6 Bericht über d, zweite Teilfahrt-d, D. Nordatl, Exp, d. Forschungs- u. Vermessungsschiffes „Meteor“,
es wurden dabei Tiefen bis 8300 m erlotet, Nach dem Passieren des Grabens
wurde mit SO-Kursen die erste ozeanographische Station des südlichsten Profils
östlich von Martinique (Station 871 des Profils XX im Gesamtrahmen der Meteor-
arbeiten) angesteuert, welcher Punkt am 6. IL frühmorgens erreicht wurde.
Hiermit begannen die ozeanographischen und meteorologischen Arbeiten auf
den eigentlichen Profilen, neben denen die nautischen Aufgaben planmäßig weiter-
getrieben wurden,
In planmäßigem Vorwärtsarbeiten auf dem vorgesehenen Profil nach Osten
war nach Erledigung von 15 0zeanographischen Stationen am 12. IL morgens
der atlantische Rücken auf etwa 16° 50’ N und 46° 17 W erreicht, der für die
Durchführung der ersten Tiefseegankerstation vorgesehene Punkt, Es wurde dort
auf 3000 m Wasser mit nur einem kleinen Tiefseeanker und 5000 m Troß geankert.
Das Schiff lag bis zum 15, II, fest und ohne zu treiben vor Anker. Die vor-
gesehenen Beobachtungen konnten vollständig durchgeführt werden.
Unmittelbar nach Beendigung der 60stündigen Beobachtungen kam in der
Nacht vom 14. zum 15, II, Wind in Stärke 7 bis 8 mit entsprechendem Seegang
auf dem freien Ozean auf, Da das Schiff annähernd auf Strom liegen blieb und
gleichzeitig querein schnell hohe steile Dünung durchkam, wurde noch nachts
beschleunigt mit Ankerlichten begonnen. Bei dem harten Ausstampfen in der
hohen Dünung war das Spill der stoßweise unnormal gesteigerten Belastung
(bis zu 8 t), besonders bei Kurzstag, nicht mehr gewachsen, so daß der Anker,
der sich offensichtlich im zackigen Felsgrund festgehakt hatte, mit Zuhilfenahme
des Handspills losgebrochen werden mußte. Nach 7ständigem Ankerlichten war
die Troß eingehievt, ohne Anker und am Ende vom Felsgrund blankgescheuert
und gebrochen,
Um 1100* am 15, IX, wurde der Weitermarsch auf dem Profil wieder auf-
genommen; am 21. Il. um 0425h war eben nordwestlich der Kap-Verden mit der
Station 397 das Profil XX beendet, 27 ozeanographische Stationen und die erste
Ankerstation waren planmäßig durchgeführt. Das Schiff trat den Weitermarsch
nach Las Palmas auf Gran-Canaria an und wurde am 24, IL vormittags in La
Luz-Hafen an der Catalina-Mole festgemacht,
Das Schiff mit seiner Besatzung wurde von der starken, festgeschlossenen
deutschen Kolonie in Las Palmas freudig als alter Bekannter begrüßt und während
des ganzen Aufenthaltes vom 24. II. bis 9. III, gastlich wahrgenommen; auch die
Aufnahme durch die spanischen Behörden und Bevölkerung war außerordentlich
herzlich. Die Besatzung fand hier nach dem langen, arbeitsreichen Seetörn die
wohlverdiente Erholung, die besonders das technische Personal, angestrengt durch
fortlaufende Reparaturarbeiten unterwegs im feuchtheißen Klima des südlichen
Profils, dringend brauchte.
Wohl in erster Linie hervorgerufen durch die anormal schweren Erschütte-
rungen, die das Schiff während der harten Sturmtage zu Beginn der Reise
hinnehmen mußte, hatten sich im weiteren Verlauf der Fahrt in steigendem Maße
Störungen an den Maschinenanlagen bemerkbar gemacht, Nach Durchführung
der notwendigen Reparaturarbeiten lief das Schiff am 8, IIL zu kurzer, befriedigend
verlaufener Probefahrt aus und kehrte abends in den Hafen wieder zurück,
Nach Übernahme von Nachschub, Ergänzung der Öl-, Wasser- und Proviant-
bestände verließ „Meteor“ am 10. II. morgens Las Palmas zur Fortsetzung
der Arbeiten.
4. Las Palmas (Gran Canaria)— Miami (Florida), 10, März bis 11. April 1988,
Nach dem Verlassen des Hafens von La Luz führte der Marsch am 10. II
das Schiff nördlich um Gran Canaria herum und zwischen den Inseln Gran
Canaria und Tenerife hindurch auf südwestlichen Kursen zum Anfangspunkt des
mittleren Profils, .
Dieses Profil XXII wurde am 12. III. um 04005 erreicht und mit der Station 398
begonnen.
Während sich das Schiff am 13. Ill. mit den Stationen 400 und 401
langsam nach Westen vorarbeitete, wurde die anfänglich zum Heldengedenktag