Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1932.
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eingesetzt werden sollen. Die letztere neuartige Radiosondenmethode wurde auf
einer Fahrt nach Spitzbergen von Prof. Wigand und Dr. Frankenberger erprobt.
Gemeinsam mit dem Seeflugreferat werden 6 Bordpilotstationen auf dem
Atlantik unterhalten.
Der Bericht der in wissenschaftlicher Hinsicht Abt. M angegliederten Wetter
flugstelle folgt unter XII. Diese enge Verbindung ist zur Durchführung des
Forsehungs- und Versuchsprogramms der Abt. M unentbehrlich.
c) Forschungstätigkeit.
Gemeinsam mit dem Meteorologischen Institut der Universität wurden
folgende Forsehungs- und Versuchsaufgaben unternommen:
1. Experimentelle und theoretische Untersuchungen der Eigenschaften von
Nebel und Wolken von Dr. Findeisen, Dr. Müller, cand. rer. nat. Hagemann,
2. Luftelektrische Forschungen von Dr.Müller und cand.rer.nat.Deutschländer,
3. Ausbildung von Methoden zur Sichtmessung auf See in Verbindung mit
Untersuchungen über die atmosphärische Trübung von Prof. Dr. Wigand,
cand. rer. nat. Boijahn und cand. rer. nat. Neuberger.
d) Werkstattarbeiten.
Das Personal und die Einrichtungen der Werkstatt wurden auch im Jahre
1932 zur Verbesserung und Ausgestaltung der Prüfanlagen verwandt. So wurden
in den Windkanal Leitschaufeln eingebaut, das Normalbarometer mit der Katheto-
metereinrichtung wurde aufgestellt und ein neuer Universal-Windmesser, der von
der Firma R. Fueß, Berlin, gestiftet wurde, ist gegen das alte Instrument aus
getauscht und eingebaut worden. Außerdem wurde eine Enteisungsanlage für
die Hauswasserleitung aufgestellt und die Hausbatterie des Meteorologischen
Instituts um 5 Zellen vergrößert. Die Werkstatt der Meteorologischen Versuchs
anstalt war weiterhin beteiligt bei der Ausrüstung der unter 2. erwähnten Bord
pilotstationen, bei der Instandhaltung der Instrumente sowohl in der Meteoro
logischen Versuchsanstalt selbst wie auch im Hauptgebäude der Deutschen See
warte und bei der technischen Ausführung und Vorbereitung aerologischer
Aufstiege. Folgende Instrumente wurden angefertigt: 4 Schalttafeln, 2 Kern
zähler, 1 Projektions-Elektrometer und verschiedene Geräte für Nebelunter
suchungen und andere Forschungen. Die Anschaffung einer Leitspindeldrehbank
und eines Dreirad-Lieferwagens erwies sich als nützlich.
e) Prüftätigkeit.
Im Jahre 1932 wurden 44 Windmesser, 44 Höhenschreiber und Barographen,
31 Meteorographen und 7 Hygrometer hauptsächlich von dem Feinmechaniker
Emil Friedrichs geeicht.
f) Lehrtätigkeit.
7 Seefahrtslehrer und 22 Kapitänschüler wurden im Jahre 1932 über aero-
logische Arbeiten unterrichtet. Korvettenkapitän Fein und Oberfunkmaat Kraft
vom Kreuzer „Köln“ wurden im Arbeiten mit Radiosonden unterwiesen. Der
Abteilungsleiter Prof. Wigand übte, zum Teil mit Hilfsmitteln der Versuchsanstalt,
seine Lehrtätigkeit an der Universität aus.
Es wurden folgende Instrumente für Forschungszwecke ausgeliehen:
1 Thermohygrograph an den Luftschiffbau Zeppelin,
1 Aktinometer an Herrn Prof. Jensen,
1 Spektograph und 1 Funkeninduktor an das Institut für Lichtforschung,
1 Sichtmesser und 1 Kernzähler an Herrn Dr. Garmsen, Spiekeroog,
1 Schwarzkugelthermometer an Herrn Prof. Kestner und
1 Anemometer mit Zubehör an die Staatliche Bauleitung Neukuhren.
Gearbeitet hat in der Abteilung außer den genannten Notgemeinschafts
stipendiaten der Schiffsoffizier P. Nickstadt sowie bei der Wetter flugstelle
stud. rer. nat. Pielsticker.