Werner Wr a »c: Das Wattenmeer zwischen Irischen und Friedriehskoog.
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Bild 15. Abbruchkaiite mit PhitkJiff, Zertalung und Zerklüftung, Stmclellüeliern, Rmrsen und fjordartigen Ein
schnitten durch Brandungswirkung. Der sandige Charakter des Watts davor tritt deutlich in Erscheinung.
Das natürliche Anwachsvoriandwatt.
Wir kommen nunmehr zum zweiten Unterteil, dem natürlichen Anwachsvoriandwatt. Allgemein
habe ich diesen Begriff bereits charakterisiert.
Diese Teillandschaft bekommt ihre Eigenart durch das Auftreten einer interessanten Pflanze, die für
den Menschen von äußerster Wichtigkeit ist. Es handelt sich um den Queller, Salicornia herbacea. Diese
sonderbare Pflanze ist von dick fleischiger Gestalt und erinnert teils an einen Kaktus, teils an einen kleinen
Tannenbaum. Sie ist saftig und meist frischgrün, oft allerdings auch von einer grauen Schlickschicht über
zogen. Im Herbst treten schöne gelbliche und namentlich rötliche Tonungen auf. Die Blätter sind ver
kümmert, klein und schuppenförmig. Sie hat eine durchschnittliche flöhe von 10 bis 20 cm (dieses Maß
gibt auch B. Schulz in „Die deutsche Nordsee" an). Die Samen werden durch den Wind verbreitet (nach
B. Schulz). Im Herbst stirbt sie ab und erscheint etwa im Mai wieder.
Der Queller tritt vor allem im Schutz von Inseln, Halbinseln usw. auf, also überall da, wo das Wasser
verhältnismäßig ruhig ist und sich Schlick ablagern kann. Das natürliche Anwadisvorlandwatt ist also
seinem Material nach meist ein Sdilickwatt: doch treten auch stark sandige Beimengungen auf. Es mag
hier eine Beobachtung erwähnt werden, die ich auf der Ostseite der Nordspitze Amrums machen konnte.
Dort fand sidi eine Quellervegetation in nur etwa 1 cm dicker Schlick schiebt. Darunter lag heller,
scheinbar völlig reiner Dünensand. Die Schlidesdiidit war so dünn, daß sie beim Gehen oft gänzlich an
den Fußsohlen klebenblieb und den weißen Sandboden freilegte.
Im Friedrichskooger Gebiet waren meist beide Komponenten miteinander gemischt, so daß ein ver
hältnismäßig gleichförmiger Wattboden vorhanden war. Im Sdilickwatt, das also für das natürliche An-
wadisvorlandwatt typisch ist, steht der Queller dicht, wenn stark sandige Beimengungen vorhanden
sind, steht er bedeutend lockerer. Vor allem gedeiht er da gut, wo während des Stauwassers zwischen
Hochflut und eintretender Ebbe reicher Schlickfall herrscht.
Die Bedeutung des Quellers für den Anwachs ist ja hinreichend bekannt; es mag hier aber noch
einmal einiges wiederholt werden. Zunächst festigen natürlich die im Schlick steckenden, verzweigten