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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

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Aus dem Reiseberichte der deutschen Bark „Elisabeth“. 
händler-Artikel werden nicht vorräthig gehalten; Ballastschaufeln mufste ich 
z. B. von Samboangan beziehen. Der Gouverneur und die Kommandanten und 
Offiziere der Kriegsschiffe waren sehr freundlich und zuvorkommend. 
Der Luftdruck schwankte in Isabela zwischen 754 und 761 mm (unred.). 
Bis Mitte Dezember regnete es bei den vorherrschenden westlichen Winden 
häufig. In der darauf folgenden, der letzten Woche unseres Aufenthaltes hatten 
wir des Morgens beim Einsetzen der Fluth mäfsigen NE- bis E-Wind, mit der 
Ebbe wurde es windstill, oder es wehte ein leichter südwestlicher Zug, dem 
gewöhnlich, gerade mit Hochwasser, eine Böe von SW mit Regen vorherging. 
Wenn ich den Verlauf meiner Reise in Erwägung ziehe, so glaube ich 
insofern ein Versehen begangen zu haben, als ich nicht die Route durch die 
Stinda-, Banka- und Balabak-, sondern die durch die Alias- und Makassar- 
Strafse wählte. Besonders die letztere Strafse hat mir vielen Aufenthalt bereitet. 
Dem Schiffsführer, der zur Zeit des Neu- oder Vollmondes nach Isabela kommt 
und die südliche Einfahrt wählt, möchte ich noch empfehlen, bevor er die Insel 
Moro erreicht hat, zu ankern und dann mit durchgehendem Anker und der 
Fluthströmung aufzutreiben. Der Lootse versteht nicht mit einem Schiffe zu 
manövriren, ist aber gut darüber unterrichtet, wie weit sich das Schiff dem 
Lande nähern darf. Im Uebrigen läfst sich das Fahrwasser auch sehr wohl an 
der Farbe des Wassers erkennen. 
II. Von Isabela nach Manila. 
Wir verliefsen Isabela am 22. Dezember 1887 Morgens um 6 Uhr bei 
schöner nordöstlicher Briese, um nach Manila zu segeln. Da der Wind später 
etwas östlicher holte, so konnten wir über einem Bug die Südwestspitze von 
Mindanao anholen, woselbst es indessen plötzlich flau und still wurde. Dieser 
Zustand, unterbrochen von leichten nördlichen Winden, bei denen das Schiff in 
der stark und kurz bewegten See meistens nicht zu steuern war, hielt uns volle 
48 Stunden an der Stelle fest. Erst vom 24. Dezember an ging es bei den 
beständigen leichten nordnordöstlichen Winden, die, als wir nördlicher kamen, 
auffrischten, etwas besser voran, doch befanden wir uns am 30. Dezember noch 
in der Nähe von Punta Gorda, welche Landspitze um Mittag in der Breite von 
8° 15' Nord mw. SzW’/VW peilte. Weiter nördlich fanden wir einen frischen 
NE-Wind und eine starke Gegenströmung. Schon am vorhergegangenen Tage 
hatte uns der Strom 18 Sm nach rw. S 80° W versetzt, wohl eine Folge davon, 
dafs wir in Unkonntnifs der hiesigen Verhältnisse zu weit vom Lande hatten 
abstehen lassen. 
Am 3. Januar 1888 erreichten wir endlich die Südspitze der Insel Negros. 
Am 7. befanden wir uns nach Landpeilungen um 12 Uhr Mittags auf 10° 19' N-Br 
und 121° 51' O-Lg, unter Kap Nogas, der Südspitze der Insel Panay. An 
der Westküste dieser Insel wehte ein hoch nördlicher, oft stürmischer Wind, 
der wiederholt das Reffen nothwendig machte; dazu war ein starker Gegenstrom, 
besonders in einem Abstande von 15 bis 20 Sm vom Lande, vorhanden, der 
das Aufkreuzen sehr erschwerte. Am 9. Januar um 6 Uhr Abends war bei 
spielsweise der Schiffsort 2 bis 3 Sm südlich der trockenen Sandbank Pontudj 
es wurden dann nach der Loggrechnung 38 Sm nach NNW und 11 Sm nach 
OSO gesegelt. Am folgenden Morgen mit Tagesanbruch befanden wir uns aber 
ganz in der Nähe der nördlichsten der Cwi/os-Inseln, die rw. W‘/gN von der 
trockenen Sandbank liegt. Wir hatten demnach eine bedeutende Stromversetzuug 
gehabt und waren froh, dafs der Wind am Nachmittage nördlicher holte und 
es so ermöglichte, dafs wir den Standpunkt des vorhergehenden Abends wieder 
anholen konnten. Erst am 11. Januar wurde die Südspitze der Insel Mindoro 
angelaufen. Hier wechselten flaue Land- und Seebriese mit einander ab. Auf 
der Weiterfahrt passirten wir durch den Kanal zwischen der Küste von Mindoro 
und der Untiefe Apo, erreichten am 20. Januar Kap Calavite, woselbst es 
stürmisch aus ENE wehte, und am 22. Januar um 6‘/2 h p. m. einen Standpunkt 
2 Sm östlich von der Insel Corregidor, worauf in den frühen Morgenstunden 
des folgenden Tages bei Eintritt von Windstille in der Nähe von Cavite ge 
ankert wurde. Erst um 2 h p. m. gelangten wir nach einer langen und beschwer 
lichen Reise auf unseren Ankerplatz auf der Rhede von Manila.
	        
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