5926
„Richard“ es beobachtete, gestört und erstreckte sich bis kaum an den in
27,2° W-Lg erreichten Aequator. Die Strecke zwischen Kap Horn und dem
Aequator hatte „Thetis“ in 36 Tagon zurückgelegt.
Die Brigg hatte von der Linie bis 6,2° N-Br in 25,7° W-Lg mit
Mallung zu kämpfen, dann setzte der NE-Passat ein, mit welchem „TZhetis“
noch 8,5° N-Br und 29,2 W-Lg am 12. Juni kam. An diesem Tage endete die
Führung des meteorologischen Journals.
19. Reise des eisernen Hamburger Vollschiffes „Polynesia‘“, Kapt. H. Schwaner.
Während einer Reise von Cardiff nach Acapulco befand sich das Voll-
schiff „Polynesia“ am 15. Juni 1878 in der Nähe der Scilly-Inseln. Mit umlau-
fenden, meist sehr flauen westlichen Winden segelte man von dort bis zum
26. Juni nach 40° N-Br in 14,2° W-Lg, fand in dieser Breite nordöstlichen
Wind, der später in den Passat überging und mit welchem das Schiff 30° N-Br
in 22° W-Lg am 1. Juli, und 20° N-Br in 25,2° W-Lg am 5. Juli kreuzte.
Der von 29° bis 14° N-Br frisch wehende Passat nalım schon in 12,8° N-Br
und 26,1° W-Lg ein Ende, mässig starker westlicher Monsun folgte auf ihn,
mit welchem das über B. B.-Bug segelnde Schiff nach 22,5° W-Lg in 6° N-Br
gelangte. Hier wurde am 13. Juli gewendet, der Wind raumte darnach bald,
und am 17. Juli stand „Polynesia“ nach 32tägiger Reise von Scilly ab in 27°
W-Lg auf dem Aequator.,
Im Südatlantischen Ozeane wurde 10° S-Br in 31° W-Lg am 21. Juli,
20° S-Br in 37° W-Lg am 27. Juli, und 30° S-Br in 44° W-Lg am 3. August
erreicht. Anscheinend verlor das Schiff schon in 20° S-Br den regelmässigen
Passat, es herrschten östliche Winde aber noch bis 34° S-Br hin vor. Südlich
von diesem Punkte wehten westliche Winde, welche „Polynesia“ am 8. August
zum Parallel von 40° S-Br in 53° W-Lg führten, und nachdem verschiedene
Stürme aus jener Richtung überstanden worden waren, am 17. August nach 50°
S-Br in 65° W-Lg. Das Schiff befand sich an diesem Tage 31 Tage auf süd-
licher Breite.
Bei der Umsegelung des Kap Horn wurden ausser den vorherrschend aus
Westen wehenden Winden auch zu verschiedenen Zeiten östliche Winde ange-
troffen. Verhältnissmässig gross war die Kälte, welche man beobachtete; in
Folge derselben war mehrere Male der ganze Schiffskörper mit einer Eiskruste
überzogen. Am 3. September, 17 Tage später als man dieselbe Breite im
Atlantischen Ozeane verlassen hatte, überschritt „Polynesia“ den Parallel von
50° S-Br in 91° W-Lg.
Mit westlichen Winden wurde von hier ab nach Norden gesegelt, dabei
40° S-Br in 86° W-Lg am 8. September, und 30° S-Br in 85,2° W-Lg am
13. September erreicht. Die polare Grenze des SE-Passats lag am 16. Sep-
tember in etwa 25° S-Br und 86,5 W-Lg. Mit dem Passat, welcher zwischen
22,5° und 12° S-Br sehr kräftig wehte, gelangte „Polynesia“ nach 20° S-Br in
90,8° W-Lg am 18. September; bei allmählich flauer werdendem Winde dann
bis zum 22. September nach 10° S-Br in 96° W-Lg, und zur Linie in 100,4°
W-Lg bei ganz leichter Brise am 27. September. Es waren 24 Tage auf der
Strecke zwischen 50° S-Br und dem Aequator zugebracht worden.
In nördlicher Breite veränderte der Wind nach und nach seine Richtung
von SE durch Süd nach West, genau in derselben Weise, wie es zur entspre-
chenden Jahreszeit im Atlantischen Ozeane die Regel ist, und genau ebenso
veränderte auch die beim östlichen Winde stark nach Westen setzende Strömung
die Richtung. Zwischen 10° und 13° N-Br wehte sehr leichte westliche Brise,
nördlich von der letzteren Breite frischte sie wieder auf und damit wurde am
9. Oktober nach 116tägiger Reise der Hafen von Acapulco erreicht.
Am 23, November trat man von Acapulco eine Versegelung nach San
Francisco an. In der Nähe der Küste wehten leichte westliche Winde, auf
welche bei zunehmendem Abstande vom Lande erst frischer südöstlicher und in
etwa 16,5° N-Br und 103° W-Lg nordöstlicher Wind folgte. Auch bei diesem
Winde war das Wetter anfänglich noch unbeständig, es gab häufige Gewitter
und erst in 17,4° N-Br und 108 W-Lg wurde Wind und Wetter beständiger.,
„Polynesia“ steuerte in der Weise, dass der Meridian von 110° West in 17,5° N-Br