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Full text: Jahresbericht 1992

Meereskunde 
Diskussion 
Bei der Planung von Maßnahmen zum 
Schutz der Meeresumwelt des Ostseegebietes 
gemäß den Übereinkommen von Helsinki (1974 
und 1992), werden verläßliche Informationen 
über von Land ausgehende Immissionen in die 
Ostsee benötigt. Für die spätere Abschätzung der 
Effektivität von getroffenen Maßnahmen sind sol 
che Informationen ebenso wichtig wie für die Be 
urteilung von Umweltüberwachungsdaten aus 
den Bereichen der Hohen See (Baltic Monitoring 
Programme, BMP) und der Küsten (Coastal Mo 
nitoring). 
Die angestrebten Ziele von periodisch 
durchgeführten Zusammenstellungen der Bela 
stungen der Ostsee durch Einträge von Land 
sind: 
1. Abschätzung einiger wichtiger Schad- und 
Nährstofffrachten, die die Ostsee über Flüsse, 
aus Punktquellen und diffusen Quellen errei 
chen. Die Grundlage hierfür wären harmoni 
sierte Überwachungsmethoden, 
2. Verfolgung von Änderungen in den Ver 
schmutzungsfrachten unterschiedlicher Quel 
len, 
3. Ermittlung der Bedeutung einzelner Schad 
stoffe und Eintragsquellen für die Verschmut 
zung der Ostsee, 
4. Abschätzung der Wirksamkeit getroffener 
Maßnahmen zur Reduzierung von Schadstof 
feinträgen und 
5. Belieferung anderer Arbeitsgruppen für „perio 
dische Assessment“-Arbeit. 
Die PLC-2 kann von diesen Zielen die Punk 
te 1. (nur bedingt) und 5. erfüllen. 
ft] 
Einer Harmonisierung der Uberwachungsme- 
thoden müßte eine Harmonisierung der Über 
wachungsprogramme innerhalb der Vertrags 
staaten der HELCOM vorangehen (Abstim 
mung der zu untersuchenden Parameter, der 
Zeiträume und der Meßfrequenzen; Bereit 
schaft zur Kommunikation untereinander). So 
berücksichtigt die 2. Ministerdeklaration zum 
Schutze der Meeresumwelt des Ostseegebie 
tes von 1992 Substanzen als Schadstoffe, die 
bisher in das Programm der PLC und des BMP 
nicht einbezogen sind (ANNEX I, Harmful sub- 
stances). Andere Untersuchungsprogramme, 
wie z. B. die zu atmosphärischen Einträgen, 
laufen zeitversetzt und beziehen sich auf ande 
re Untergebiete. 
Die Verfolgung von Änderungen in den Ver 
schmutzungsfrachten unterschiedlicher Quel 
len kann die PLC-2 u. a. deshalb nicht leisten, 
weil die erste PLC mit der zweiten nicht ver 
gleichbar ist (s. o.) und das Datenmaterial für 
Trendanalysen nicht ausreicht. 
Die Ermittlung der Bedeutung einzelner Sub 
stanzen und Eintragsquellen für die Ver 
schmutzung der Ostsee hängt zwangsläufig 
auch von der Festlegung der zu messenden 
Parameter und der zu beprobenden Quellen 
in den Richtlinien ab. So wurden in dem Meß 
programm für die PLC-2 beispielsweise weder 
polychlorierte Kohlenwasserstoffe als Parame 
ter noch Ortschaften unter 10 000 Einwohnern 
als Eintragsqueilen berücksichtigt. Beide sind 
sicherlich ebenfalls für die Verschmutzung des 
Ökosystems Ostsee von Bedeutung. 
Die Wirksamkeit getroffener Maßnahmen zur 
Reduzierung von Schadstoffeinträgen in die 
Ostsee kann mit der Studie nicht abgeschätzt
	        
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