Loanda 1 : 0.2, das soll heißen: 
einer Ordinateneinheit entspricht 0.2 mm Luftdruckabweichung, gegenüber Ponta 
Delgada 1:1 ist der Maßstab also 5mal größer. ; 
Prüfen wir den Gang der Jahresmittel des Luftdrucks (Tafel 15, 
links), so erkennt man einen vorwiegend gleichsinnigen Verlauf 
der Schwankungen. Selbst zwischen Para und Bermuda, St. Helena und Ber- 
muda ist eine gewisse Übereinstimmung zu erkennen. 
Einen genaueren Einblick zeigen die Kurven, die die monatlichen Ab- 
weichungen des Luftdrucks wiedergeben. Auf Tafel 16 (rechts) (1899— 1905) zeigen 
die Kurven von P. Delgada, Mogador, St. Croix de Teneriffe eine große Überein- 
stimmung der Schwankungen. Der Schwankungsbetrag ist in P. Delgada etwa 
doppelt so groß als in Mogador und Teneriffa. Die Kurven St. Vincente und der 
Seestation 10° N, 30° W sind untereinander in Übereinstimmung, lassen jedoch 
mit den vorhin genannten Kurven manche Abweichungen erkennen. Die Kurven 
für den Zeitraum 1894—99 erweisen zwischen den Luftdruckwerten von St. Vincent, 
St. Louis 10° N gleiches Verhalten. Leider sind die Beobachtungen von Kamerun 
unsicher. 
Die Schwankungsausschläge der äquatorialen Stationen sind 5mal größer 
gezeichnet als die zu P. Delgada. Da trotzdem im Bilde das Größenverhältnis ein- 
heitlich zu sein scheint, so geht daraus in Übereinstimmung mit Brockmöllers 
Angaben hervor, daß. die Roßbreitenstationen in ungleich nachhaltigerer Weise 
von Schwankungserregungen betroffen werden, wodurch ein leichtes Divergieren 
äquatorialer und Roßbreiten-Stationen in etwa verständlich wird. 
Die südhemisphärischen Stationen der afrikanischen Küste zeigen in dem 
monatlichen Gang des Luftdrucks einheitliche Richtungstendenzen (Tafel 16, 
links), so Loanda-Walfischbai, Loanda-Kamerun, Loanda-St. Thome. Vergleicht 
man die Stationen P, Delgada und Walfischbai als Vertreter der nord- und süd- 
hemisphärischen Maxima miteinander, so zeigt die Darstellung vielfache Über- 
einstimmung. Auf der Westseite des Atlantischen Ozeans zeigen die Stationen 
Bermuda und Seestation 30° N, 40° W im Roßbreitengebiet gute Übereinstimmung. 
Pt. au Prince hat im wesentlichen dieselbe Richtungstendenz wie die vorhin ge- 
nannten Stationen, Abweichungen sind vorhanden. BRecife und Paramaribo 
stimmen überein. Bermuda-Paramaribo, 30° N, 40° W und Paramaribo sind im 
wesentlichen gleichgerichtet, doch sind auch hier Abweichungen erkennbar (Tafel 17). 
Buenos Aires (nach Angaben Hildebrandssons) zeigt mit Bermuda und noch 
mehr mit Paramaribo oft gleiches Verhalten. An einigen Stellen, so 1881/82 zeigen 
Buenos Aires und Bermuda Abweichungen. Tafel 16 (rechts) zeigt zwischen 
St. Helena, Para, 10° N, 50° W meist kongruentes Verhalten. St. Helena (Höhen- 
station 578 m) neigt zu positiven Schwankungen. St. Helena und Recife ergeben 
im einzelnen auch manche Abweichungen; hingegen stimmt die Kurve Loanda- 
Recife besser überein (Tafel 17). 
Zwischen Bermuda und P. Delgada zeigen sich vielfach dieselben Richtungs- 
züge, Abweichungen sind vorhanden. Falls man nicht allein die Richtung berück- 
sichtigt, sondern ob über- oder unternormal, so ergibt eine Prüfung der Abweichungen
	        
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